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„Busch war wie ein Urknall für mich“

Wilhelm-Busch-Preis-Verleihung „Busch war wie ein Urknall für mich“

Gelungener hätte die Neuauflage des Wilhelm-Busch-Preises am Mittwochabend im Stadthäger Ratskeller kaum sein können: Am Ende stand mit Ralf König ein Preisträger, der zum Abschluss einer üppigen Hommage auf die satirische Dicht- und Zeichen-Kunst sichtlich überwältigt seine Auszeichnung entgegennahm.

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Moderator Arne-Torben Voigts (links) und Jury-Mitglied Frank Suchland (rechts) beglückwünschen Ralf König (vorne) zum Wilhelm-Busch-Preis. Hella von Sinnen hat die Laudatio gehalten. Dieter Brandl (Zweiter von links) und Werner Schwuchow freuen sich über den Hans-Huckebein-Nachwuchspreis.

Quelle: rg

STADTHAGEN. Wenige Augenblicke zuvor hatte die TV-Komikerin Hella von Sinnen Königs Lebenswerk in einer ebenso detailverliebten wie humorvollen Breite honoriert, dass weiten Teilen des Publikums mehrfach vor Lachen die Tränen gekommen waren.

 Dabei hatte der Festakt, der gemeinsam von der Sparkasse Schaumburg, der Schaumburger Landschaft sowie den Schaumburger Nachrichten im Stadthäger Ratskeller veranstaltetet wurde, einiges mehr zu bieten als die Auszeichnung des Lebenswerkes von Ralf König.

Nachwuchspreis

 Auch Dieter Brandl aus Wien und Werner Schwuchow aus Illmenau, die mit dem nach Buschs Raben Hans Huckebein benannten Nachwuchspreis ausgezeichnet wurden, wussten die rund 300 Gäste mit humorvollen und gesellschaftskritischen Gedichten zu begeistern. So erkannten sich beispielsweise in Brandls lyrischem Stück, das von einem Verkaufsgespräch im Schreibwarenfachgeschäft handelt und schließlich im Kauf desselben Notizheftes im Internet mündet, zahlreiche Zuhörer wieder.

 Immer wieder wurde der abendliche Festakt von mal souligen, mal jazzigen Musikeinlagen des Heidelberger „Huub-Dutch-Duos“ durchzogen, das auf abenteuerlichen Musikinstrumenten ebenso ulkig-komische wie nachdenkliche Texte vortrug und dabei häufig Referenzen auf das Werk Wilhelm Buschs einwob.

Vergilbtes Taschenbuch dabei

 Bei der Verleihung des mit 10.000 Euro dotierten Hauptpreises schließlich verneigte sich König, unter anderem für seine Zeichnungen in „Der bewegte Mann“ bekannt, mit einem opulenten Comic vor dem Namensträger des Preises. „Wilhelm Busch war wie ein Urknall für mich“, sagte König, der passenderweise ein inzwischen vergilbtes Kinderbuch seines großen Vorbildes mitgebracht hatte.

 Zuvor hatte Hella von Sinnen in ihrer Laudatio das Werk von König im Schnelldurchlauf Revue passieren lassen und ihn für seine Verdienste um die Homosexuellen-Szene gelobt. „Seine Comic-Strips waren für uns eine Offenbarung, weil sie sich so ehrlich mit unserem Leben beschäftigen“, sagte von Sinnen. Die TV-Komikerin hatte sich ebenso wie König Ende der siebziger Jahre als homosexuell geoutet.  lht

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