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Diskussion über geschäftsmäßige Sterbehilfe

Wunsch nach vorzeitigem Ende Diskussion über geschäftsmäßige Sterbehilfe

Das Verbot geschäftsmäßiger Sterbehilfe sorgt auch in Schaumburg für Diskussionsstoff unter Menschen, die sich beruflich oder ehrenamtlich mit Fragen von Leben und Tod auseinandersetzen. Vom Pro und Contra abgesehen sind sie sich einig: Die Debatte der vergangenen Wochen hat das Thema Sterben enttabuisiert, was grundsätzlich zu begrüßen sei.

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Landkreis. Viel wichtiger als die Entscheidung zur Sterbehilfe ist für den Schaumburger Palliativmediziner Justus Pahlow das einen Tag früher verabschiedete Hospizgesetz, das Patienten unter anderem den Zugang zu ambulanter Sterbebegleitung erleichtern soll. Der Wunsch nach einem vorzeitigen Ende sei oft auch Teil der Gespräche, die ein Palliativmediziner mit Patienten führt. Hintergrund seien die Angst vor Schmerzen oder der, „an Schläuchen und Maschinen zu hängen“.

Wichtig sei es für den Arzt, ehrlich sagen zu können: „Ich habe genug Pfeile im Köcher, um es dir angenehm zu machen, und wenn du zwei Tage schlafen willst, kriege ich auch das hin.“ Das sei aufgrund des medizinischen Entwicklungsstandes heute möglich.

Pahlow mahnt an, wie viele Menschen an bestimmten Lebensstationen schon einmal über den Freitod nachgedacht hätten. Die Würde, um die es in der Debatte immer wieder gehe, erhalte auch die Palliativmedizin. Pahlow: „Der Patient sagt, wo es lang geht.“

Der Bergkirchener Pastor Reinhard Zoske spricht sich „aus ethisch-theologischen Gründen“ gegen Sterbehilfe aus. „Mein Herz schlägt für die Palliativ-Idee“, sagt der Geistliche, der ehrenamtlich im Hospiz- und Palliativnetzwerk Schaumburg tätig ist. Das Hospizgesetz vom Donnerstag ist für Zoske „ein Meilenstein“, er begrüße die Enttabuisierung des Themas. „Viele wünschen sich den kurzen Prozess, weil sie die Möglichkeiten der Palliativmedizin nicht kennen“, ist Zoske überzeugt. Das werde sich nun ändern.

Werner Brandes betont, dass abzuwarten sei, wie viel Geld mehr am Ende für die Arbeit vor Ort gezahlt werde. Weiterhin merkt der Vorsitzende des Hospizvereins Schaumburg-Lippe an: „Es ist auf jeden Fall schön, dass dem Thema mehr Raum in der Diskussion gegeben wird.“ Insbesondere in einer ländlichen Region wie Schaumburg sei die Resonanz in der Bevölkerung noch nicht so groß, wie er es sich wünsche. jcp/bes

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