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Die ersten neun Flüchtlinge sind schon da

Landkreis / Asylbewerberunterkunft genehmigt Die ersten neun Flüchtlinge sind schon da

Die ersten neun Flüchtlinge sind bereits eingezogen: Das ehemalige Alten- und Pflegeheim „Haus Berlin“ in Bad Eilsen wird zu einer Unterkunft für maximal 34 Asylbewerber und Flüchtlinge umgenutzt.

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Theodor-Heuss-Straße: In dem Wohnquartier werden jetzt auch Flüchtlinge untergebracht – bis sie anderswo unterkommen können.

Quelle: thm

Von Thomas Meinecke

Landkreis. Einen diesbezüglichen Antrag hat der Landkreis mit Datum vom 22. August dieses Jahres genehmigt (Az: 01068/2014). In der Nachbarschaft fühlen sich viele überrumpelt. Etliche Anlieger haben mittlerweile einen Rechtsanwalt mit der Wahrnehmung ihrer Interessen beauftragt.

Immer mehr Flüchtlinge suchen in Europa Schutz vor Krieg, Vertreibung, Verfolgung und Hunger. „Anfang des Jahres haben wir die Zuweisungsquote von 370 im Landkreis aufzunehmenden Flüchtlingen erhalten“, sagt Landkreissprecher Klaus Heimann. Doch längst bereite der anschwellende Flüchtlingszustrom aus den Krisengebieten nach Deutschland den Verantwortlichen auf kommunaler Ebene enorme Probleme. Vor drei Wochen sei dem Kreis schließlich signalisiert worden, er müsse ab sofort pro Woche 15 bis 20 weitere Menschen aufnehmen.

„Wir müssen dringend handeln, wir kommen nicht mehr hinterher“, beschreibt Heimann die inzwischen dramatische Entwicklung. „Auf der Suche nach geeigneten Quartieren führen wir derzeit zig Gespräche – und das in fast jeder Gemeinde des Landkreises.“ Der Druck sei so groß geworden, dass es „Anfang dieser Woche keinen einzigen freien Platz mehr für die Erstunterbringung“ von Flüchtlingen im Landkreis gegeben habe.

„Anders als ursprünglich geplant, haben wir daraufhin bereits am Montag fünf Menschen und am Dienstag noch einmal vier weitere an der Theodor-Heuss-Straße untergebracht.“ Ein Provisorium, wie Heimann einräumt, das die Zahl von 14 Bewohnern zunächst nicht überschreiten soll.
Gleichwohl hat der Landkreis am 22. August genehmigt, dass das ehemalige Altenheim „Haus Berlin“ künftig als Unterkunft für Asylbewerber genutzt werden darf.

Dabei wird der Landkreis das Gebäude nach erfolgtem Umbau für diesen Zweck vom Eigentümer auf fünf Jahre anmieten. Dabei ist nicht daran gedacht, die Menschen dort auf Dauer einzuquartieren. „Wir werden das Gebäude als erste Anlaufstelle nutzen, um bei steigendem Bedarf – wie gerade jetzt – erst einmal schnell reagieren zu können.“ Eine vergleichbare Einrichtung gebe es bislang nur in Rinteln, deren Kapazitäten reichten aber nicht mehr aus. Und Heimann lässt keinen Zweifel aufkommen: „Wir werden noch weitere solche Häuser brauchen.“

Grundsätzlich verfolgt der Landkreis beim Unterbringen von Flüchtlingen das sogenannte „Leverkusener Modell“. Nach diesem dezentralen Konzept werden die Menschen in den ersten Monaten ihres Aufenthaltes engmaschig begleitet. Haben sie erst einmal genügend Sprachkenntnisse erworben und ist die Integration vorangeschritten, sollen die Flüchtlinge in einer zweiten Phase in eigene Wohnungen ziehen.

„In Bad Eilsen werden die Flüchtlinge – höchstens 34 Personen werden dort untergebracht – nicht allein gelassen“, erläutert Heimann. Bereits jetzt werde ein Sozialarbeiter eingesetzt: einerseits als Anlaufstelle für die Bewohner, gleichermaßen aber auch als Ansprechpartner für die Menschen, die in der Umgebung der Einrichtung wohnen. Auch die Kirche werde bei der Betreuung mithelfen, das sei das Ergebnis erster Gespräche mit der Gemeindespitze. „Wir wollen demnächst auch eine Nachbarschaftssprechstunde anbieten“, kündigt der Sprecher des Landkreises an.

Außerdem werde es noch im Laufe dieses Monats einen Informationsabend für Nachbarn und Anlieger der näheren Umgebung geben.

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