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Doch kein GVH-Tarif zum 1. Januar

Landkreis Doch kein GVH-Tarif zum 1. Januar

Der günstige GVH-Tarif für Einzeltickets kommt nicht wie zunächst verkündet zum 1. Januar. Das Projekt ist damit nicht tot – aber verschoben. Auf unbestimmte Zeit: Einen neuen Termin nennt die Region Hannover derzeit nicht.

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Stadthäger Bahnhof: Kurz vor dem Ziel tritt die Region Hannover in Sachen verbilligter GVH-Tarif doch noch auf die Bremse.

Quelle: jcp

Landkreis.  Im Landkreis sorgt die Nachricht für Überraschung. „Der 1. Januar war sehr ambitioniert, das haben wir schon zu Beginn gesagt“, erklärt Kreissprecher Klaus Heimann. „Allerdings hatte es in Besprechungen immer geheißen, dass es dann spätestens zum 1. April etwas werden würde.“

Doch auch dieser alternative Termin ist nun vorerst vom Tisch. Wie ein Sprecher der Region Hannover mitteilt, steht derzeit nur eins fest: Zum 1. Januar wird es keinen GVH-Tarif für Einzeltickets in Schaumburg und anderen beteiligten Landkreisen geben. Stattdessen kommen die vergünstigten Fahrscheine zu einem späteren Zeitpunkt – allerdings bleibt dieser derzeit von der Region aus vollkommen unbestimmt.

„Das hat uns so überrascht“, sagt Kreissprecher Heimann. „Dass nun plötzlich überhaupt kein Datum mehr genannt wird.“ Aus Schaumburg jedenfalls werde man in der Sache nachhaken. Heimann: „Wir wollen, dass der GVH-Tarif so schnell wie möglich eingeführt wird.“

Die Region begründet den Aufschub auf unbestimmte Zeit unter anderem damit, dass einige Landkreise wie Hildesheim zwischenzeitlich abgesprungen seien. Dadurch gelte es, Kosten neu zu ermitteln. Die beteiligen Beförderungsunternehmen bräuchten zudem „umfangreiche Vorlaufplanungen zum Vertrieb“. Auch die Abstimmungen auf andere vergünstigte Tarife wie dem Hamburger HVV – mit dem es zu Überlappungen kommen könnte – liefen noch.

„Mindestens ärgerlich“ findet Heidemarie Hanauske vom Vorstand der SPD-Kreistagsfraktion die Verzögerung: „Wir dachten, für unsere Bürger nun endlich am Ziel angekommen zu sein.“ Allerdings sei die SPD-Fraktion „nicht entmutigt, wir halten am Ziel einer möglichst schnellen Umsetzung fest“.

Für die CDU-Fraktion sagte deren Vorsitzender Gunter Feuerbach, der Vorgang sei „außerordentlich bedauerlich“. Es zeige sich, dass in diesem Bereich „auch kleine Weichenstellungen einen Vorlauf von zwei bis drei Jahren brauchen“. Die vom Kreistag bewilligten Zuschüsse stünden unverändert zur Verfügung. Feuerbach setzte hinzu: „An der CDU Schaumburgs wird es nicht scheitern.“

Auch Grünen-Fraktionschef Michael Dombrowski bedauert den Verzug. Allerdings: „Ich habe von vornherein damit gerechnet, dass es später kommt.“ Wichtig sei, dass die Verbesserung überhaupt komme, und das sei durch die Zusage von Finanzmitteln durch das Land gesichert.

„Jeder Monat später ist für die Bürger schlechter“, kommentierte WGS-Fraktionssprecher Siegbert Held. Die Kreisverwaltung solle nun den Druck auf die Region Hannover erhöhen, denn die Schaumburger hätten ihre Hausaufgaben gemacht. „Die pünktliche Einführung wäre eine tolle Sache gewesen“, bewertete WIR/FDP-Gruppensprecher Richard Wilmers die Sache: „Ich kann die Begründung für die Verzögerung nicht nachvollziehen.“

Für Bahnfahrer aus Schaumburg sind Preisvergünstigungen von 25 bis 40 Prozent vorgesehen. Eine „beeindruckende Kostenermäßigung“, nannte es im Frühjahr in Stadthagen Landrat Jörg Farr. Die Nachbarn der Region Hannover erhoffen sich durch die tariflich verbesserte Abbindung eine Attraktivitätssteigerung. Zudem sollen durch Umsteiger vom Auto in die Bahn die Straßen entlastet und die Natur geschützt werden.

Hameln-Pyrmonts Landrat Tjark Bartels spricht von „einem enormen Mehrwert für das Weserbergland“. Seine Behörde ist deshalb bereit, als Anschubfinanzierung 500.000 Euro pro Jahr zu zahlen, in Schaumburg sind es 338.000 Euro, Niedersachsen unterstützt das Projekt drei Jahre lang mit je 700.000 Euro. Was die öffentlichen Haushalte durch die Verschiebung etwas entspannt, bedeutet für die Bahnkunden, dass die bereits bejubelte Entlastung Verspätung hat. ssr, jcp, mafi

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