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Droht dem Architekten das Aus?

Wohnen am Nordwall Droht dem Architekten das Aus?

 Immer noch Stillstand beim Projekt Wohnen am Nordwall: Die Kreiswohnungsbaugesellschaft will jetzt nach Angaben von Geschäftsführer Heinz-Helmut Steege „Druck machen“. Bei der Stadt wird inzwischen offen darüber nachgedacht, sich vom Architekten Thomas Steimle zu trennen.

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Noch immer gibt es kein Fortschritt am Nordwall. rg

Stadthagen. Der Stuttgarter war vor rund einem Jahr siegreich aus einem Wettbewerb hervorgegangen, den die Stadt ausgelobt hatte. Steimles Entwurf soll aus der runtergekommenen Nordstadt ein kleines Wohnparadies mit bezahlbaren Mietobjekten machen.

 Da liegt der Hase im Pfeffer: Wohnbau-Chef Steege findet Steimles Entwurf viel zu teuer. Einige Zeit nach dem Wettbewerb war deshalb ein Streit zwischen Wohnbau und Stadt entbrannt. Steege fühlte sich als Fachmann nicht ausreichend in die Entscheidung mit einbezogen. Außerdem hatte die Verwaltung den Wettbewerbsteilnehmern keinerlei finanzielle Grenzen vorgegeben. Der Ärger um die Kosten und die anschließende Verzögerung hätten also mutmaßlich vermieden werden können.

 Steege hat inzwischen das Gefühl beschlichen, er hänge in der Warteschleife. „Man muss da immer ein bisschen nachhaken“, sagt der Wohnbau-Chef über Wettbewerbsgewinner Steimle. „Aber wir wollen das jetzt beschleunigen. Wir werden mehr Druck machen, um zu hören, wie er sich das vorstellt.“

 Auf den Eingang dieser Vorstellungen wartet derweil auch das Rathaus. Aber wohl nicht mehr lange. „Wir bereiten uns darauf vor, dass wir das selbst machen“, sagt Bürgermeister Oliver Theiß. Es gelte zu prüfen, ob zu hohe Kosten als Begründung ausreichen, um den Sieger des Wettbewerbs ablehnen zu können. Auch Steege erklärt vorsichtig, man müsse „gemeinsam mit der Stadt vielleicht umdenken“, spricht aber nicht offen davon, Steimle zu schassen.

 Der Architekt sieht indes den Schwarzen Peter zu Unrecht bei sich. „Ab und zu telefoniert man eben aneinander vorbei“, kommentiert er den Vorwurf, schwer erreichbar zu sein. Zum Teil sei das Konzept bereits überarbeitet, Einsparungen seien beispielsweise bei den Heizungsanlagen möglich und indem die Häuser nicht unterkellert werden.

 Steimle plädiert für eine Erweiterung des Planungsteams etwa um einen Statiker. Das Büro befinde sich jetzt in der „vertieften Planungsphase“. Bei den zunächst angegebenen Kosten habe er bewusst „keine Schönrechnerei“ betrieben.

 Was genau stimmt an den Kosten nicht? Steimles Entwurf führe zu einem Quadratmeterpreis von 8,50 Euro bis neun Euro pro Quadratmeter, sagt Wohnbau-Chef Steege. „Da kann man schon von Luxuswohnungen sprechen“, erklärt er. „Das lässt sich in Stadthagen nicht vermarkten, das war nicht unser Ziel.“

 Stattdessen sollen die Nordstadt-Apartments für „normale“ Bürger erschwinglich sein. Steege empfindet 6,50 Euro bis sieben Euro als vertretbar. In die Höhe trieben den Preis unter anderem Vorschriften der erneuerten Energieeinsparverordnung wie dreifach verglaste Fenster. Außerdem sieht Steimles Entwurf die Integration des denkmalgeschützten Fachwerkhauses vor. Zwar wäre es „schön, wenn die Wohnbau das macht“, so Bürgermeister Theiß. Er warte jetzt auf Steeges Anruf. „Sonst nehmen wir das selbst in die Hand.“ jcp

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