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Die Rollenbilder sind verschwunden

Landkreis / Feuerwehr Die Rollenbilder sind verschwunden

108 Freiwillige Ortsfeuerwehren verzeichnet der Kreisfeuerwehr-Verband. 3500 aktive Feuerwehrleute stehen bereit, um im Notfall zu helfen. 13,5 Prozent von ihnen sind Frauen, eine vom Kreiskommando unterstützte Entwicklung. Überkommene Rollenbilder haben in der Feuerwehr keinen Platz mehr.

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Kein Platz für überkommene Rollenbilder: Brigitte Garbe Wilke, Anja Falius, Silke Weibes und Simone Butte (von links) sind vollwertige Kräfte in der Lauenauer Ortsfeuerwehr. © hga

Landkreis (hga). In absoluten Zahlen ausgedrückt üben 473 Frauen das Ehrenamt in der Feuerwehr aus. So lautet die letzte Erhebung aus dem Jahr 2010. In 2007 waren es noch 423 Feuerwehrfrauen. „Die Tendenz ist in jedem Fall steigend, auch bedingt durch die Jugendfeuerwehren“, erklärt Kreisbrandmeister Klaus-Peter Grote.

92 Jugend- und 56 Kinderfeuerwehren sind aktuell in Schaumburg notiert. Auf Grund des weniger werdenden Nachwuchses konzentrierte sich die Feuerwehr auf die Verbreiterung der Basis schon bei Kindern und Jugendlichen. Das hatte den verstärkten Zuspruch weiblicher Kräfte zur Folge. Eine gezielte Werbung war bislang nicht nötig.

Die Erfolge schlagen sich in allen Bereichen nieder. Unter den 36 Ausbildern befinden sich drei Frauen. Die Freiwillige Ortsfeuerwehr Ahnsen stellt mit der stellvertretenden Ortsbrandmeisterin Nina Manzke die bislang einzige Frau als Ehrenbeamtin an der Spitze einer Ortsfeuerwehr. Vor einigen Jahren gab es bereits eine Ortsbrandmeisterin in Raden, bevor die Wehr mangels Masse aufgelöst wurde.

Manzke befindet sich auf bestem Wege, den Posten der Ortsbrandmeisterin zu besetzen, wenn der bisherige Wehrführer Werner Kording in zwei Jahren in den Ruhestand geht.

Die Kampagne des Deutschen Feuerwehrverbandes namens „Frauen am Zug“ habe sehr zur Akzeptanz der weiblichen Kräfte bei ihren männlichen Pendants beigetragen, so Grote. Überhaupt setzte sich im Lauf der vergangenen 25 Jahre die Erkenntnis durch, dass Frauen ihren Dienst ebenso vollwertig versehen wie Männer.
„Das ist auch sehr gut so“, sagt Grote.

Unterschiede werden bei den Aktiven nicht gemacht. So gesehen ist die Emanzipation und Gleichstellung der Frau bei den Feuerwehren gelungen. Frauen würden bei entsprechender Eignung als Atemschutzgeräteträger eingesetzt, so Grote. Das wäre nicht anders als bei den Männern. Die Argumente hinsichtlich fehlender Körperkraft sind längst widerlegt.

„Wir können uns nichts Besseres vorstellen, das klappt sehr gut“, meint Detlev Seehausen, Ortsbrandmeister in Enzen. Die Anfänge liegen schon weit zurück, vor 25 Jahren machte Dagmar Seehausen den Anfang. Aktuell sind zehn Frauen in Enzen dabei. „Die sind nicht zum Kaffee kochen da“, unterstreicht Seehausen seine Meinung über die Vollwertigkeit der Frauen als Einsatzkräfte.

Überwiegend Quereinsteiger sind in Helpsen aktiv. „So aus den letzten drei, vier Jahren“, sagt Ortsbrandmeister Alexander Diedler. Fünf weibliche Einsatzkräfte sind es. Mundpropaganda und letztlich die Kampagne des Feuerwehrverbandes macht Diedler als Ursache aus.

In Lauenau sind es Seiteneinsteiger und solche, die aus der Jugend kamen. Brigitte Garbe-Wilke und Simone Butte stießen erst später zur Feuerwehr. „Ich war das erste aktive Mädchen“, sagt Anja Falius, ähnlich erging es Silke Weibels. Insgesamt acht Frauen stellen sich in Lauenau den Aufgaben des schwierigen Ehrenamtes.

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