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Debatte um Freie Schule

Landkreis Debatte um Freie Schule

Die Berichterstattung über die geplante Eröffnung einer Freien Schule im Landkreis Schaumburg hat in den sozialen Medien ein großes Echo hervorgerufen. Während viele interessiert auf ein solches Angebot reagieren, gibt es auch kritische Stimmen, die den beiden Initiatoren Franziska Hautau und Karin Gümmer die Umsetzung nicht zutrauen.

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Karin Gümmer und Franziska Hautau.

Quelle: pr.

LANDKREIS. So äußerte sich etwa Julia Blatt: „Eine Schule zu gründen halte ich allerdings für ein bisschen realitätsfremd.“ Dabei kritisiert auch sie: „In das aktuelle Schulmodel möchte ich mein Kind auch nicht schicken müssen, Waldorf ist mir zu realitätsfremd und Montessori haben wir hier leider nicht. Auch ein Grund warum ich bisher kein Kind hab.“

„In den letzten zwei Jahren wurden so viel freie Schulen gegründet wie nie zuvor. Das ist nichts Neues und keine Seltenheit“, widerspricht Hautau. Tatsächlich ist die Gründung einer Schule gar nicht so selten, wie manche denken mögen. Aktuell gibt es 302 freie Schulen, für die Schulgeld zu zahlen ist. Zugegebenermaßen sind der größte Teil davon Berufs- und Förderschulen, aber auch einige sind darunter, die auf Elterninitiative zurückgehen.

Grundstücksbesichtigungen stehen an

Zeitgleich wird auch in Steinbergen über die Gründung einer Montessori-Schule diskutiert. Mit den dortigen Initiatoren stehen Gümmer und Hautau zwar in Kontakt, dieser soll aber über gegenseitige Unterstützung nicht hinausgehen. Ein Zusammenschluss sei nicht geplant, erklärt Gümmer: „Wir wollen zwar mit dem Montessori-Material arbeiten, aber wir möchten gern unser Konzept von Natur als Lernort, also einer am Wald gelegenen Schule realisieren.“

Bereits nächste Woche wollen sie die beiden Frauen erste Grundstücke anschauen, die ihnen angeboten worden seien. „Wir haben auch schon Bewerbungen von Lehrern erhalten und immer mehr Eltern fragen bei uns an.“

Auch Sandra Lindner findet die Idee interessant, „schließlich sollten Eltern die Möglichkeit haben, die ,richtige‘ Schulform für ihr Kind zu wählen“. Allerdings bemängelt sie „die plakative und einseitige Darstellung der Regelschulen“. Ihrer Meinung nach seien gerade in der Grundschule kooperative Lernformen und selbstgesteuertes und individuelles Lernen längst keine Innovationen mehr, sondern gehören zum Alltag“.

"Entscheidend ist das Eltern und Kinder die Wahl haben.“

Nicola Bosch-Müller hingegen die Idee: „Die ewig gestrige Idee von Schule und Lernen entspricht nicht dem Wissen dazu von heute.“

Ein anderer User sieht eher ein grundsätzliches Problem: „Wenn so viele Menschen mit unserem Schulsystem nicht einverstanden sind, warum versucht dann keiner, etwas zu ändern? Ich meine, hier geht es schließlich um das gesamte Bildungssystem und viele Kinder.“

Nicole Reichelt, selbst Inklusionspädagogin mit Schwerpunkt Montessori und Reggio, erklärt: Montessori ist wie jeder andere Ansatz grundsätzlich nicht für jedes Kind geeignet, aber für viele. Entscheidend ist das Eltern und Kinder die Wahl haben.“ Gabriele Szymanowski macht den Initiatorinnen Mut: „Find ich mutig und toll. Wünsche viel Erfolg.“

Hautau und Gümmer haben ein zweites Treffen für alle Unterstützer und Interessierten an einer Freien Schule in Schaumburg geplant. Dieses ist für Freitag, 14. Juli, um 19 Uhr bei der Firma Hautau, Wilhelm-Hautau-Straße 2 in Helpsen, terminiert. col

 Kontakt: Franziska Hautau, (0171)6833546, E-Mail: f.hautau@googlemail.com und Karin Gümmer, (0178) 3567254, E-Mail: k.guemmer@gmx.net.

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Das sagt das Schulgesetz

Ersatzschulen sind Schulen in freier Trägerschaft, die in ihren Lern- und Erziehungszielen öffentlichen Schulen entsprechen, die im Land Niedersachsen vorhanden oder grundsätzlich vorgesehen sind (§ 142 NSchG). Abweichungen in den Lehr- und Erziehungsmethoden und in den Lehrstoffen sind zulässig. Schüler erfüllen durch den Besuch einer Ersatzschule ihre gesetzliche Schulpflicht.

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