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Die Masche mit den Münzstaubsaugern

Ganoven vor Gericht Die Masche mit den Münzstaubsaugern

Sie müssen für die Tankstellenbetreiber im südlichen Weserraum eine Heimsuchung gewesen sein. Vier Männer und eine Frau sind jetzt vom Landgericht Detmold verurteilt worden, weil sie rund 400 Münzstaubsauger an Tankstellen und Autowaschanlagen aufgebrochen haben.

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Das Landgericht Detmold hat vier Automatenknacker verurteilt. Symbolbild

Landkreis/Detmold. Das Quintett aus Minden soll sich durch seine Automatenknacker-Tätigkeit aus Sicht der Staatsanwaltschaft eine auf Dauer angelegte, erhebliche Einnahmequelle zur Finanzierung seines Lebensunterhalts verschafft haben und wurde demzufolge des schweren Bandendiebstahls angeklagt.

Von Februar bis November vergangenen Jahres waren die Angeklagten in wechselnder Besetzung von ihrem Standort Minden aus zu den Beutezügen aufgebrochen. Gleich mehrfach grasten sie die Landkreise Schaumburg und Hameln-Pyrmont ab – Bückeburg, Auetal, Stadthagen, Lüdersfeld, Aerzen, Hameln, Salzhemmendorf und andere Orte waren ihre Ziele.

Sie fuhren die Weser abwärts bis nach Holzminden. Sie schlugen in Bünde, Löhne und Bad Oeynhausen zu, im gesamten Kreis Lippe, in mehreren Städten im Landkreis Vechta und am östlichen Rande des Ruhrgebiets. Auch Tankstellen und Waschanlagen in Osnabrück und Melle, Burgdorf, Celle und Hambühren suchten sie heim, sogar bis Bocholt und Borken führte eine Fahrt. Mit im Gepäck waren stets ein schwerer Schraubendreher und ein Bolzenschneider, die zum Aufbrechen der Münzstaubsauger dienten.

In der Regel lag die Beute zwischen unter 100 und 300 Euro, gelegentlich darüber. Am Dümmer waren es einmal 1250 Euro. Aber nicht immer lohnte sich die ganze Fahrerei: Im August erbeuteten sie bei einer Tour in Bückeburg, Stadthagen und Lüdersfeld insgesamt 15 Euro, sieben aufgebrochene Automaten in Celle und Umgebung brachten im Oktober 82 Euro ein. Am 3. November schnappte die Polizei zwei der Männer in Gütersloh auf frischer Tat an einer Tankstelle – bis dahin hatten sie bei fünf Aufbrüchen in Bielefeld schlappe zehn Euro zusammengerafft.

Als Haupttäter hatte sich ein 33-Jähriger hervorgetan: Er war an insgesamt fast 170 Taten beteiligt, während seine Mittäter – sein gleichaltriger Schwager und ein 30 Jahre alter Bekannter – mal mitmachten, mal alleine losfuhren, um Beute zu machen. Die 30-jährige Lebensgefährtin des Bekannten sowie ein 57-Jähriger fungierten in mehreren Fällen als Fahrer des Tatfahrzeugs und standen Schmiere.

Alle fünf Angeklagten zeigten sich geständig, nachdem es zwischen der Großen Strafkammer des Landgerichts, der Staatsanwaltschaft und der Verteidigung zu einer Verständigung über das zu erwartende Strafmaß gekommen war. Geldsorgen gaben sie als Grund für ihre diebischen Aktivitäten an. Das Gericht ließ den Vorwurf des Bandendiebstahls fallen, weil die Fünf nie zusammen, sondern überwiegend nur zu zweit und in unterschiedlichen Konstellationen agiert hatten.

Der Hauptangeklagte bekam wegen Diebstahls eine Haftstrafe von 28 Monaten, drei Mittäter jeweils Bewährungsstrafen. Der 57-Jährige muss für Beihilfe in vier Fällen eine Geldstrafe von 250 Euro zahlen. Ulrich Pfaff

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