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Der letzte Schuss

Weniger registrierte Waffen in Schaumburg Der letzte Schuss

In Schaumburg hat es 2014 deutlich weniger Waffen und Waffenbesitzer gegeben als noch ein Jahr zuvor.

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Mit sogenannten Flobert-Gewehren wurde früher auf Ratten geschossen. Heute geben Erben sie zur Verschrottung beim Ordnungsamt ab.

Quelle: jcp

Landkreis (jcp). Meistens handelt es sich bei den registrierten Schießprügeln um Gewehre in Besitz von Jägern und Sportschützen – aber auch das eine oder andere Erbstück ist dabei. Zahlen speziell für Waffen und Waffenbesitzer speziell für Stadthagen gibt es nicht. Das Programm der zuständigen Kreisverwaltung erfasst die Orte nicht gesondert.

 Wer eine Schusswaffe durch einen Todesfall erbt, muss das dem Ordnungsamt des Landkreises melden, weiß Florian Schmeelk aus dem Bereich Waffenwesen. Ein juristisch so betiteltes „Bedürfnis“, wie etwa Jäger es geltend machen, hat der Erbe durch bloßen Besitz der Waffe zwar nicht. Er darf sie aber behalten, nachdem ein Büchsenmacher sie im Auftrag des Ordnungsamtes blockiert hat. Dafür wird ein Mechanismus installiert, der das Abschießen verhindert. Nur der Büchsenmacher kann das wieder rückgängig machen.

 Danach muss die Waffe in den Waffenschrank. Soll sie stattdessen zur Dekoration an die Wand, muss sie komplett funktionsuntüchtig gemacht werden. Dann greift der Büchsenmacher zum Bohrer.

 Oft werden solche Waffen aber auch überhaupt nicht mehr gewünscht. Regelmäßig nimmt Schmeelk sogenannte Flobert-Gewehre zur Verschrottung entgegen. Es handelt sich um relativ schnörkellos gestaltete Vorläufer späterer Sportschusswaffen – also nichts, was sich gut an der Wand macht. „Die gab es früher auf fast jedem Hof, um Ratten abzuschießen“, sagt Schmeelk. Die Höfe werden weniger oder sind seit Jahrzehnten nicht mehr in Betrieb, und genau so lange liegen diese Gewehre dort rum, bis sie zum Beispiel auf dem Dachboden entdeckt werden und der Finder sie beim Ordnungsamt abgibt.

 2014 gingen etwa 300 Schaumburger Waffen zur Vernichtung an die Firma Geka (Gesellschaft zur Entsorgung von chemischen Kampfstoffen und Rüstungsaltlasten mbH) in Munster. Geka untersteht dem Bundesverteidigungsministerium und ist unter anderem auch an der Entsorgung des syrischen Chemiewaffenarsenals beteiligt.

 11941 registrierte Waffen gab es im Landkreis Schaumburg im vergangenen Jahr. 2013 waren es noch 12381 gewesen. Die aktuell knapp 12000 Waffen verteilen sich auf etwa 3200 Besitzer. Erklärung: Vor allem Jäger verfügen normalerweise über mehr als nur eine Flinte. Wie in so vielen anderen Bereichen auch werden sie allerdings weniger. Die Alten hören auf, zu wenige Junge kommen hinzu. So erklärt Schmeelk den Rückgang um rund 250 Personen bei den Waffenbesitzern zwischen 2013 und 2014. Die registrierten Waffen selbst werden somit ebenfalls weniger. „Da haben welche aufgehört oder sind verstorben, und dann wurden die Waffen verschrottet“, vermutet Schmeelk.

 Kontakt Florian Schmeelk: Telefon (05721) 703153; E-Mail: waffenwesen.32@landkreis-schaumburg.de

Illegalität

Illegaler Waffenbesitz zieht ein Strafverfahren nach sich. Wer eine illegale Waffe zur Verschrottung abgibt, hat aber normalerweise keine Konsequenzen zu befürchten. „Sonst meldet sich irgendwann niemand mehr“, erklärt Florian Schmeelk von der Kreisverwaltung. „Und wir wollen ja, dass diese Waffen aus dem Verkehr gezogen werden.“  jcp

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