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Comic-Zeichner erhält Wilhelm-Busch-Preis

Ralf König im SN-Interview Comic-Zeichner erhält Wilhelm-Busch-Preis

Der Comic-Zeichner Ralf König („Der bewegte Mann“) erhält am Mittwoch den mit 10.000 Euro dotierten Wilhelm-Busch-Preis 2017. Vor der Verleihung um 19.30 Uhr im Ratskeller ist König ab 16.30 Uhr zu einer Signierstunde zu Gast in der Geschäftsstelle der SN.

 

 

 

 

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Ralf König und seine Freunde werden älter – die Erfahrungen lässt er in seine Arbeit einfließen.

Quelle: vvg

Als mehrfacher Max-und-Moritz-Preisträger ist Ihnen Wilhelm Busch nicht fremd. Zählen Sie Busch als Zeichner zu Ihren Urahnen?

Busch ist der Urahn aller Comic-Zeichner. Als ich in Westfalen aufgewachsen bin, hatten wir so eine Wilhelm-Busch-Familien-Kladde. Ich konnte noch nicht lesen, fand aber die Bilderfolge total spannend. Damals habe ich angefangen, meine ersten eigenen Geschichten zu zeichnen. Als Teenager habe ich mich eher für amerikanische Underground-Comics begeistert. Später habe ich selbst die Freude am Dichten gefunden und wieder gemerkt, wie sehr Busch mich inspiriert hat.

Haben Sie einen Busch-Liebling?

„Die fromme Helene“ war immer toll! Eine wirklich liebenswerte Person mit ihrem Alkoholproblem. Mir hat sehr gefallen, wie der Teufel in der Geschichte durch den Kamin kommt oder sie sich in diesen hübschen Jungen verliebt. Zum Geburtstag von „Max und Moritz“ habe ich ein paar Geschichten gezeichnet, aber die „Helene“ wäre mir noch lieber gewesen.

 Auch Ihr Durchbruch-Comic „Der bewegte Mann“ wird in diesem Jahr 30. Würde die Geschichte 2017 noch so provozieren wie 1987?

Nein, ich glaube nicht. Es war die richtige Geschichte zur richtigen Zeit. Damals gab es eine gewisse Neugier. Was ist an Schwulen exotisch? Was banal? Für viele war es eine humorvolle Annäherung an ein Tabu-Thema, die heute nicht mehr so funktionieren würde. Jetzt gibt es ja sogar ein Musical dazu in Hamburg.

Ihr aktuelles Werk „Herbst in der Hose“ skizziert dagegen die männlichen „Wechseljahre“ Ihrer alternden schwulen Protagonisten Konrad und Paul. Ein autobiografisches Werk?

Klar, ich bin jetzt selbst 57, dichte aber auch viel dazu. Konrad und Paul begleiten mich seit Jahrzehnten, auch die müssen altern und können nicht immer 30-Jährige bleiben, die voll im Saft stehen. Ich beobachte, über was sich meine Freunde so beklagen und lasse das mit einfließen.

 Was werden Sie den Besuchern des Wilhelm-Busch-Geburtshauses in Ihrer Ausstellung zeigen?

Einen Querschnitt aus 40 Jahren meiner Arbeit. Dabei habe ich meine Bilder eigentlich nie als Kunst für die Wand gesehen. Wenn das fertige Buch vorlag, war mir das gezeichnete Bild nicht mehr viel wert. Aber als ich meine Zeichnungen das erste Mal im Bilderrahmen gesehen habe, hat sich meine Meinung geändert. Der Wilhelm-Busch-Preis ist mit 10.000 Euro dotiert.

 Gibt es schon ein neues Projekt, in das Sie das Geld stecken werden?

Nein, ich habe mir noch nichts Genaues überlegt. Ich würde gern mal einen kleinen Trickfilm machen. Dafür müsste ich aber Leute engagieren, die so etwas technisch können, weil ich total technik-doof bin. Die Ideen, die an mich herangetragen werden, sind immer gleich was Großes für das Kino, und meine Name soll dann darüber stehen. Ich würde aber lieber ein kleines Projekt machen, das meinem Bauchgefühl zusagt.

Interview: Gerrit Brandtmann

Hella von Sinnen hält die Laudatio

Zwei Tage lang wird sich Ralf König Schaumburg widmen:  Im Wilhelm-Busch-Geburtshaus an der Hauptstraße 68 in Wiedensahl eröffnet der Comiczeichner am Dienstag, 31. Oktober, eine Ausstellung seiner Werke. Beginn ist um 19.30 Uhr mit einem Gespräch zwischen ihm und dem Publizisten Martin Jurgeit. Die Ausstellung wird dort bis zum 8. April zu sehen sein.

In der Sparkasse Stadthagen, Am Markt, eröffnet König am Mittwoch, 1. November, um 11 Uhr eine weitere Ausstellung.

Anschließend besucht der Künstler um 16.30 Uhr die Geschäftsstelle der Schaumburger Nachrichten (Vornhäger Straße 44) für eine Signierstunde seines neuen Buches „Herbst in der Hose“.

Die feierliche Verleihung des Wilhelm-Busch-Preises (Laudatio: Hella von Sinnen) folgt um 19.30 Uhr im Saal des Stadthäger Ratskellers. Kostenlose Karten gibt es bei noch der Sparkasse Schaumburg unter Telefon (0 57 51) 40 25 86. Oder per E-Mail: veranstaltungen@spk-schaumburg.de.

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