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Der Zuchtmeister der SPD

Heiner Bartling Der Zuchtmeister der SPD

„Persönliche Vorbilder haben mich in die SPD geführt“, erzählt Heiner Bartling. „Ich wollte außerdem nicht, dass über meinen Kopf hinweg entschieden wird.“ Im Frühjahr 1972 trat er als 26-Jähriger in die Partei ein, „noch vor der großen Euphorie für Willy Brandt im Vorfeld der Bundestagswahl“. In den folgenden Jahrzehnten hat er die Politik in Steinbergen, Schaumburg und Niedersachsen maßgeblich mitgestaltet.

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Die Politik verfolgt Heiner Bartling heute vor allem als aufmerksamer Zeitungsleser.

Quelle: bes

Landkreis. Zwei Jahre nach seinem Eintritt in die SPD wurde er Mitglied des Ortsrates, seit 1981 vertritt er die Sozialdemokraten im Rintelner Stadtrat. Zudem war er zwei Jahrzehnte Chef der Schaumburger SPD. Die landespolitische Bühne bestieg Bartling 1986. „Die beiden Wahlkreise in Schaumburg waren bei der vorherigen Wahl von der CDU errungen worden. Alfred Reckmann und ich haben sie dann für die SPD zurückgewonnen“, erinnert sich der 68-Jährige.

Bereits in seiner ersten Legislaturperiode verdiente er sich seine Meriten in der Innenpolitik. „Ich bin gleich in den Innenausschuss gekommen, auch weil sich die Sozialdemokraten nicht dahin drängten.“ Da er jedoch bereits über einige Erfahrung in der Kommunalpolitik verfügte, entsandten ihn die Parteioberen in den Ausschuss, gemeinsam mit aufstrebenden Politikern wie Gerhard Glogowski und Horst Milde. „Dort konnten wir dann auf uns aufmerksam machen.“

Auch in den Untersuchungsausschüssen zu Verfehlungen des Verfassungsschutzes im Zusammenhang mit dem „Celler Loch“ sowie zur Spielbank-Affäre sammelte Bartling wichtige Erfahrungen. „1990 wurde ich innenpolitischer Sprecher und 1994 Parlamentarischer Geschäftsführer. Da wir damals nur eine Ein-Stimmen-Mehrheit hatten, war meine Aufgabe als ,Zuchtmeister‘ der Fraktion nicht immer einfach.“

Höhepunkt seiner politischen Karriere war seine Ernennung zum Innenminister im Herbst 1998. In diese Zeit fallen auch einige der prägendsten Ereignisse seiner Laufbahn wie die Expo 2000, die Castortransporte und die Anschläge vom 11. September 2001. Die unterschiedlichen Herausforderungen haben diese Jahre für ihn zu einer „hochinteressanten Zeit“ gemacht.

2013 schied Bartling schließlich aus dem Landtag aus, nachdem er sein Direktmandat an den CDU-Kandidaten Otto Deppmeyer verloren hatte. „Ich habe als Abgeordneter alles erlebt, was möglich war“, blickt Bartling zurück. „Ich habe auf der Oppositionsbank begonnen, war dann Mitglied der Regierungsfraktion, schließlich in verantwortlicher Position und Minister und am Ende wieder in der Opposition.“

Als er 1986 in den Landtag einzog, habe er gedacht, dass er dort eher den rationalen Diskurs erleben werde als in den Räten in Rinteln und Steinbergen. „Von den Themen her ist so etwas möglich, in den Debatten habe ich das jedoch nicht immer erlebt“, bekennt der 68-Jährige freimütig. Zudem zeichne sich die Kommunalpolitik dadurch aus, dass sie näher an den Menschen sei und diese unmittelbar betreffe.

Daher sei es wichtig, dass die Ortsräte erhalten bleiben. Sein Amt als Ortsbürgermeister sieht er zugleich als eine Art Transmissionsriemen an, durch den Themen an den Stadtrat herangetragen werden. „Ich halte den Posten für notwendig. Wenn wir keinen Ortsbürgermeister mehr hätten, wäre es ein großer Verlust.“

Engagiert hat sich Bartling jedoch auch jenseits der großen und kleinen Politik seit vielen Jahren. So ist er nicht nur Präsident der Landesverkehrswacht und im Vorstand des Landesverbandes des Bundes Deutscher Kriegsgräberfürsorge. Seit 2004 ist der Steinberger auch Präsident des Niedersächsischen Turnerbundes. „Mir reichen die ehrenamtlichen Tätigkeiten, sie machen Spaß“, sagt Bartling. Eine Rückkehr in die große Politik sei für ihn daher nie infrage gekommen. Schließlich müsse sich die nachfolgende Generation ,auch freischwimmen können‘.

Als Ratsherr in Rinteln, Ortsbürgermeister von Steinbergen und niedersächsischer Innenminister hat Heiner Bartling die politischen Geschicke auf vielen Ebenen bestimmt. bes

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