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„Die Rechten lachen sich ins Fäustchen“

Landkreis/ Boris Pistorius „Die Rechten lachen sich ins Fäustchen“

Neonazis gegen Linksextreme, Bürger gegen Bürgermeister, Eltern gegen die Polizei: Bei seinem Besuch in Bückeburg dürfte der niedersächsische Innenminister Boris Pistorius (SPD) am Freitag den Eindruck einer hoffnungslos vertrackten Lage vor Ort gewonnen haben. Sein Schlusswort im Bückeburger Rathaus: „Die Rechten lachen sich doch ins Fäustchen über diesen Zwist.“

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Boris Pistorius (von rechts), Sebastian Edathy, die Grünen-Bundestagsabgeordnete Katja Keul und Bürgermeister Reiner Brombach machen im Bückeburger Rathaus rechtsextreme Umtriebe zum Thema. 

Quelle: jcp

Landkreis/Bückeburg. Pistorius war auf Einladung des heimischen Bundestagsabgeordneten Sebastian Edathy (SPD) nach Bückeburg gekommen, um bei einer Podiumsdiskussion mit Eltern- und Schulvertretern, der Polizei, Ratsherren und anderen Repräsentanten über die extremistischen Auseinandersetzungen in der Stadt und darüber hinaus im Landkreis zu sprechen. Im Mittelpunkt standen dabei neonazistische Aktivitäten. Mit Bezug auf die linke Antifa sagte Pistorius aber: „Es gibt keine gute Gewalt.“ Als Beobachter von außen empfahl der Innenminister den Debattierenden, ihre Sprache zu mäßigen und den Jugendlichen ein Vorbild zu sein.

Zu Reibung kam es vor allem zwischen Eltern und Bürgermeister Reiner Brombach (SPD) sowie dem Leiter der Polizeiinspektion Nienburg/Schaumburg, Frank Kreykenbohm. Beide bedienten sich des bei betroffenen Müttern und Vätern umstrittenen Begriffes eines „Rechts-Links-Konfliktes“. Kreykenbohm hatte in einem der Diskussion vorgeschalteten Redebeitrag die Situation ausdrücklich mit der rivalisierender Jugendbanden verglichen, die Revierstreitigkeiten austragen. Ein Vater als Sprecher der Eltern „linker“ Jugendlicher nannte Kreykenbohms Redebeitrag „eine Frechheit“. Der vom Inspektionsleiter in einer Statistik dargelegte Anstieg linker Gewalt sei klar auf die von Neonazis betriebene Strategie der Gegenanzeige zurückzuführen. Über das angesprochene Phänomen berichtete das „Spiegel TV Magazin“ bereits unter dem Titel „Erst zuschlagen, dann anzeigen: Die neuen Tricks der Neonazis“.

„Sie haben hier eine Sondersituation, die ich so aus keinem anderen Ort kenne“, sagte Pistorius. „Aber wir werden das Problem nicht lösen, wenn wir Fronten zwischen uns aufkommen lassen.“ Und in Richtung des Vaters, der Kreykenbohm und Brombach so hart angegangen war, erklärte er: „Sie verschärfen die Situation noch.“ jcp

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