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Aus dem Landkreis „Das Hagenburger Moor wächst wieder“
Schaumburg Landkreis Aus dem Landkreis „Das Hagenburger Moor wächst wieder“
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06:15 13.11.2012
Karl-Heinz Garberding zeigt das Bultentorfmoos - Indiz dafür, dass in einigen Bereichen des Hagenburger Moores die Renaturierung Erfolge zeigt. Quelle: jpw
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Hagenburg (jpw).

Seit vielen Jahren laufen erhebliche Mengen Wasser über das Hagenburger Moor aus dem Steinhuder Meer. Durch intensive landwirtschaftliche Nutzung in den vergangenen 50 Jahren ist das Moor - verbunden mit einem erheblichen Austrag von CO2 - um rund 60 Zentimeter abgesackt: „In das Moor ist Sauerstoff eingedrungen, und dann geht das zu wie im Komposthaufen“, erläutert Garberding den Prozess. Seit rund drei Jahrzehnten arbeitet der inzwischen mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnete Naturschützer an der Renaturierung des Hochmoores und hat inzwischen - auf einer Fläche von rund zehn Prozent - sichtbare Erfolge vorzuweisen: „Hier sehen Sie, das Moor wächst wieder“, sagt Garberding. Er hält Schlenkentorfmoos in der Hand, das an vielen Stellen die alten Torfstiche überwuchert hat und verweist gleich anschließend auf das Bultentorfmoos, das kleine Hügel bildet. Wichtige Voraussetzung für diesen Prozess ist, dass keinerlei Bäume das Wasser aus dem Boden ziehen.Dass das nicht so ist, dafür sorgen an diesem Vormittag rund 35 freiwillige Helfer, die Geräte bedienen, um das Moor zu „entkusseln“. Mit dabei, bei diesem „Ehemaligentreffen“, wie Garberding es nennt, sind 15 Mitarbeiter er Firma IP Syscon aus Hannover, deren Geschäftsführer Marc Kodetzki gleich noch einen Scheck über 1500 Euro überreicht - Geld, das die Mitarbeiter der Firma beim Hannover-Marathon für den „guten Zweck“ zusammen gelaufen hatten. Nicht überall dürfen die Helfer mit den Motorsägen und anderen Geräten hin. Rund zehn Prozent der Grundstückseigentümer aus Hagenburg haben ihr Einverständnis zur Pflege nicht erteilt, anhand eines alten, mit Bäumen und Pfeifengras bewachsenen Teils , auf dem auch noch alte Torfstiche zu sehen sind, macht Garberding auf den inzwischen entstandenen Höhenunterschied aufmerksam. In einem kleinen Teil dieses besonderen Moores in der Uferzone des Steinhuder Meeres ist die Pufferwirkung wieder hergestellt, die der Moorkörper einst hatte. „Und“, so unterstreicht Garberding, „in diesen Gebieten ist der Boden so sauer wie Essigsäure“. Daran könne man erkennen, dass CO2 gebunden wind.

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