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„Die Medienkritik ist bedenklich“

50 Jahre Aktuelle Stunde „Die Medienkritik ist bedenklich“

Seit 50 Jahren gibt es die Aktuelle Stunde des Bundestages. Das Interesse an den im Fernsehen übetragenen Parlamentsdebatten geht jedoch stetig zurück.

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Maik Beermann hält eine Rede im Bundestag. Das Interesse an den Parlamentsdebatten nimmt stetig ab.

Quelle: pr.

Landkreis. Im Interview erklärt der hiesige Bundestagsabgeordnete Maik Beerbaum (CDU), woran das liegt und warum Bewegungen wie Pegida so viel Zulauf erfahren.

Herr Beermann, ist die Aktuelle Stunde im Bundestag überhaupt noch zeitgemäß?

Das beschleunigte politische Geschehen macht es häufig nicht einfach, alle relevanten Punkte innerhalb der Fragestunden des Bundestages zu klären. Die in der Aktuellen Stunde gegebene Möglichkeit zur Aussprache ist daher gerade bei der Diskussion von Themen, die im allgemeinen Interesse liegen, eine Möglichkeit, weitere Inhalte zu debattieren.

Umfrageergebnisse deuten auf eine wachsende Politikverdrossenheit hin. Woran liegt das Ihrer Ansicht nach?

Die Komplexität der Politikfelder sind häufig nicht mehr in einfachen Worten vermittelbar. Dies führt in meinen Augen zu einer Politikmüdigkeit bei den Bürgern. Diese Müdigkeit ist häufig nicht auf Desinteresse zurückzuführen, sondern auf das nicht Wahrnehmen der politischen Diskussionen. Betrifft ein Thema die Bürger direkt, steigt die Beteiligungsrate sprunghaft an. Wir als Politik müssen daher die Strukturen unseres politischen Systems und seine Inhalte anschaulich vermitteln.

Auch der Presse kommt dabei eine zentrale Rolle zu – die Medien sollten objektiv, sachlich und umfassend über politische Themenstellungen berichten. Die Politik sollte die Pressefreiheit als hohes Gut achten und schützen.

Wie erklären Sie sich den Erfolg politischer Bewegungen wie Pegida, die mit ihrem Selbstverständnis einer außerparlamentarischen Opposition tausende Menschen auf die Straßen locken?

Seit Bestehen der Demokratie gibt es Mitmenschen, die das politische Geschehen ablehnen und in Teilen bekämpfen. Personen die sich in diesen Bewegungen einbringen, lassen sich häufig von der aggressiven Rhetorik mitziehen.

Leider geht es bei den aktuellen Bewegungen nicht mehr nur um Protest gegen bestimmte politische Entscheidungen, sondern um eine grundsätzliche Kritik am politischen System und dem Prinzip einer pluralistischen und freiheitlichen Gesellschaft. Besonders bedenklich sind die Medienkritik und die Unterstellung, dass Politik und Medien ein Meinungskartell bilden würden.

Interview: Matthias Berger

Neben Maik Beermann haben sich auch Bürger zum Thema "50 Jahre Aktuelle Stunde" geäußert:

Petra Urbaniak

„Die politischen Debatten bekomme ich nur am Rande mit. Häufig stimmt morgen nicht mehr, was gestern gesagt wurde.“

Mario Affeldt

„Ich verfolge solche Debatten nicht so richtig. Ich finde die Politik sollte sich mehr mit den Krisenherden in Europa beschäftigen. “

Rosa Mumme

„Ich interessiere mich mehr für Lokalpolitik. Auf der großen Bühne hingegen ist heute vieles Realität, was früher unvorstellbar war.“

Kurt Nimke

„Ich verfolge politische Debatten. Aber die Politiker sagen nicht die Wahrheit. Die Regierung müsste mehr auf das Volk hören.“

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