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Die Gefahr aus der Dunkelheit

Landkreis / Wildunfälle Die Gefahr aus der Dunkelheit

Ein Schatten huscht über den Graben, in der Dämmerung ist die kompakte Gestalt nur schemenhaft unter dem großen Baum zu erkennen, mit einer schnellen Bewegung setzt das Wildschwein zum Sprint über die Straße an, doch zu spät. Mit einem lauten Knall wird der massige Körper von einem herannahenden Auto erfasst und durch die Luft geschleudert.

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Landkreis. Um die Gefahr solcher Unfälle, die bisweilen nicht nur für das Tier einen tödlichen Ausgang nehmen, zu minimieren, gibt es nach Angaben der Polizei Stadthagen mehrere Vorsichtsmaßnahmen. „Langsam fahren, insbesondere in der Dämmerung, ist nur ein Tipp“, sagt eine Sprecherin des Kommissariats in der Kreisstadt. Da Wild oftmals morgens und abends weite Strecken zurücklegt und Fahrbahnen quert, rät die Expertin auch dazu, immer wieder mal zu prüfen, ob die Scheinwerfer am Fahrzeug funktionieren. Der Einsatz von Erntemaschinen in der Nähe von Straßen sollte die Verkehrsteilnehmer ebenfalls zum Anlass nehmen, ihre Aufmerksamkeit zu erhöhen.

 „Droht trotz dieser Vorsichtsmaßnahmen eine Kollision mit einem Reh oder Wildschwein, sollen Autofahrer ihr Lenkrad festhalten und die Spur halten“, führt die Polizeisprecherin weiter aus. Schließlich sei es wichtig, nicht in den Gegenverkehr zu geraten, zumal es bei solchen Ausweichmanövern bereits mehrfach zu schweren Unfällen gekommen ist.

 „Nachdem der Unfallplatz für den nachfolgenden Verkehr gesichert ist, sofort die Polizei rufen“, ergänzt Achim Palm, Sprecher der Jägerschaft Schaumburg. Schon bei dem Anruf sei es wichtig, den Beamten zu melden, ob das angefahrene Wild tot, verletzt oder geflohen ist. Die Ordnungshüter geben die Information an den zuständigen Jagdpächter weiter, der sich daraufhin ebenfalls auf den Weg zur Unfallstelle macht.

 Ist das verletzte Tier noch in der Nähe, nimmt der Jäger Palm zufolge das vierbeinige Opfer in Augenschein. Ist das verletzte Reh oder Wildschwein oder der kollidierte Fuchs jedoch geflüchtet, nimmt der zuständige Jagdpächter die Verfolgung auf. „In den meisten Fällen ist das Wild derart verletzt, dass der Jäger das Tier von seinem Leiden erlöst“, begründet Palm das Vorgehen.

 Falls der Revierbeauftragte verspätet oder verhindert ist, übernehmen die Polizisten bisweilen diese Aufgabe. „Keinesfalls darf aber der Verunfallte das Tier anfassen, mitnehmen oder gar töten, denn das wäre Wilderei“, macht der Sprecher der Jägerschaft deutlich.

 Während der Jäger seiner Arbeit nachgeht, nehmen die Ordnungshüter den Unfall auf und stellen anschließend eine Bescheinigung für die Versicherung aus. „Ohne dieses Schreiben übernimmt keine Versicherung den Schaden, und man bleibt auf den Kosten sitzen.“ Der Stadthäger Polizeisprecherin zufolge stellen allerdings unter Umständen auch die Revierbeauftragten solche Bescheinigungen aus.

 Die Experten von Polizei und Jägerschaft sowie aus der Landwirtschaft rechnen für die kommenden Wochen mit einer erhöhten Gefahr für Wildunfälle. „Im September wird in der Regel der Mais geerntet“, sagt Friedhelm Stock vom Landvolk-Kreisverband Weserbergland. Die Tiere verlieren dadurch nicht nur Futtermöglichkeiten, auch die Deckung verschwindet dann. Dies treffe insbesondere auf Wildschweine zu, so Stock.

 Doch was passiert eigentlich mit dem geschossenen Wild? „Das liegt in der Hand des Jägers.“ Entweder er nimmt es für den Eigenverzehr mit nach Hause oder er legt es im Wald aus, als ob es normal gestorben wäre, erklärt Palm. js, bes

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