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DRK reagiert auf gesteigerte Nachfrage

Landkreis DRK reagiert auf gesteigerte Nachfrage

Wer zuerst kommt, malt bei der Tafel des DRK nicht zuerst. Das Los entscheidet, wer sich zuerst an dem vergünstigten Nahrungsmittelangebot bedienen darf. Da aber immer mehr Bedürftige auf die Tafeln angewiesen sind, hat der DRK-Kreisverband Schaumburg einen Extra-Termin in Obernkirchen eingerichtet.

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Vor allem ältere Menschen sind auf die Tafeln in Schaumburg angewiesen.

Quelle: Archiv/jemi

LANDKREIS. An der Ausgabestelle an der Bornemannstraße in Obernkirchen können seit dieser Woche zusätzlich zu den üblichen Öffnungszeiten jeden Mittwoch von 13 bis 15 Uhr ausschließlich bedürftige Senioren, Behinderte und alleinerziehende Mütter oder Väter mit Neugeborenen bis zu zwei Jahren ihre Lebensmittel bekommen.

„Wegen der vielen Abnehmer kann es auch schon einmal vorgekommen, dass eine ältere Dame mit Rollator bis zu drei Stunden warten muss, bis sie an der Reihe ist“, beobachtete der DRK-Präsident Bernd Koller. Die meisten Bedürftigen kommen zur Ausgabestelle in Stadthagen, danach folgen Rinteln, Bad Nenndorf und Obernkirchen.

Ausweitung nicht auszuschließen

„Im März haben wir an der Bornemannstraße insgesamt 684 Menschen und davon fast 200 Minderjährige versorgt“, erklärt Koordinatorin Heidi Niemeyer. „Die Zuwächse waren extrem. Bei allen Tafeln geht die Nachfrage steil nach oben“, so Niemeyer.

Wenn das neue Angebot in Obernkirchen angenommen wird, soll es auch auf die anderen Standorte in Schaumburg ausgeweitet werden.

Vergangenes Jahr sei der Kundenstamm von 2400 auf 3400 angewachsen – mit steigender Tendenz. „Selbst, wenn wir den Flüchtlingszuwachs herausnehmen, haben wir immer noch einen Anstieg zwischen fünf und zehn Prozent im Landkreis seit 2012“, rechnet Koller.

Noch lange nicht alle erreicht

„Die aufkommende Altersarmut schlägt jetzt durch.“ Der DRK-Funktionär vermutet, dass vermehrt Senioren die Hilfe wahrnehmen, die sich vorher aus Scham nicht zu den Tafeln getraut haben. Doch genauso seien immer mehr alleinerziehende Mütter auf die Lebensmittel angewiesen. Niemeyer schätzt, dass noch lange nicht alle Bedürftigen erreicht wurden und hofft darauf, die Hemmschwelle weiter abbauen zu können.

Mit einem neuen Transporter, der ein Drittel mehr Ware fassen kann, versucht das Deutsche Rote Kreuz (DRK), die Nachfrage zu bewältigen. „Im Frühjahr stellen uns die Handelsketten meist weniger frisches Obst und Gemüse zur Verfügung, im Sommer bessert sich die Versorgungslage erfahrungsgemäß wieder“, erklärt Koller. Wer seine Mithilfe anbieten oder sich weiter informieren will, kann sich bei Niemeyer unter Telefon (05724) 9726021 melden. geb

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