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Zehn Monate Bewährung für Bundespolizist

Wegen Kinderpornos und Waffenbesitz Zehn Monate Bewährung für Bundespolizist

Der Schaumburger Bundespolizist  hat vor dem Amtsgericht den Besitz von Kinderpornos und illegalen Waffen gestanden. Über seinen Verteidiger räumte er die Vorwürfe ein. Richter Koray Freudenberg verurteilte den Beamten zu zehn Monaten Haft auf Bewährung und 100 Stunden gemeinnütziger Arbeit.

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Die Wache der Bundespolizei am Hauptbahnhof.

Quelle: Alexander Körner

Hannover. Bei dem Polizisten waren über 300 kinder- und jugendpornographische Dateien gefunden, die teilweise Vergehen an Säuglingen und Kleinkindern zeigten. Dabei handelte es sich sowohl um Fotos als auch Videos. Außerdem hatten die Ermittler in einem Schuppen des Beamten eine Pumpgun gefunden, die erneut scharf gemacht worden war. Neben diesen Taten floss auch ein drittes Vergehen ins Urteil ein: Der Polizist hatte einem Kollegen ein Foto von einem misshandelten Flüchtling geschickt - und war dafür wegen der unberechtigten Verbreitung des Fotos angeklagt. 

Richter Freudenberg zeigte sich fassungslos über die Taten Mannes: "Das so etwas auf einer deutschen Polizeiwache passiert, hätte ich nie für möglich gehalten." Der Richter wandte sich auch direkt an den Angeklagten: "Sie haben durch Ihre Taten ein positives Image, das sich die Polizei über Jahre erarbeitet hat, zerstört."

Der Beamte war ursprünglich wegen Foltervorwürfen ins Visier der Ermittler geraten, nachdem er Handy-Fotos eines auf der Wache gefesselten Flüchtlings an einen Kollegen verschickt hatte. Daraufhin war der Bundespolizist vom Dienst suspendiert worden. Die Vorwürfen waren schwer: Er sollte unter anderem einem Marokkaner gezwungen haben, verdorbenes Schweinemett zu essen. Außerdem sollte er einen Afghanen gewürgt haben. Der Fall hatte bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. Die Vorwürfe hatten allerdings nicht aufrecht erhalten werden können. Der Beamte gab später an, die von ihm in der Bildunterschrift der Fotos genannten Misshandlungen sei nur Prahlerei gewesen.

Später kamen allerdings die Vorwürfe gegen den Mann auf, für die er am Dienstag vor Gericht stand. Bei einer Hausdurchsuchung waren die Kinderpornos sowie eine Pumpgun und Patronen in seiner Wohnung entdeckt worden. In dem Urteil vom Dienstag ist auch ein Strafbefehl des Amtsgerichts Stadthagen berücksichtigt (wir berichteten). Das hatte den Schaumburger zu einer Geldstrafe von 2400 Euro verurteilt, weil er einer 14-Jährigen ein pornografisches Bild von sich geschickt hatte.

Dass der Schaumburger wieder als Polizist im Einsatz sein wird, ist unwahrscheinlich. Es würde ihn wundern, wenn er noch in seinem Beruf weiterarbeiten könne, so Richter Freundenberg.

Unter Verdacht

9. März 2014:  Beamte der Bundespolizei greifen einen 19 Jahre alten Flüchtling aus Afghanistan auf, nachdem sie ihn ohne gültigen Pass am Hauptbahnhof aufgetroffen haben. In der Gewahrsamszelle soll es dann zu den Übergriffen gekommen sein.

25. September 2014:  Erneut greifen Bundespolizisten einen Flüchtling auf. Auch in diesem Fall soll der Schaumburger in der Wache zugeschlagen haben.

7. Mai 2015:  Zwei Kollegen des Schaumburgers stellen Anzeige gegen den Beamten.

15. Mai 2015:  Die Polizei durchsucht die Wohnung des Beamten.

6. Oktober 2015: Er steht vorm Amtsgericht Stadthagen, weil er einem 14 Jahre alten Mädchen ein Foto von seinem erigierten Penis geschickt hat. Er akzeptiert eine Geldstrafe von 2400 Euro. (Wir berichteten)

5. April 2016:  Die Staatsanwaltschaft Hannover hat Anklage gegen den Schaumburger erhoben, der verdächtigt wurde, zwei Flüchtlinge in der Wache am Hauptbahnhof misshandelt zu haben. Dieser Punkt taucht in den Beschuldigungen jedoch nicht mehr auf. Die Vorwürfe sind nun Vergehen gegen das Waffengesetz und Besitz von Kinderpornografie.

dpa/cf/jki

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