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Düstere Aussichten für Schutzsucher

Sonnenfinsternis-Brillen in Schaumburg ausverkauft Düstere Aussichten für Schutzsucher

Mit Spannung erwarten viele den kommenden Freitag. Nicht etwa weil das Wochenende naht, sondern aufgrund eines nicht alltäglichen Ereignisses – die Sonne verfinstert sich.

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Die Schutzbrille ist für das Beobachten der Sonnenfinsternis ein Muss.

Quelle: rg

Landkreis (tbh, dpa). Um das Spektakel unbeschadet genießen zu können, ist eine Sonnenfinsternis-Schutzbrille nötig. Handelsübliche Sonnenbrillen sind nicht für das Beobachten der Sonnenfinsternis ausgelegt, wie der Augenarzt Dr. Georg Eckert betont.

 Augenärzte warnen außerdem explizit davor, rußgeschwärzte Glasscherben oder Folie als Augenschutz zu verwenden. Ein direkter Blick in die Sonne kann dauerhafte Schäden auf der Netzhaut verursachen.

 Der Versuch im Landkreis einen Optiker zu finden, der die Brille noch im Angebot hat, gleicht jedoch der Suche nach der Nadel im Heuhaufen. „Bad Nenndorf und Barsinghausen sind ausverkauft“, sagt Optiker Ulrich Rasche, Inhaber eines Brillengeschäfts in Bad Nenndorf. Die Nachfrage sei aber nach wie vor groß.

 Auch die Anfrage bei Optikern in Stadthagen, Bückeburg und Rinteln lohnt sich nicht. „Die waren rucki zucki weg“, heißt es von einer Mitarbeiterin bei Hilgenfeld in Stadthagen. Bei Berenice Linke vom Brillengeschäft Niemann in Bückeburg waren die Brillen ebenfalls innerhalb einer Woche ausverkauft. Den Trend bestätigt auch Optikerin Christina di Noto: „Alle weg.“ In den vergangenen Wochen habe es nur vereinzelt Anfragen gegeben, Anfang dieser Woche sei dann der große Ansturm gekommen.

 Ähnlich auch die Aussagen anderer Optiker: „Wir waren ausverkauft, bevor wir die Brillen geliefert bekamen“, erklärt etwa Sandra Vogel vom Optiker Bertram in Rinteln. Selbst bei den Herstellern waren die Kontingente nach Angaben der Optiker aufgebraucht.

 Die Kette Fielmann hat die Schutzbrillen gar nicht im Angebot. „Die von uns getesteten Sonnenfinsternis-Brillen entsprechen nicht unserem Anspruch“, sagt Matthias Branahl, Pressesprecher bei Fielmann, auf Anfrage. Das Unternehmen habe keinen Großhändler gefunden, der die Schutzbrillen in einer für die nahezu 700 Filialen in ganz Deutschland entsprechenden Menge und Qualität hätte liefern können.

 Wer keine Brille mehr ergattert hat, kann das Spektakel mit der Kamera filmen und danach ansehen – sollte dabei allerdings nicht durch den Sucher blicken.

Es wird zu 80 Prozent dunkel

Ab 9.35 Uhr schiebt sich der Mond am Freitag langsam zwischen Sonne und Erde – die partielle Sonnenfinsternis beginnt. Partiell bedeutet, dass nur 80 Prozent der Sonnenscheibe bedeckt sein werden, wie Franz Hofmann vom Institut für Erdmessung der Leibniz Universität Hannover erklärt. Die maximale Bedeckung erwarten die Wissenschaftler in Hannover etwa für 10.43 Uhr, um 11.53 Uhr ist es dann schon vorbei.

Wenn das Wetter es nicht zulassen sollte, muss man sich bis zur nächsten partiellen Sonnenfinsternis im Jahr 2021 gedulden. Dann sollen lediglich 26 Prozent der Sonne bedeckt werden. In den Genuss einer totalen Sonnenfinsternis kommen dieses Mal nur Menschen auf den Färöer Inseln und der Inselgruppe Spitzbergen. In der Bundesrepublik schob sich der Mond zuletzt 1999 ganz vor die Sonne. 2081 soll es wieder so weit sein. Wer nicht so lange warten möchte, kann 2017 in den USA die Gelegenheit ergreifen oder 2026 in Spanien.

Die Astronomische Kuppel des Geodätischen Institutes der Leibniz Universität Hannover, Nienburger Straße 1-4, wird zur Sonnenfinsternis für Besucher geöffnet. Wer möchte, kann sich vorher, in einem Vortrag von Hofmann erklären lassen, was es mit der Verdunklung der Sonne auf sich hat. Beginn ist um 9 Uhr im Hörsaal A104. tbh

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