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Landkreis

Eichen im Schaumburger Wald haben zu kämpfen


Für das geschulte Auge ist leicht zu erkennen, dass zahlreiche Eichen im Schaumburger Wald Löcher in den Kronen und starken Insektenbefall aufweisen. Auch in diesem Jahr werden die Bäume mit einigen Stressfaktoren zu kämpfen haben.

Diese Eiche (Mitte) wird das Jahr vermutlich nicht überstehen. In der Baumkrone sind bereits zu viele Auflichtungen festzustellen.

© jw

Landkreis (jw). Die Rinde ist leicht abzubrechen, Blätter sind löchrig, und die Baumkronen weisen Lichtungen auf – das sind die Merkmale, die bereits im vergangenen Jahr an zahlreichen Eichenbeständen in ganz Deutschland festgestellt wurden. Auch im Schaumburger Wald ist dieses Erscheinungsbild der Eichen keine Seltenheit gewesen und wird auch in diesem Jahr erwartet. Aber was ist es, dass dem markantesten Baum des heimischen Forstes so zusetzt?

Der Schaumburger Kreisforstamtsleiter Lothar Seidel weiß die Antwort. „Hauptursache für die lichten Kronen und die allgemein schlechte Vitalität der Eichen sind Insekten“, erklärt er. Besonders eine Art hat die Eichenbäume für sich entdeckt. Die Schmetterlingsraupen befallen die Rinde teilweise in Scharen. Dabei bemühen sich die Weibchen den Stamm hinaufzuklettern und im oberen Astwerk, dort wo der Baum seine ersten Triebe sprießen lässt, ihre Eier abzulegen. Wenn dann im Frühjahr die ersten frischen Blätter wachsen, schlüpfen auch die Raupen und machen sich über das frische Grün her. Doch der starke Insektenbefall ist nicht der einzige Stressfaktor, mit dem die Eichen zu kämpfen haben. Besonders in den letzten Jahren spielte auch die Witterung eine entscheidende Rolle für den Zustand des Baumbestands. „In den vergangenen zwei Jahren war es extrem trocken, dadurch war die Wasserversorgung für die Bäume nicht ausreichend gewährleistet“, weiß Seidel. Hinzu kommt die Schadstoffbelastung der Umwelt, die in den letzten Jahren ebenfalls zunahm und auch Pilzbefall sei ein Risiko für die Vitalität der Bäume.

Um den Eichen helfen zu können, haben Seidel und Jana Krause, Försterin im Kreisforstamt Leimringe an einigen Eichen angebracht. Die mit Leim bestrichenen Ringe halten die weiblichen Schmetterlingsraupen auf ihrem Weg in die Baumkronen auf. Durch die kleben gebliebenen Tiere können die Förster dann sehen, wie stark der Befall tatsächlich ist. „Sollte sich die Lage in nächster Zeit weiter verschlechtern, müssen wir über Bekämpfungsmaßnahmen nachdenken, momentan kann aber keine Rede vom Eichensterben sein“, stellt Seidel klar.

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