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„Das ist schon ein dicker Hund“

Landkreis / Führerschein „Das ist schon ein dicker Hund“

400 Euro für vier Punkte: Grob könnte man so das „Geschäft“ zusammenfassen, das die Landkreis-Verwaltung einem Stadthäger Führerscheinbesitzer angeboten hat.

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Das ASP bieten viele Fahrschulen an. Die Verwaltung nennt nur einen Fahrlehrer – weil der eine koordinierende Rolle inne hat, heißt es. 

Quelle: rg

Landkreis. Landkreis (jcp). Die Vermittlung in ein sogenanntes „Aufbauseminar für Punkteauffällige“ (ASP) zur Reduzierung des Eintrages in die Flensburger Verkehrssünderkartei ist gängige Praxis. Ärgerlich genug für den Betroffenen, wenn er auch selbst schuld ist.

 Besonders erbost hat aber den Stadthäger, dass er kurz nach dem Seminar bei der Fahrschule Ahldag in Rinteln von einem Bekannten erfahren hat, dass der Lehrgang ihn bei einem anderen Schaumburger Fahrlehrer gut 130 Euro weniger gekostet hätte. Auf dem Verwarnschreiben des Straßenverkehrsamtes war jedoch nur die Telefonnummer von Karl-Heinz Ahldag angegeben. Zwar mit dem Hinweis, man könne sich über ihn oder jedes andere Straßenverkehrsamt anmelden, aber offensichtlich mit enormem Potenzial für Missverständnisse.

 „Sonst wäre ich bestimmt nicht an vier Samstagen dafür nach Rinteln gefahren“, sagt der Stadthäger. Das habe, so sein Eindruck, auch für die anderen Teilnehmer gegolten. „Da waren ein paar Leute dabei, bei denen ich das Gefühl hatte, dass 130 Euro haben oder nicht haben für sie schon einen sehr großen Unterschied macht.“

 Klaus Best hat mehr als 30 Jahre lang Fahrschulen in Bückeburg, Porta Westfalica und Minden geleitet. Er kennt das Verwarnschreiben mit ASP-Angebot. „Das ist schon ein dicker Hund“, sagt er. Im benachbarten Kreis Minden-Lübbecke enthielten vergleichbare Schreiben eine Liste mit allen Fahrschulen der Region, die den Kurs anbieten, was Anke Schippling vom dortigen Straßenverkehrsamt bestätigt. Insgesamt 18 Adressen und Telefonnummern von Fahrschulen seien enthalten.

 Birgit Maiwald, Leiterin des hiesigen Straßenverkehrsamtes, begründet den Unterschied mit den Größenverhältnissen. In Schaumburg hätten 2011 nur 43 Personen an den Seminaren teilgenommen. Damit eine angemessene Gruppenstärke des ASP zusammenkomme, dessen Teilnehmer „zeitnah“ ihre Punkte abbauen müssten, komme Karl-Heinz Ahldag eine koordinierende Rolle zu. Die wiederum habe er inne, weil er Vorsitzender des Unterbezirkes Schaumburg im Fahrlehrerverband Niedersachsen sei. Deshalb werde im Verwarnschreiben seine Telefonnummer angegeben – und das schon seit einer ganzen Weile. So habe Maiwald ihre Arbeit beim Straßenverkehrsamt im Jahr 2000 aufgenommen. „Und als ich hier anfing, war das schon so“, erinnert sie sich.

 Fahrlehrer Ahldag selbst kann nach eigenen Angaben zwar nicht garantieren, dass er jeden Teilnehmer eingangs auf dessen Recht hinweist, das ASP-Seminar in einer anderen Fahrschule zu besuchen. Er sage aber immer „sofort, dass das nicht billig werde“. Wer sich dann über die Kosten beschwere, dem zeige er die Alternativen auf. Den Preis lege jede Fahrschule selbst fest.

 Zum Teil bestätigt der Stadthäger Führerschein-Inhaber diese Angaben. „Als ich angerufen habe“, erinnert er sich, „hieß es gleich: Bringen Sie 400 Euro mit. In bar.“

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