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Aus dem Landkreis Der Strompreis macht es spannend
Schaumburg Landkreis Aus dem Landkreis Der Strompreis macht es spannend
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06:16 01.11.2012
Mit LED-Beleuchtung wie hier in der Stadthäger Kreissporthalle versucht der Landkreis, der Stromkosten Herr zu werden.  Quelle: rg
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Landkreis (jcp). Sogenannte Spannungsstabilisatoren regeln bereits jetzt die Stromzufuhr im Hallenbad in Bad Nenndorf sowie in den Berufsschulen in Rinteln und Stadthagen. Anlagen im Wilhelm-Busch-Gymnasium und der IGS in Stadthagen stünden kurz vor der Inbetriebnahme.

Die Stabilisatoren setzen die Spannung des Stroms konstant auf 215 Volt fest, bevor er vom Versorger in die Netze der Gebäude eingespeist wird – dadurch wird es günstiger. Eine Anlage kostet laut Klebe rund 30 000 Euro, amortisiert habe sie sich in zirka fünf Jahren. Für 2013 ist eine Installation im Gymnasium Adolfinum in Bückeburg geplant. „Wir müssten mehr machen“, kommentiert Klebe diese Stück-für-Stück-Taktik. „Aber natürlich kommt es auch darauf an, was der Haushalt hergibt.“

Ein weiterer Teil der Bemühungen sei die Beleuchtung. Besonders „lohnten“ sich Sporthallen. „Wenn dort jemand das Licht anlässt, wirkt sich das sehr viel stärker aus als zum Beispiel bei einem Klassenraum“, erklärt Klebe. Außerdem brennen in den Hallen Birnen mit enormer Leistung, da sie viel Fläche von einer hohen Decke aus beleuchten müssen. Als Beispiel wäre hier etwa der Austausch von Quecksilberdampflampen gegen LED-Leuchten in der Kreissporthalle in Stadthagen zu nennen. „Das hat etwa 60 000 Euro gekostet“, weiß Klebe. „Aber es bringt etwa zwei Drittel Energieeinsparung.“

Im kürzlich vorgestellten Energiebericht des Landkreises heißt es zudem, dass „insbesondere beim Stromverbrauch ein Hauptaugenmerk auf das Nutzerverhalten gelegt werden muss“. Klebe nennt als Beispiel den Energiesparwettbewerb 2008. Schüler hatten damals als „Energiescouts“ auf das Verhalten in den Klassen geachtet. „Auch das hat zehn bis 15 Prozent eingespart“, sagt Klebe. Kein Tropfen auf den heißen Stein also. Die Wirkung sei allerdings inzwischen nahezu „verpufft“. „Solche Aktionen sollten regelmäßig wiederholt werden“, sagt Klebe.

Außerdem sei es möglich, über Photovoltaikanlagen auf Schuldächern wie in Helpsen, Rodenberg und Bad Nenndorf unabhängig vom Preis der „großen“ Anbieter zu werden. „Auch Biogas ist eine Möglichkeit“, erklärt Klebe. Um die Finanzierung zu gewährleisten, sei eine Kommune in diesem Punkt aber abhängig von der Entwicklung der Förderlandschaft für die Erneuerbaren Energien.

Grundsätzlich gelte: Umfangreiche Stromsparmaßnahmen seien bei der ersten Anschaffung oft deutlich teurer als Sanierungsarbeiten unter wärmeenergetischen Gesichtspunkten. Dafür zahlten sie sich allerdings vergleichsweise schnell wieder aus. Bis zur Abgeltung einer Fassadendämmung könnten durchaus 30 bis 40 Jahre ins Land ziehen, so Klebe.

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