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Deckbergen ist kein Einzelfall

Hilferuf von Lehrern Deckbergen ist kein Einzelfall

Die Leiterin der Grundschule Deckbergen hat sich getraut und die wachsenden Probleme mit „schwierigen“ Kindern an den Grundschulen öffentlich gemacht. Bei einem Treffen von 40 Lehrkräften auf Einladung der GEW ist deutlich geworden, dass es in vielen Schulen Probleme mit emotional-auffälligen Kindern gibt.

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Nicht immer verläuft der Unterricht an den Schaumburger Grundschulen so harmonisch.

Quelle: dpa

RINTELN/LANDKREIS. Mit ihrem Hilferuf ist sie auf offene Ohren gestoßen. Es wird diskutiert, ob die Inklusion in Bezug auf Kinder mit emotionalen-sozialen Auffälligkeiten an Grundschulen möglich und wenn ja, welche Unterstützung dafür notwendig ist. Auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Kreisverband Schaumburg, hat sich kürzlich mit dem Thema befasst. Der Vorsitzende, Friedrich Lenz, hatte zu einem Informations- und Meinungsaustausch nach Rinteln eingeladen. Es sollte geklärt werden, ob die „kritische Situation an der Grundschule Deckbergen ein Einzelfall ist“. „Ist sie nicht“, stellte Lenz m Gespräch mit dieser Zeitung fest.

Mehr finanzielle Unterstützung

 Zu dem Abend waren rund 40 Lehrkräfte aus sechs Grundschulen der alten Grafschaft und aus Lindhorst gekommen. Die Öffentlichkeit und damit auch die Presse, waren ausgeschlossen. „Die Lehrkräfte sollen sich hier heute frei äußern können, ohne Ängste und schlechtes Gefühl“, hatte Lenz die Entscheidung begründet. Und der Kreisvorsitzende stellte fest: „Bei allen graduierten Unterschieden bezog sich die gesamte Diskussion um die Inklusion ausschließlich auf emotional-sozial auffällige Kinder.“ Und hier müsse dringend etwas getan werden, da waren sich alle Lehrkräfte einig, und zwar personell und räumlich. „Die finanziellen Ressourcen müssen verbessert werden, um den Aufgaben gerecht zu werden“, so Lenz.

 Eine deutliche qualitative und quantitative Verbesserung des Fachpersonals fordern die Lehrer an den Grundschulen. „Wir brauchen mehr Schulsozialarbeiter. Die Versorgung an den Schulen wurde in Sachen Inklusion mit heißer Nadel genäht“, sagte Lenz. Die Förderlehrer, so der GEW-Chef, würden an unterschiedlichen Grundschulen und sogar an unterschiedlichen Schulsystemen arbeiten – zum Beispiel auch an der IGS –, was die pädagogische Arbeit sehr schwierig mache. „Die Förderlehrer sind als Handelsreisende unterwegs und nicht verankert. An den Schulen fehlen die festen Bezugspersonen“, bemängelt Lenz. Nur selten sei ein Schulsozialarbeiter oder ein Förderlehrer vor Ort, wenn er akut gebraucht werde.

Herausforderung, die Lehrer nicht alleine bewältigen können

 „Wir hängen ohnehin gerade auf halber Strecke. Die Verlässliche Grundschule läuft schon nicht gut, der Paradigmenwechsel hängt, und jetzt sollen wir die Inklusion umsetzen“, so Lenz. Die Inklusion sei grundsätzlich schwierig, aber im Bereich emotional-sozial auffälliger Kinder sei sie hoch problematisch in normalen Grundschulklassen. „Es ist eine Herausforderung, die Lehrer und Schulleiter nicht alleine bewältigen können“, so Lenz.

 Der GEW-Kreisvorsitzende will mit den Städten und Gemeinden als Schulträger, dem Landkreis und dem heimischen Landtagsabgeordneten Kontakt aufnehmen und nach Lösungsmöglichkeiten suchen. Auch mit dem Bezirkspersonalrat sollen Gespräche geführt werden. Dieser wiederum soll mit den Behörden in Hannover sprechen. „Es muss etwas passieren, aber kurz- und mittelfristig wird es auch schwierig, Personal einzustellen, denn das ist nicht da. Hier müssen vielleicht die Einstellungsvoraussetzungen verändert werden“, schloss Lenz. la

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