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Die fehlende Hälfte des Personals

Überragende Improvisation Die fehlende Hälfte des Personals

„Das ist mir ja noch nie passiert, dass ich zur Spielstätte komme und die Hälfte des Personals fehlt“ – genau das ist Rainer Hauer beim Loccumer KlosterKlangFestival zur Aufführung des Theaterstückes „Die Weggefährten“ geschehen.

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Inmitten seiner Bilder spielt Rainer Hauer „Die Weggefährten“ allein.

Quelle: ade

Loccum. Zwei Personen auf der Bühne, so sieht es die Inszenierung des „Theaters im Gewölbe“ aus Weimar vor. Lucas Cranach der Ältere, nach dem Exil in Weimar ankommend, ist eine der agierenden Personen, seine Tochter Barbara die Zweite. Ein abendfüllendes Programm, das eigentlich von zwei Schauspielern getragen wird. Hauer, der den Cranach mimte, stand also vor einer großen Aufgabe: Sein Gegenpart Barbara, die Sprechwissenschaftlerin Eva-Maria Ortmann, war erkrankt – und er hatte die Bühne allein zu füllen.
Die Hälfte des Personals fehlte also – Und Hauer wuchs über sich selbst hinaus. Er spielte seinen Part, erzählte vom Leben des Malers Cranach, der 150 Mal die Maria mit dem Kinde malte, beziehungsweise in seiner Werkstatt malen ließ. Er erzählte von den Heiligen und den Nackten, die er als Bilder schuf, von seiner Kunst und seinem Geschäftssinn. Nicht zuletzt auch von seiner besonderen Beziehung zur Reformation und demjenigen, der untrennbar damit verbunden ist: Martin Luther.
Mit Textbuch in der Hand schaffte er es darüber hinaus, die Rolle der Barbara auszufüllen. Wie sie dem Vater die Stichwörter gibt, anhand derer er sein Leben vor dem Publikum ausbreitet, das ihn als betagten Mann bei seiner Ankunft in Weimar begrüßt, wie sie seine Bilder präsentiert und mit ihm gemeinsam singt und Flöte spielt – all das machte Hauer lebendig, ohne seine „Tochter“ auf der Bühne zu haben. Unterstützung holte er sich lediglich von einer jungen Frau, die Cranachs Werke auf Staffeleien stellte und von einer CD, von der die Musik zum Stück eingespielt wurde. Das soll dem 83-Jährigen erst mal jemand nachmachen.

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