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Die Letzten ihrer Art

Bald nur noch 500 Bauernhöfe im Landkreis Die Letzten ihrer Art

Seit Jahrhunderten hat die Landwirtschaft einen großen Einfluss auf die Menschen in Schaumburg: Sie ist Arbeitgeber, prägt die Strukturen in den Dörfern und die Natur. Allerdings geht die Zahl der Höfe seit Generationen zurück. Mittlerweile gibt es weniger als 300 landwirtschaftliche Betriebe im Landkreis, die im Vollerwerb bewirtschaftet werden.

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Im Landkreis gibt es immer weniger Landwirte. Die Verbliebenen bewirtschaften indessen immer größere Betriebe.

Quelle: pr.

Landkreis (bes). Die Gesamtzahl der Höfe wird nach Angaben von Kreislandwirt Cord Lattwesen in absehbarer unter die Marke von 500 sinken. Dazu zählen nicht nur die Arbeitsstätten der Bauern im Vollerwerb, sondern auch jene, bei denen Bauern im Neben- oder Zuerwerb tätig sind..
„Diese Entwicklung ist dem Strukturwandel geschuldet“, erklärt Lattwesen. Dazu gehöre auch, dass der freie Markt immer weiter vordringe. So ist nicht nur im April die Milchquote nach mehr als 30 Jahren von der Europäischen Union aufgegeben worden, „2017 wird auch der Zuckermarkt vollkommen in die freie Marktwirtschaft überführt“.
In den fünfziger Jahren gab es in Schaumburg dem Landvolk zufolge noch mehr als 3000 Höfe. Zwar sind schon damals nicht alle Stellen im Vollerwerb bewirtschaftet worden, der überwiegende Teil der Landwirte bestritt seinen Lebensunterhalt jedoch als Bauern. In den sieben Jahrzehnten zwischen 1945 und 2015 ist die Zahl der Höfe damit auf ein Zehntel zurückgegangen. Auch hinsichtlich des Anteils der Landwirtschaft bei den Beschäftigten gab es für diesen Zeitraum einen Rückgang zu verzeichnen.
 Der ökonomische Druck ist allerdings nur ein Faktor im Strukturwandel. Damit einher geht oft auch die vergebliche Suche nach einem Nachfolger für den landwirtschaftlichen Betrieb, da vielen Landwirtskindern ein Einstieg in den elterlichen Betrieb als unsicher erscheint. Zu allem Überfluss werden Lattwesen zufolge die Landwirte oft als Tierquäler und Umweltverschmutzer gebrandmarkt. „Oft lässt sich unter solchen Bedingungen der Hof nicht übergeben.“ Dieser Umstand gelte auch für die großen Betriebe. „Viele meiner Kollegen denken sich: Ich mache noch weiter bis zur Rente.“
Um ein weiteres Höfesterben in Schaumburg wie in Deutschland zu verhindern, sei ein Bewusstseinswandel bei den Verbrauchern als ein Faktor wichtig, so Lattwesen. „Bei aller vermeintlichen Zustimmung für regionale Produkte regelt in vielen Fällen der Preis an der Ladentheke die Kaufentscheidung.“
Zwar ist die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe in den vergangenen Jahren zurückgegangen, die Größe der Höfe hat jedoch zugenommen. Und so sind in Schaumburg rund 60 Prozent der bäuerlich genutzten Fläche gepachtet, lediglich 40 Prozent sind Eigentum der Landwirte.

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