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EU-Norm bringt Feuerwehren in Nöte

Abgasprobleme EU-Norm bringt Feuerwehren in Nöte

Völlig unverschuldet schlittern die Schaumburger Feuerwehren in eine prekäre Situation: Ab 2017 müssen alle neu zugelassenen Lkw in Europa die Abgasnorm EURO-6 erfüllen. Das bringt einige Probleme mit sich.

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Landkreis. Ohne eigenes Verschulden schlittern die Schaumburger Feuerwehren in eine prekäre Situation: Ab 2017 müssen ihre Fahrzeuge die Abgasnorm Euro 6 erfüllen. Das könnte die Brandschützer und damit die Kommunen teuer zu stehen kommen.
Die technische Umsetzung erweist sich gerade für Feuerwehrfahrzeuge als schwierig. Während die Lkw der Speditionen Hunderte Kilometer zurücklegen, ist der Anfahrtsweg der Feuerwehren zum Einsatzort kurz – zu kurz, als dass die Abgasanlage warmlaufen könnte. Die Folgen seien derzeit noch nicht absehbar, erklärt Kreisbrandmeister Klaus-Peter Grote.
MAN, neben Mercedes einer der größten Hersteller von Feuerwehrfahrzeugen, betont, dass man bereits Systeme mit einer vollvariablen Steuerung der Einspritzung entwickle, die es ermögliche, „den physikalischen Spagat zu schaffen und Stickoxide, Partikel und Verbrauch bei jedem Betriebspunkt im Griff zu haben“. Allerdings steige das Gesamtgewicht der Fahrzeuge durch die neue Technologie um bis zu 150 Kilogramm. Und: Experten rechnen für die Feuerwehren mit Mehrkosten im fünfstelligen Bereich – pro Fahrzeug. Auch bei MAN heißt es auf SN-Nachfrage: „Abhängig vom Fahrzeugtyp entstehen Mehrkosten für die Euro-6-Technik.“
Die Zeit bis 2017 wollen die Schaumburger Brandschützer deshalb nutzen. Nach Angaben von Grote bemühen sich die hiesigen Feuerwehren, ihre Flotte frühzeitig auf den neuesten Stand zu bringen – und damit die Norm zu umgehen, die für ab 2017 neu gekaufte Feuerwehr-Lkw gilt. „Stadthagen wird beispielsweise vorher noch ein neues Fahrzeug anschaffen“, berichtet Grote. „Und einige werden es ihnen gleich tun.“
Auf lange Sicht sei jedoch nichts zu machen. „Weitere Ausnahmeregelungen des Landes hätten gar keinen Sinn“, meint der Kreisbrandmeister. „Die Hersteller werden in Zukunft nur noch Lkw bauen, die der Euro-6-Norm entsprechen.“ Der Absatzmarkt für Feuerwehrfahrzeuge sei zu klein, um für diesen Bereich weiter Fahrzeuge ohne Euro 6 herzustellen. „Wir müssen das hinnehmen und uns der Eurozone beugen“, sagt Grote.
Eigentlich gilt die EU-Vorgabe schon seit 2014. Niedersachsen hatte jedoch den Feuerwehren durch eine Ausnahmegenehmigung eine Schonfrist bis 2017 verschafft. ber

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