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D-Mark nur noch für Nostalgiker

Was waren das für Zeiten D-Mark nur noch für Nostalgiker

Jugendliche kennen sie nur noch vom Hörensagen, vielleicht aus dem Geschichtsunterricht und nostalgischen Rückblicken von Eltern und Großeltern: die Deutsche Mark. Zum Jahresanfang 2002 wurde sie vom Euro abgelöst. Eine neue, Europa verbindende Währung sollte damit geschaffen werden.

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Quelle: Symbolfoto (dpa)

Landkreis. Doch nach wie vor ist die Mark nicht vergessen, gerade die ältere Generation hängt noch an den Mark. Expertenschätzungen zufolge schlummern noch fast 13 Milliarden D-Mark in deutschen Haushalten.

„Es kamen Kunden, die wollten 300 Mark abheben“

Was waren das doch für Zeiten: eine Cola für zwei Mark. Oder eine Kugel Eis für 50 Pfennig. Dass sich vornehmlich ältere Menschen noch nicht komplett auf den Euro umgestellt haben, zeigen jüngere Vorfälle bei der Volksbank Schaumburg. „Es kamen Kunden, die wollten 300 Mark abheben“, erinnert sich ein Mitarbeiter. Es komme indes seltener vor, dass jemand noch seine Mark-Bestände umtauschen wolle, vielleicht zwei - oder drei Mal, erklärte Vertriebsleiterin Petra Kallwaß. Dies sei in den Filialen auch schon seit Jahren nicht mehr möglich ist. „Kunden fragen direkt, ob sie das Geld bei uns umtauschen können. Dies ist aber nicht mehr möglich. Dies geht nur noch bei den Filialen der Deutschen Bundesbank.“

Und dieser Umtausch findet auch häufiger statt, wie Dirk Gerlach, Stabsleiter der Hauptverwaltungs-Präsidenten bei der Bundesbank, weiß: „In der Region Bremen, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt ist es 2016 zu durchschnittlich 64 Mark-Euro-Tauschgeschäften pro Tag gekommen.“ Die durchschnittliche Tauschsumme liege bei 475 Euro.

Gemischtes Publikum

Ein Ende erscheint nicht in Sicht: „In den vergangenen Jahren sind die Zahlen für den Umtausch relativ konstant gewesen. Daher lässt sich auch keine Tendenz ausmachen, dass der Vorgang in den nächsten Jahren beendet sein könnte“, erklärt Gerlach weiter. Die Vermutung, es seien überwiegend ältere Menschen, die zum Umtauschen kämen, treffe nur teilweise zu: „Insgesamt gestaltet sich das Publikum doch eher gemischt.“ Da nach dem „Cash gegen Cash“-Prinzip gehandelt werde, stützen sich Analysen aber vorwiegend auf subjektive Beobachtungen.

Auch zur Sparkasse Schaumburg kämen immer mal Leute mit kleineren DM-Beträgen, sagt Jörg Nitsche. Der Leiter der Unternehmenskommunikation bei dem Kreditinstitut bemerkt dabei einen klaren Rückgang: „Nur manchmal kommen Leute zu uns, legen 10-, 20-Mark-Scheine oder Münzen hin, fragen, was sie damit machen sollen.“ Umtauschen dürfen lokale Kreditinstitute bereits seit Jahren nicht mehr, helfen können sie. Nitsche: „Wir beraten unsere Kunden gerne, verweisen auf die entsprechenden Einrichtungen.“

Rolle hat sich seitdem verändert

Auch wenn die Mark heute keine Rolle mehr spielen, gebe es doch noch eine emotionale Bindung, sagt Sinah Koelman von der Volksbank Hameln-Stadthagen: „Die Mark stand für Stabilität. Die Deutsche Bundesbank hat als eine von der Politik unabhängige Institution dafür Sorge getragen. Ihre Rolle hat sich seitdem völlig verändert.“ Koelman beobachtet ein bestimmtes Phänomen: „Vereinzelt kommen Kunden, die DM mehr oder weniger zufällig, etwa bei Haushaltsauflösungen oder in Nachlässen, gefunden haben.“ ano

Umtausch

DM-Bestände können inzwischen nur noch an wenigen Stellen umgetauscht werden. In Niedersachsen zählen dazu Filialen der Deutschen Bundesbank in Hannover (Georgsplatz 5), Göttingen (Danziger Straße 23), Oldenburg (Stau 40) und Osnabrück (Schlagvorder Straße 27). Der Umtausch von Mark in Euro ist zeitlich sowie betragsmäßig unbegrenzt möglich. Zudem ist er kostenfrei. ano

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