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Durch den Förder-Dschungel

Unterstützung für Unternehmen Durch den Förder-Dschungel

Unternehmen und Existenzgründern stehen in Schaumburg eine Vielzahl unterschiedlicher Fördermöglichkeiten zur Verfügung. Doch die schiere Zahl mit ihren verschiedenen Bedingungen macht es Interessierten schwer, den Überblick zu behalten.

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Bei der GRW-Förderung des Landkreises werden Kommunen bei der Erweiterung vorhandener Gewerbegebiete unterstützt.

Quelle: rg

Landkreis. Unternehmen und Existenzgründern stehen in Schaumburg eine Vielzahl unterschiedlicher Fördermöglichkeiten zur Verfügung. Doch die schiere Zahl mit ihren verschiedenen Bedingungen macht es Interessierten schwer, den Überblick zu behalten. Deswegen haben die Schaumburger Nachrichten mithilfe des Wirtschaftsförderers Ludwig Schätzl vier wichtige Programme genauer unter die Lupe genommen.

Im Landkreis gibt es dank eines politischen Beschlusses das Förderprogramm ProINvest. Dabei handelt es sich um eine Investitionsförderung für kleine und mittlere Unternehmen (KMU), wofür jährlich 288.000 Euro im Haushalt zur Verfügung stehen. Schätzl zufolge ist dem Landkreis gerade diese Förderung wichtig, weil die KMU eine tragende Säule für den Arbeitsmarkt in der Region darstellen. Ziel ist es, die regionale Wirtschaft zu stärken und Arbeitsplätze zu schaffen. Deswegen ist auch die wichtigste Voraussetzung für einen positiven Bescheid, dass im Zuge der Investition mindestens ein Arbeitsplatz entsteht, der mindestens drei Jahre erhalten bleiben muss.

ProInvest habe sich bewährt: In den Jahren 2007 bis 2014 habe ein breites Spektrum von Betrieben gefördert werden können: Handwerker, produzierendes Gewerbe, Dienstleistungen, Gastronomie, Einzelhandel und freiberuflich Tätige. Der Investitionszuschuss beträgt maximal 15 Prozent, die Höchstfördersumme liegt bei 50.000 Euro. Auch nicht-investive Maßnahmen, also beispielsweise das Engagement eines Beraters, um die Innovationskraft des Unternehmens zu stärken, ist mit bis zu 5000 Euro (50 Prozent der Kosten) förderfähig.

ProInvest für Existenzgründer

Das Programm ProInvest kommt ebenso für Existenzgründer infrage, wie das Kleinstdarlehen von der NBank: MikroStarter. Das Darlehen wird von der NBank direkt im Auftrag des Landes in Höhe von 5000 bis 25.000 Euro vergeben. Förderfähig sind 100 Prozent der Kosten. Es soll Gründungen und Unternehmensnachfolgen insbesondere von Kleinstgründern unterstützen. Mit der Förderung kann die geringe Bonität der Betroffenen bei Kreditinstituten erhöht werden. Beim MikroStarter ist keine bankenübliche Absicherung erforderlich, allerdings darf der Antragsteller keine negativen Schufa-Einträge haben. Ausgeschlossen ist die Umschuldung oder Nachfinanzierung bereits abgeschlossener Vorhaben. Wirtschaftsförderer Schätzl weist ausdrücklich darauf hin, dass sich Interessierte frühzeitig erkunden müssen, da im Nachhinein eine Förderung nicht mehr möglich ist – dies gilt für den Großteil aller Förderprogramme.

Für kleine und mittlere Unternehmen mit überwiegend überregionalem Absatz, die ihren Standort erweitern oder einen neuen aufbauen wollen, gibt es vom Land ebenfalls eine Investitionsförderung: die GRW-Förderung (Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“). Die Finanzierungshilfen sollen Standortnachteile ausgleichen. Gerade in strukturschwachen Regionen soll das Programm die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft fördern und dauerhaft Arbeitsplätze sichern.

Mindestinvestitionsvolumen 50.000 Euro

Laut Schätzl profitieren die Betriebe in Schaumburg von höheren Fördersätzen als die in den Nachbarlandkreisen, weil der Landkreis in dieser Förderperiode ein besonderes Gebiet ist. Demnach könne der Zuschuss bei einem kleinen Unternehmen bis zu 25 Prozent betragen. Allerdings liegen die Anforderungen dafür auch hoch: So müssen im Vergleich zur Ausgangssituation 10 Prozent mehr Arbeitsplätze geschaffen und fünf Jahre vorgehalten werden. Das Mindestinvestitionsvolumen liegt bei 50.000 Euro. Handwerker, Industrie- sowie Dienstleistungsbetriebe können von GRW profitieren.

Außerdem können Gemeinden, die neue Gewerbegebiete erschließen oder vorhandene erweitern wollen, eine Infrastrukturförderung im Rahmen der GRW-Förderung vom Land erhalten. Dazu gehört auch der Ausbau der Verkehrsverbindungen, um das neue Gewerbegebiet anzuschließen. Der Satz beträgt 60 Prozent der förderfähigen Ausgaben. Noch höher kann die Unterstützung ausfallen, wenn mehrere Kommunen gemeinsam ein Gewerbegebiet erschließen oder Altstandorte revitalisieren. Die Gemeinde muss jedoch den Bedarf dieser Maßnahme, die gesicherte Finanzierung sowie Nachweise zum Umweltschutz für die planungsrechtlichen Voraussetzungen und zum Grundstückseigentum erbringen.

Kostenfreie Beratung beim Technologietransfer

Aber auch der Technologie- und Wissenstransfer gehört, so die Einschätzung des Wirtschaftsförderers, zu den wichtigen Fördermaßnahmen. In diesen Fällen nimmt der vom Landkreis beauftragte Berater Kontakt zu den Unternehmen auf und prüft, ob Bedarf für ein Projekt mit einer Hochschule besteht. Sollten beide Seiten interessiert sein, hilft die Wirtschaftsförderung wiederum bei der Recherche nach Fördermitteln. Die Tätigkeit des sogenannten Technologietransferberaters ist für kleine und mittlere Unternehmen kostenfrei. Die Kosten werden vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) getragen.

In Zeiten des Klimawandels gibt es darüber hinaus auch Zuschüsse für betriebliche Projekte zur Steigerung der Energie- und Ressourceneffizienz und Klimaschutz-Netzwerke. In Schaumburg existiert bereits ein solches vom Land gefördertes Netzwerk, in dem sich Handwerksbetriebe untereinander gelungene Beispiele vorstellen. Dazu gehört auch, dass geschulte Berater Firmen auf Energiesparpotenziale untersuchen. col

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