Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / 1 ° Schneeregen

Navigation:
Der stille Jubler

Beermanns Triumph Der stille Jubler

Mit Tränen in den Augen stand Maik Beermann am Sonntagabend vor seinem Wahlkampfteam, Freunden und Familie. Immer noch nicht realisierend, dass er soeben den Wahlkreis Nienburg-Schaumburg das erste Mal seit 27 Jahren als Christdemokrat direkt gewonnen hat. Die SN haben mit Beermann  einen Tag nach seinem Wahlsieg gesprochen.

Voriger Artikel
So hat Schaumburg gewählt
Nächster Artikel
SN-Leser fragen Stephan Weil

Die Parteifreunde toben am Wahlabend, doch einer hält sich zurück. Maik Beermann ist nicht der Typ für große Jubelschreie.

Quelle: TRO

LANDKREIS. Tag eins nach dem erfolgreichen Abschneiden der Bundestagswahl: Wie fühlen Sie sich? Natürlich ist es immer noch ein überragendes Gefühl. Nach 27 Jahren bin ich der erste Direktkandidat für Schaumburg in Berlin. Wir freuen uns alle sehr. Wir, das sind meine Familie, Freunde und Unterstützer, die wohlgemerkt nicht alle in der Partei sind. Darauf bin ich natürlich stolz.

Sie haben sich gestern auf Ihrer Wahlparty lange doch sehr zurückgehalten mit dem Jubeln – wieso? Naja, ich bin der Meinung, dass man erst jubeln sollte, wenn das Ergebnis in trockenen Tüchern ist. Ich brauche da immer etwas mehr Zeit. Wenn es nach mir gegangen wäre, hätte ich am liebsten bis zur Auszählung des letzten Briefwahlbezirkes gewartet. Allerdings war schon vorher bei meinen Gästen Jubel ausgebrochen. Da konnte selbst ich mich nicht mehr gegen wehren. Außerdem bin ich der Meinung, dass es auch etwas mit dem Respekt meinen Mit-Kandidaten gegenüber zu tun hat, nicht in Jubelschreie auszubrechen. Denn: Wenn sich einer freut, gibt es auch immer einen, der sich eben nicht freut. Das sollte man immer im Hinterkopf behalten.

Wie hat Ihre Ehefrau Sonja auf Ihr Abschneiden reagiert? Ich habe sie via WhatsApp informiert. Sie war zu Hause und hat auf unsere Kinder aufgepasst. Um 21.30 Uhr kam sie dann auf die Wahlparty. Natürlich haben wir uns erst einmal umarmt und sie hat mir ein, zwei nette Worte gesagt. Und selbstverständlich freut sich meine Ehefrau nach acht Wochen knackiger Wahlkampfzeit, dass sich unser Familienleben wieder mehr normalisiert.

Gab es schon prominente Gratulanten? Landrat Jörg Farr hat mir per SMS gratuliert. Außerdem hat mir der CDU-Generalsekretär Peter Tauber seine Glückwünsche zukommen lassen. Ebenfalls unsere Vize-Fraktionsvorsitzende Nadine Schön.

Haben Sie bereits Kontakt mit Mit-Kandidaten gehabt? Marja-Liisa Völlers hat mich am Wahlabend noch angerufen, mir gratuliert und viel Erfolg für die nächsten vier Jahre gewünscht. Ich habe ihr in dem Gespräch gesagt, dass ich für sie die Daumen drücke. Schade, dass es für sie nicht geklappt hat. Drei Kandidaten im Bundestag wären für Schaumburg eine starke Truppe gewesen. Aber es hat nicht sollen sein. Katja Keul und Daniel Winter haben mir übrigens auch noch gratuliert.

Nennen Sie ein Ziel, das Sie innerhalb der Legislaturperiode durchgesetzt haben wollen. Was mir persönlich am Herzen liegt, ist das Thema Innere Sicherheit. Das habe ich auch während des Wahlkampfes immer betont. Dieses Thema darf nicht nur die AfD besetzen, um Stimmung zu machen. Die Polizei muss aufgestockt werden mit Personal. Das Thema Einbruchssicherheit brennt den Bürgern besonders unter den Nägeln. Bei meinen Haustür-Besuchen habe ich eine Frau kennengelernt, bei der bereits drei Mal eingebrochen wurde. Das darf so nicht passieren.

Wie sehen die kommenden Wochen aus? Bereits am Abend nach der Wahl muss ich nach Berlin. Am Dienstag, also heute, wenn der Artikel erscheint, haben wir Fraktionssitzung. Danach muss ich noch ein, zwei Dinge vor Ort klären. Dann geht es auch schon wieder zurück nach Hause, denn die Vorbereitungen für die Landtagswahl stehen an. Das wird noch mal knackig. Urlaub steht erst einmal nicht an. Den hätte ich gemacht, wenn ich es nicht erneut in den Bundestag geschafft hätte.

Welche Chancen sehen Sie für Parteikollegin Colette Thiemann, es Ihnen nachzutun und den Wahlkreis für die Landtagswahl als Novizin direkt zu holen? Das ist genauso eine große Herausforderung wie bei mir. Aber Colette Thiemann besetzt die Themen für Schaumburg mit großer Professionalität, tritt gut auf und ist fachlich top. Ich für meinen Teil bin sehr optimistisch.

Interview: Verena Insinger

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

Online suchen, Angebot finden, einkaufen gehen: Das steckt in Kurzform hinter „Kauf hier – lokal & digital“. Eine Auswahl aktueller und preislich besonders attraktiver Produkte finden Interessierte stets auf unserer Homepage... mehr

Eine gute Tradition findet regelmäßig ihre Fortsetzung – die „Aktion Weihnachtshilfe“. In der Vorweihnachtszeit rufen die Schaumburger Nachrichten unter dem Motto „Schaumburger helfen Schaumburgern“ jedes Jahr zu Spenden für bedürftige Menschen im Landkreis auf. mehr

Schaumburg