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Die Lichter brennen noch

Adolf Bartels sitzt in bewegten Zeiten am Ruder Die Lichter brennen noch

Stadtsanierung war ein Thema der Amtszeit von Adolf Bartels, Obernkirchner Bürgermeister von 1984 bis 2001, ein weiteres die klamme Haushaltslage der Bergstadt.

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In den 1980-er Jahren wird der Umbau der Sparkasse gefeiert: Adolf Bartels sitzt auf dem Dukaten-Esel, der leider nur ein Märchen bleibt. 

Quelle: pr.

Landkreis. Die Zeiten, als das Unternehmen Heye Millionen an Gewerbesteuer in die Stadtkasse spülte, endeten. Als schließlich der Stadtrat erwog, im Rahmen eines Sparprogramms die nächtliche Beleuchtung der Stadt arg zu reduzieren, las der Bürgermeister in den Schaumburger Nachrichten: „In Obernkirchen gehen die Lichter aus.“

An die Schlagzeile erinnert sich Adolf Bartels jedoch nicht mit Groll, eher mit Humor. Kritische und Positionen gegenüberstellende Berichterstattung schätzt er. Die SN schlägt der gebürtige Obernkirchner auch heute jeden Morgen auf, beginnt mittendrin auf der Bückeburg-Seite, der die Berichterstattung über Oberkirchen folgt. Der überregionale Zeitungsteil kann warten. Viele Nachrichten daraus hat Bartels schon am Vorabend aus den Fernsehen erfahren.

Die Bergstadt mit ihrer einstmals großen Arbeiterschaft in der Glas- und Anlagenfabrik Heye, heute Ardagh, hat Bartels früh geprägt. Bei Heye lernte er Maschinenschlosser. Wie in der Fabrik üblich, trat er sofort in die Gewerkschaft ein, ein paar Jahre später in die SPD. Den Ortsverein der Partei hatte 1905 Großvater Fritz Bartels gegründet. Beruflich ging Adolf Bartels Weg nicht im Handwerk sondern in der Gewerkschaft IG Chemie, Papier, Keramik weiter. Der Obernkirchner wurde schließlich Landesbezirksleiter für mehrere Bundesländer.

Die Freizeit des Familienvaters gehörte der Politik, in der der heutige Ehrenbürgermeister und Bundesverdienstkreuzträger 38 Jahre tätig war. Der Aufgaben waren viele: Der Gebietsreform 1974, in der Obernkirchens Einwohnerzahl von 4000 auf 10000 wuchs, folgte 1980 die Auseinandersetzung um einen Golfplatz, der im Liethbachtal entstehen sollte. Gegner lehnten „die Spielwiese der Kapitalisten“ ab, Naturfreunde flüchteten um den freien Zugang zum Tal.

Selbst in der SPD habe es zwei Lager gegeben, erinnert Adolf Bartels. Schließlich genehmigte der Stadtrat den Golfplatz, der heute nicht mehr wegzudenken ist. Ebenso haben Maßnahmen der Städtebauförderung das Stadtbild dauerhaft verändert. Es gab Gelder, um marode historische Häuser in der Stadt zu sanieren. Außerdem sei es gelungen, die Maschinenfabrik Bornemann aus der Innenstadt nach Gelldorf auszulagern. Dazu standen Mittel aus einem weiteren Fördertopf zur Verfügung. Bartels: „Das war eine segensreiche Sache.“

Als weiteres Problem entwickelte sich das Freibad, das von der Stadt nicht mehr voll unterhalten werden konnte. Hilfe kam von den Bürgern: Es bildete sich ein Förderverein, der bis heute erfolgreich arbeitet. Dass die Stadt in finanzielle Bedrängnis geraten sei, sei schlimm, habe andererseits jedoch zu vielfältigem und dauerhaftem ehrenamtlichen Engagement geführt.

Und das habe für Obernkirchen „Positives bewirkt“. Unter anderem die Stadtbücherei und das Berg- und Stadtmuseum entstanden sowie die Info-Galerie – und 1986 der gemeinnützige Verein „Kulturfenster“. Der Kulturverein regte Großes an: Zunächst unter dessen Federführung, später organisiert vom Verein „Internationales Obernkirchner Bildhauersymposion“, treffen sich alle drei Jahre Bildhauer aus aller Welt auf dem Kirchplatz.

Hier schaffen die Künstler Skulpturen aus Obernkirchner Sandstein und lassen sich der Arbeit über die Schulter schauen. Adolf Bartels freut sich auf das zehnte Symposion, das in diesem Jahr vom 24. August bis zum 6. September stattfindet. Bartels: „Publikumslieblinge unter den Künstlern aus den vergangenen Jahrzehnten werden dabei sein.“ sk

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