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Die Saat schwimmt davon

Starke Regenfälle Die Saat schwimmt davon

Viele landwirtschaftliche Flächen in Schaumburg gleichen derzeit eher einer Seenlandschaft. Die großen Niederschlagsmengen der vergangenen Wochen – besser Monate – stellen die Landwirte vor Probleme.

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Auch auf diesem Feld bei Stadthagen haben sich große Wasserlachen gebildet.

Quelle: rg

Landkreis. Bereits die Ernte war wegen des Regens eine „echte Schlammschlacht“, berichtet Achim Pohl, Kreisvorsitzender vom Landvolk. „Mittlerweile befinden sich jedoch nur noch vereinzelte Erntereste von Kartoffeln, Zuckerrüben und Mais auf den Feldern.“ Der Rest wurde doch noch abgeerntet.

Laut Kreislandwirt Dieter Wilharm-Lohmann sei das größte Problem, dass die bereits ausgebrachten Saaten absterben. Seien sie komplett mit Wasser bedeckt, würden sie abfaulen und regelrecht ertrinken. Das sorge dann in einigen Monaten für Fehlbestände und Einbußen bei den Landwirten. Wie groß diese sein werden, könne zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht beziffert werden.

Landwirte kommen nicht auf die Felder

Wegen der großen Wassermassen kommen die Landwirte mit den großen Fahrzeugen nicht auf die Felder, sie würden schlicht einsinken, so Wilharm. Aus diesem Grund sei es den Landwirten jetzt nicht möglich, die Felder zu bestellen. Einige Landwirte hoffen deshalb auf leichten Frost. Dann sei es eventuell noch möglich, die Felder zu pflügen und anschließend die Saat zu verteilen. Der Winterweizen beispielsweise benötige Frost, damit sich überhaupt Ähren bilden können. Dass die Felder in naher Zukunft noch trocknen könnten, halten die Landwirte für utopisch. Pohl erinnert sich, dass der Herbst und Winter im Jahr 1998 ebenfalls sehr verregnet waren und für Probleme sorgten. Seit dem habe es solche Regenmassen in dieser Jahreszeit offenbar nicht mehr gegeben.

Auch die Felder des jungen Landwirts Henrik Brunkhorst sind mit Regenwasser getränkt. „Auf den Feldern kann man im Moment definitiv nichts machen.“ Seit der Ernte habe es ohne Unterlass geregnet, eine trockene Woche im Oktober habe nicht ausgereicht, um die Felder zu trocknen. Der 27-Jährige habe Winterweizen gesät und wahrscheinlich müsse auch er mit geminderten Erträgen rechnen. Das sei aber das Berufsrisiko, sagt er. Landwirte seien eben vom Wetter abhängig. Einen guten Eindruck mache immerhin der gesäte Raps. Laut Brunkhorst gab es in diesem Jahr aber auch Positives zu vermelden: „Die Mais- und Zuckerrübenerträge waren gut.“ Die benötigen viel Wasser, um zu gedeihen. Für die guten Erträge seien aber auch Züchtungsfortschritte verantwortlich. Da Brunkhorst derzeit nichts auf den Feldern bewirken könne, widme er sich der Büroarbeit. „Da bleibt immer viel liegen“, sagt der Landwirt. Die müsse aber schließlich auch erledigt werden. jemi

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