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Aus dem Landkreis „Demokratie ist anstrengend“
Schaumburg Landkreis Aus dem Landkreis „Demokratie ist anstrengend“
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00:17 10.12.2016
Die Reisegruppe mit dem Kanzleramt im Rücken. Quelle: pr.
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Landkreis/Berlin

Während Hausherrin Angela Merkel beim CDU-Bundesparteitag in Essen sprach, erkundeten die SN-Leser in der Hauptstadt ihre Diensträume. Höhepunkt: ein Blick ins Zentrum der Macht – in den Kabinettssaal, wo jeden Mittwoch die Regierung zu ihrer regulären Sitzung zusammenkommt.

Glück hatte die Gruppe auch am Abend des Anreisetages. Als Studio-Zuschauer in der ausnahmsweise live ausgestrahlten Talk-Sendung „Anne Will“ erlebten die Besucher aus Schaumburg nicht nur eine spannende Debatte über die Zukunft Europas, sondern auch gleich zwei hochrangige Gäste in der Sitzecke der Moderatorin: die deutsche Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen und Österreichs Innenminister Wolfgang Sobotka.

Im Gespräch mit Beermann und Keul

Beeindruckt zeigten sich die Mitglieder der Reisegruppe auch von den Begegnungen mit den beiden heimischen Bundestagsabgeordneten Maik Beermann (CDU) und Katja Keul (Grüne), die beide eigens für den Termin aus dem Wahlkreis nach Berlin gekommen waren. Während Beermann seine Sicht des Parlamentsbetriebs aus der Rolle der Regierung heraus schilderte, skizzierte Keul das Leben als Oppositionspolitikerin. Als solche habe man es schwer, eigene Ideen und Vorstellungen umzusetzen.

So warf die Nienburgerin der Bundestagsmehrheit vor, es versäumt zu haben, rechtzeitig eine Wahlrechtsreform anzustoßen. Nun drohe dem Bundestag nach der Wahl in einem Jahr Platznot. Keul kritisierte auch den allzu sorglosen Umgang mit den tausenden von Lobbyisten, die im Bundestag ein- und ausgingen. „Die müssten eigentlich ein großes Schild vor der Stirn haben, weil man sonst nicht erkennt, wer hier Einfluss nimmt.“ Keuls Fazit: „Demokratie ist anstrengend.“

Am dritten Tag wurde den Lesern eine Führung durch das geschichtsträchtige Haus des Bundesrats geboten. Die Länderkammer führt zumeist ein Schattendasein hinter dem Bundestag – obwohl sie für die Gesetzgebung ebenso wichtig ist.

Fragen über Fragen

Aus dem Nähkästchen plauderten nur wenig später Jan Sternberg und Andreas Niesmann. Beide arbeiten als Korrespondenten im Hauptstadtbüro des Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND), das auch den Schaumburger Nachrichten die überregionale Berichterstattung zuliefert. Welche Parteifreunde sind in Wahrheit verfeindet? Was erzählen Minister in den sogenannten Hintergrundgesprächen? Schreibt die Zeitung immer alles was, sie weiß? Lauter Fragen, über die Sternberg, Niesmann und der aus Schaumburg nachgereiste SN-Chefredakteur Marc Fügmann mit den Lesern diskutierten.

Um viele Eindrücke reicher und mit neuen Erkenntnissen kehrte die Gruppe nach drei kurzweiligen, spannenden Tagen ins heimatliche Schaumburg zurück. mf

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