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Das Dach ist löchrig

Landkreis / Natur Das Dach ist löchrig

Im Internationalen Jahr des Waldes 2011 präsentieren sich die Schaumburger Wälder in sattem Grün. Bei genauerem Hinsehen offenbaren sich jedoch Lücken.

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Die Rollenbilder sind verschwunden

Die Buche in der Bildmitte zeigt deutlich zu wenig Laub in der Krone, eine Folge der Trockenheit im Frühjahr. © hga

Landkreis (hga). Die Forstwirte vom Kreisforstamt, den niedersächsischen Landesforsten, der Klosterkammer Hannover sowie der Fürstlichen Hofkammer Bückeburg konstatieren Schäden, die zwar keine Panik, aber doch Sorge auslösen. Von Waldsterben könne aber keine Rede sein, so das einhellige Urteil.

Der Borkenkäfer steht weniger im Vordergrund. Das in heimischen Revieren überwiegend als Fichte daherkommende Nadelholz spielt keine herausragende Rolle. Buchen und Eichen bilden die Hauptmasse des Laubbaumbestandes. Bei den Buchen stehen die Forstämter dem Problem des sich verstärkenden Klimawandels gegenüber. Die Bäume leiden stark unter der starken Trockenheit im Frühjahr.
Da verzeichnet die Hofkammer weniger Probleme, da ihre Waldgebiete bis auf die Kammlagen und höheren Gebiete am Harrl und in Steinbergen noch gut mit Wasser versorgt sind. Anders stellt sich die Lage für den Kreisforst dar.

„Die Altbuchen leiden jetzt“, konstatiert Rüdiger Fitzner, stellvertretender Leiter des Kreisforstamtes und Revierförster in Pollhagen. Die Kronen vieler Buchen sind nicht dicht, bilden nur kleine Blätter und versuchen diesen Mangel durch eine verstärkte Produktion von Früchten auszugleichen.

„Die starke Mast ist eine hohe Belastung für die Bäume“, schließt sich Forstdirektor Christian Weigel, zuständig für den Bereich der niedersächsischen Landesforsten, der Analyse von Fitzner an. Und auch Andreas Brandt, Revierförster der Klosterkammer in Sachsenhagen, stellt Ausfälle fest, wenn auch mehr in den Neuanpflanzungen. „Der Niederschlag hat sich verschoben“, meint Brandt.

Langfristig schlägt sich die Situation der Buchen durch die Trockenheit in schwachem Holzwachstum und damit im Ertrag nieder. Ähnliches gilt für von der Eichenfraßgesellschaft – Großer und Kleiner Frostspanner, Eichenwickler – verursachte Schäden. „Der Problembaum“, erläutert Fitzner die Lage vieler Eichen im Kreisforst. Die Schädlinge fressen die Triebe weg, der Baum entwickelt keine Belaubung mehr oder versucht einen zweiten Laubschub. Auch Fitzners Kollegen stellen diese Probleme fest. „Einige Kronen werden sehr licht, da tut der Eichenwickler seine Arbeit“, sagt Brandt.

Als Gegenmaßnahme steht ein biologischer Häutungshemmer zur Verfügung. Dessen Einsatz verursacht durch die Ausbringung per Hubschrauber hohe Kosten, zudem sind jene Prädatoren, welche die Larven der Schädlinge fressen, ebenfalls betroffen. Bislang haben alle Forstämter auf diesen Einsatz verzichtet.

Die Gesamteinschätzung lässt aber keine Panik aufkommen. So setzt die Hofkammer auch in der Zukunft verstärkt auf die Widerstandskraft der Eichen.
Wirkliche Sorgen bereitet ein seit wenigen Jahren auftretender Pilzbefall von Eschen. Das „Eschentriebsterben“ hat auch die Schaumburger Wälder mit Macht erreicht und verursacht ernste Sorgen. So stellte die Hofkammer bereits in 2008 einen Befall schon bei gerade gelieferten Jungpflanzen fest, Forstdirektor Christian Fischer, Leiter der Hofkammer, zieht die Konsequenzen: „Wir pflanzen keine Eschen mehr“.

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