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Den Ausstieg als Einstieg nutzen

Landkreis / Lehrer-Ouereinstieg Den Ausstieg als Einstieg nutzen

„Zum Abschied haben mir meine Kollegen damals eine Schultüte geschenkt.“ Thoralf Ahle, seit zehn Jahren Lehrer an den Berufsbildenen Schulen (BBS) in Stadthagen, blickt mit einem Schmunzeln auf seinen letzten Arbeitstag in seiner damaligen Firma zurückg.

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Thoralf Ahle erklärt zwei Schülerinnen eine Mathematik-Aufgabe. Eigentlich ist er Elektroingenieur. © par

Landkreis (par). Der studierte Elektroingenieur ist nicht der einzige Quereinsteiger, der den Schritt in den Schuldienst gewagt hat. „Es hat zwischen 1998 und 2002 einen regelrechten Boom an Quereinsteigern gegeben. Bei einigen Fächern herrschte damals ein akuter Mangel an Lehrkräften. Aus diesem Grund konnten wir vielen Berufstätigen den Weg in den Schuldienst möglich machen“, erklärte Jürgen Steltner, Leiter der BBS. Die große Welle ist seiner Ansicht nach aber vorbei.

Alle Lehrer-Nachzügler müssen parallel zu ihrem Schuleinststieg eine dreijährige pädagogische Ausbildungsphase absolvieren, die mit einer Abschlussprüfung endet. „Das ist im Grunde ein kleines Referendariat. Wer am Ende die Prüfung nicht besteht, der darf nicht unterrichten. Das ist das Risiko“, so Steltner, der die Anzahl der an den BBS in Stadthagen als Quereinsteiger tätigen Lehrer als gering beziffert. Von den rund 130 Lehrkräften seien lediglich 15 keine studierten Pädagogen.

Diese seien alle in den Bereichen der Naturwissenschaften, der Informatik oder der Technik beheimatet. „Dort herrscht ja der Mangel an Lehrkräften. Das ist ja auch noch durchaus heute so“, sagte Steltner und fügte an, dass Quereinsteiger durchaus einen frischen Wind in die Schulen brächten. „Von ihrer beruflichen Erfahrung und den Kontakten können wir profitieren.“

Thoralf Ahle, heute Lehrer für Informationstechnik und Mathematik, hat den Schritt in den Schuldienst nicht bereut. „Ich bin zufrieden. Damals hat es mich fasziniert, dass hier ein Leistungskurs Elektrotechnik angeboten wurde. Wenn ich so was schon nicht selbst belegen konnte, wollte ich so einen Kurs zumindest unterrichten“, gab der 46-jährige Bückeburger als Grund dafür an, warum er vor zehn Jahren seinen Job als Elektroingenieur in der Entwicklung an den Nagel gehängt hat.

„Der Anteil der Quereinsteiger in berufsbildenden Schulen ist weitaus höher als in allgemeinbildenden Einrichtungen“, erklärte Christian Zachlod, Sprecher der Landesschulbehörde Niedersachsen. Eine konkrete Zahl für den Landkreis Schaumburg lasse sich seinen Angaben zufolge kurzfristig nicht ermitteln.

„Insgesamt waren Anfang August vergangenen Jahres in Niedersachsen 66 Seiteneinsteiger als Lehrer in einer allgemeinbildenden Schule tätig“, ergänzte er.
In den großen Städten herrsche kein Mangel an studierten Pädagogen – auf dem Land sei die Situation teilweise anders. „Hier wird es auch zukünftig für einige Fächer externe Einstellungen geben“, sagte Zachold.

Berufsbildende Schulen seien hingegen eigenverantwortlich für sich und könnten als Kompetenzzentren über ihr Budget flexibler entscheiden.

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