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Das Überleben der Dörfer

Landkreis Das Überleben der Dörfer

Wie steht es um die Zukunft kleiner Orte im Schaumburger Land angesichts des demografischen und gesellschaftlichen Wandels? Mit dieser Frage beschäftigt sich Peter Dehne am Donnerstag, 14. Januar, in Bad Nenndorf.

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Quelle: Archivfoto

Landkreis. Der Professor für Baurecht und Planungsrecht an der Hochschule Neubrandenburg referiert auf Einladung des Kulturforums Bad Nenndorf über „Das Sterben der Schaumburger Dörfer – Realität oder Schwarzmalerei?“. Beginn des Vortrages mit anschließender Diskussion ist um 19.30 Uhr im Haus Kassel (Raum Hofrat Schröter). Der Eintritt kostet zehn Euro, ermäßigt acht Euro.

Das Altern der Gesellschaft spielt auf dem Land eine besondere Rolle. Immer mehr junge Menschen ziehen die Städte als Wohn- und Arbeitsort vor, immer weniger Kinder werden auf dem Land geboren. Zurück bleiben die Älteren. Die Konsequenz: Geschäfte und Kneipen schließen, Dorfschulen werden zur Ausnahme. Irgendwann wird dann auch die Bushaltestelle im Ort nicht mehr angefahren. Was bleibt sind leerstehende Läden, Höfe und Einfamilienhäuser.

Dehne, in Hannover geboren und in Bad Nenndorf aufgewachsen, beleuchtet anhand von Beispielen die aktuelle Debatte um die Auswirkungen des demografischen Wandels auf die Siedlungsstruktur in Deutschland und fragt nach Überlebenschancen und Überlebensstrategien der Dörfer. kcg

3 Fragen an

Peter Dehne, Professor für Planungsrecht und Baurecht in Neubrandenburg. Dehne beschäftigt sich mit der Entwicklung von Dörfern und Kleinstädten im ländlichen Raum.

Quelle:

Warum ist das Thema der „sterbenden Dörfer“ so wichtig?
Dörfer prägen unsere Landschaft und Siedlungsstruktur. Man kann sagen, das Dorf und das Leben auf dem Land sind Kulturgüter in Deutschland. Es fällt schwer, sich das Schaumburger Land ohne seine Dörfer vorzustellen. Gleichzeitig hat das Dorf seine Funktion und wirtschaftliche Basis verloren. Die meisten Dörfer sind ländliche Wohnquartiere, aber ohne die alten Einrichtungen: Schule, Dorfladen, Gasthof. Die Frage ist, ob das ausreicht für die Zukunft. Wie viele Menschen werden noch dort leben wollen?
Gibt es noch Hoffnung für kleine Orte auf dem Land?
Hoffnung gibt es immer, solange Menschen in Orten wohnen, an die sie glauben, in denen sie sich wohlfühlen und engagieren. Das Dorf ist lebenswert durch die Menschen, Vereine, Feste, das Fußballspiel gegen den Nachbarverein, das Gefühl der Geborgenheit und Heimat. Das sind eigentlich starke Argumente für das Dorf. Aber der Drang junger Familien in bestimmte Städte ist groß.
Welche Strategien gibt es, um junge Leute für ein Leben auf dem Land zu begeistern?
Ich glaube, wir dürfen nicht die Frage stellen, wie können wir die jungen Leute im Dorf halten. Wir müssen uns überlegen, was brauchen junge Familien. Was müssen und was können wir ihnen in den Dörfern bieten. Ganz wichtig ist heute die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, also Kinderbetreuung und auch Schulen in der Nähe. Und dann müssen die Menschen vor Ort ihre eigene besondere Lebensqualität entwickeln, die es für andere spannend macht, dort zu wohnen. Ich kenne viele Beispiele, wo Dorfläden, Treffpunkte, Fahrgemeinschaften oder einfach nur Geselligkeit kleine, abgelegene Dörfer lebenswert machen. Jeder Ort muss für sich das Besondere finden. Das braucht aber Unterstützung durch Politik und Verwaltung. 

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