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Drei schwere Jungs auf der Anklagebank

Prozess eröffnet Drei schwere Jungs auf der Anklagebank

Wegen mehrerer Banküberfälle, unter anderem in Rinteln und Hohnhorst, müssen sich drei Männer seit Mittwoch vor dem Landgericht in Bielefeld verantworten. Einer der Täter soll am 26. Februar  die Volksbank-Filiale an der Bückeburger Straße in Steinbergen ausgeraubt haben.

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Quelle: Symbolfoto (dpa)

Rinteln/Bielefeld. Manche Menschen führt ihr Beruf oft in den Gerichtssaal: Richter, Anwälte und Verbrecher. Um solche dürfte es sich bei den drei Männern handeln, die sich seit Mittwoch vor dem Landgericht Bielefeld wegen mehrerer Banküberfälle, unter anderem in Rinteln und Hohnhorst, verantworten müssen.  Am 26. Februar soll der 20 Jahre alte Angeklagte die Volksbank-Filiale an der Bückeburger Straße in Steinbergen ausgeraubt haben: Er soll eine Mitarbeiterin mit einer Pistole bedroht haben, die er unvermittelt aus seinem Rucksack gezogen hatte, und sich Hartgeld in Höhe von 2120 Euro aushändigen lassen. Der Täter forderte die Volksbankmitarbeiterin auf, in der Toilette zu warten, bis er verschwunden war.

Unmaskiert im Schalterraum

Nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft wurde der 20-Jährige von seinem 49 Jahre alten Stiefvater bei der Tat begleitet. Die Bankangestellte selbst leidet seit dem Vorfall unter Angstzuständen und wird psychologisch betreut – sie wurde von der IV. Strafkammer des Landgerichts als Nebenklägerin zugelassen. Vier Wochen nach diesem Überfall sollen die beiden Männer in ähnlicher Manier eine Volksbank-Filiale in Hohnhorst ausgeraubt haben: Der 20-Jährige soll unmaskiert den Schalterraum betreten, mit vorgehaltener Pistole eine Mitarbeiterin zur Herausgabe von Bargeld gezwungen haben. Sie händigte 1120 Euro Hartgeld und weitere 120 Euro aus ihrer eigenen Börse aus, bevor sie in die Toilette gesperrt wurde. Aufgrund dieser Tat wurde der 20-Jährige später geschnappt.

Knapp 38 000 Euro erbeutet

Sein Stiefvater hingegen, stieg zusammen mit einem 56-jährigen Freund aus Bünde im April wieder nachts in eine Bank in Ottenstein ein, passte am Morgen die Mitarbeiter ab, bedrohte sie mit einer Pistole und ließ sie den Tresor öffnen. Die Beute des Duos: knapp 38 000 Euro. Am 9. Juni schließlich sollen der 49-jährige Petershagener und sein Freund in eine Bank in Hilgermissen (Landkreis Nienburg) eingedrungen sein, um nach derselben Masche die Mitarbeiter zum Öffnen des Tresors zu zwingen. Nach dem Auslösen der Alarmanlage flohen sie, wurden jedoch kurz darauf von einem Sondereinsatzkommando der Polizei gestellt.

Auf das Konto des 49-Jährigen und seines Stiefsohns geht nach Überzeugung der Anklage auch eine Tat in Minden am 14. Mai 2015. Dort waren Bankmitarbeiter am Morgen von zwei Männern abgepasst und bedroht worden, sodass sie den Tresor öffneten. Ein Mann wurde durch Schläge auf den Kopf verletzt, die Beute betrug 90000 Euro.

Der 56-Jährige hat 16 Vorstrafen. Vor Kurzem wurde er vom Landgericht Paderborn wegen gewerbsmäßigem schweren Diebstahls zu zwei Jahren und acht Monaten Haft verurteilt. Der 49-Jährige, auch mehrfach vorbestraft, wurde 2015 aus Mangel an Beweisen vom Vorwurf freigesprochen, einen Physiotherapeuten aus Hüllhorst getötet zu haben. Der 20-Jährige befindet sich zurzeit wie auch der 56-Jährige in Haft.

Zum nächsten Prozesstag am 21. Dezember soll ein psychiatrisches Gutachten über die Angeklagten vorliegen. Dem 56-Jährigen droht die Sicherungsverwahrung.

Ulrich Pfaff

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