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„Eigentlich gehören Sie ins Gefängnis“

Berufung hat Erfolg „Eigentlich gehören Sie ins Gefängnis“

Aufatmen bei einem 41 Jahre alten Mann aus dem Raum Hannover, Verzweiflung bei der Geschädigten: Nachdem das Rintelner Amtsgericht ihn für einen dreisten Betrug ein halbes Jahr hinter Gitter schicken wollte, hatte der Mann nun mit seiner Berufung gegen das erstinstanzliche Urteil Erfolg.

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RINTELN/BÜCKEBURG. Vor dem Landgericht Bückeburg erhielt er jetzt eine Freiheitsstrafe von sieben Monaten mit Bewährung, verbunden mit einer Schadenswiedergutmachung von 200 Euro monatlich.

Im Frühjahr 2015 hatte der Angeklagte von der Mutter seiner damaligen Freundin 7000 Euro entgegengenommen und ihr vorgespiegelt, dafür eine Heizung liefern und einbauen zu lassen. Tatsächlich verwendete er den Betrag für sich und verzockte offenbar das Geld. „Eigentlich gehören Sie für diese Tat ins Gefängnis“, verdeutlichte der Vorsitzende Richter Thorsten Garbe. Bewährung erhielt der 41-Jährige ausschließlich, um dazu beizutragen, dass die Frau ihre 7000 Euro bekommt. „Wenn wir Sie ins Gefängnis stecken“, wandte sich Garbe weiter an den Angeklagten, „hat sie überhaupt keine Chance, an ihr Geld zu kommen.“ Am Ende der Verhandlung überreichte der reumütige 41-Jährige, der vor einigen Wochen wieder einen Job gefunden hat, der Geschädigten die ersten 200 Euro in bar.

Mit dem Urteil folgte die Berufungskammer dem Antrag der Verteidigung, während Oberstaatsanwalt Frank Hirt für sieben Monate ohne Bewährung plädierte. „Da geht es querbeet durchs Strafgesetzbuch“, meinte Hirt angesichts von mehr als einem Dutzend Vorstrafen des Betrügers.

Im Frühjahr 2015 lernte der Angeklagte eine heute 34-jährige Frau kennen. Während der nur kurzen Beziehung kaufte ihre Familie ein Haus im Schaumburger Land. Von ihrer Mutter erfuhr die junge Frau, dass dieses Haus über keine Heizung verfügte. Der Angeklagte täuschte daraufhin vor, er könne günstig eine Heizungsanlage besorgen. Mit einem Unbekannten kam der 41-Jährige in das Gebäude, es wurde vermessen und 7000 Euro Anzahlung verlangt. Um diese Summe aufzutreiben, musste die Familie ihren Goldschmuck bei einem Juwelier veräußern.

Kurios war nach früheren Angaben die Geldübergabe: Die Mutter warf das in einer Tüte befindliche Geld vom Balkon, unten nahm es die 34-jährige Tochter in Empfang. Diese reichte das Geld an den Angeklagten weiter, der es dem Installateur aushändigen sollte.

Dazu kam es aber nicht. Die Heizung wurde nicht geliefert, die Familie wochenlang vertröstet. Schlimm für die Familie: Das Haus blieb unbewohnbar. Sie hätte bei Minusgraden in der Wohnung gesessen, so der Richter. Während der Angeklagte in erster Instanz noch beteuert hatte, kein Geld bekommen zu haben, zeigte er sich jetzt geständig und entschuldigte sich
bei der Geschädigten. maf

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