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Aus dem Landkreis Delegierte wollen sich noch nicht festlegen
Schaumburg Landkreis Aus dem Landkreis Delegierte wollen sich noch nicht festlegen
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21:36 05.12.2018
Colette Thiemann (von links), Burkhard Balz, Maik Beermann und Klaus-Dieter Drewes halten alle drei Kandidaten für qualifiziert – ihr Votum könnte letztendlich auf die Favoriten Annegret Kramp-Karrenbauer oder Friedrich Merz fallen. Quelle: Montage: dpa/Harmening
Landkreis

Drewes und Beermann lassen Tendenzen durchblicken, wollen aber die letzten Redebeiträge am Freitag in Hamburg abwarten. „Ich werde mich zwischen Kramp-Karrenbauer und Merz entscheiden“, bekennt der Kreisvorsitzende Drewes. Das entspreche auch dem Stimmungsbild im Schaumburger Kreisverband.

Bei einer groß angelegten Recherche der „Bild am Sonntag“ (Bams) hatten sich von den 1001 Delegierten 272 auf einen Kandidaten festgelegt, 144 bekannten sich zu Friedrich Merz. Nach Drewes’ Meinung könne die CDU zwar auf das ganze Trio stolz sein, dem 38-jährigen Jens Spahn bliebe aber noch genug Zeit, die Partei mitzugestalten.

Beermann würde für Merz stimmen

Maik Beermann tendiert dagegen gerade wegen Alters und persönlicher Beziehung zu Spahn. „Eine Partei mit einem Durchschnittsalter von 60 Jahren sollte froh sein, einen jungen Kandidaten zu haben, der bereit ist, Verantwortung zu übernehmen“, meint der 37-Jährige. Da sich Beermanns Nienburger Kreisverband aber mehrheitlich für Merz ausgesprochen habe, würde er in der abzusehenden Stichwahl zwischen Kramp-Karrenbauer und Merz für den Sauerländer votieren.

Burkhard Balz, der zweite Delegierte aus Schaumburg, gilt ebenfalls Merz zugeneigt, bleibt aber zugeknöpft. „Es ist eine geheime Wahl und dafür gibt es auch gute Gründe.“ Dass sich andere öffentlich festgelegt haben, will der Bundesbankvorstand nicht bewerten. „Das muss jeder für sich entscheiden. Ich habe jedenfalls noch nie vor einer geheimen Wahl gesagt, wie ich abstimmen werde.“ Auch mit Parteifreunden habe sich der Ex-EU-Parlamentarier nicht näher ausgetauscht. „Ich habe schon ein bisschen mehr Erfahrung und kann die Wahl für mich abwägen“, versichert der Stadthäger.

BamS-Recherche "schwachsinnige Aktion"

Auch Colette Thiemann hält mit ihrer Präferenz hinterm Berg, eine Tendenz könne sie für ihren Kreisverband Hannover Stadt nicht ausmachen. „Diskutiert wird eher in der Sache, weniger in der Personalfrage“, sagt die ehemalige Landtagskandidatin.

Kritisch blicken die Christdemokraten auf die Qualität der Bams-Recherche. Eine „so schwachsinnige Aktion“ habe er selten erlebt, wettert Balz. Wenn sich nur 27 Prozent der Befragten zu einem Kandidaten bekennen würden, könne daraus kein Trend abgeleitet werden. Thiemann stört sich vor allem an den Ungenauigkeiten in der Kandidatenauflistung und hält die Geschichte für „grandios schlecht gemacht“. Auch der Tenor der Enthüllung geheimer Delegierter passt ihr nicht. „Als wäre die CDU ein verschworener Club – alle Delegierten wurden auf öffentlichen Versammlungen gewählt.“

Regionalkonferenzen bringen Schwung

Ein positives Resümee ziehen die Politiker dagegen aus den Regionalkonferenzen, auf denen Parteimitglieder direkte Fragen an die Kandidaten richten konnten. „Die haben echten Schwung in die CDU gebracht“, lobt Balz. „Basisdemokratie pur“, wie er sie lange nicht mehr erlebt habe, ist Beermanns Urteil. „Das hat wieder für Parteieintritte gesorgt.“ geb