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Ein Appell für mehr Bewegung

Schuleingangsuntersuchung Ein Appell für mehr Bewegung

Schulpflichtige Kinder müssen vor dem großen Tag ihrer Einschulung an einer Schuleingangsuntersuchung teilnehmen und unter anderem ihre Motorik und Sprache unter Beweis stellen.

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Kinder sollen mehr Zeit draußen als vor dem Fernseher verbringen und so spielerisch lernen.

Quelle: dpa

LANDKREIS. Im Landkreis Schaumburg waren das im vergangenen Jahr 1353 Jungen (Anteil 52,6 Prozent) und Mädchen (Anteil 47,2 Prozent). Insgesamt 84,6 Prozent von ihnen wurde vom Gesundheitsamt des Landkreises Schaumburg eine uneingeschränkte Schulempfehlung ausgesprochen. „Damit stehen wir gut da“, sagt Dr. Sabine Hedemann vom Kinder- und Jugendärztlichen Dienst. Zum Einsatz kommt eine standardisiertes Untersuchungskonzept – das Sozialpädiatrische Programm Hannover Jugendärztliche Aufgaben (SOPHIA) – welches knapp 30 Landkreise aus Niedersachsen einheitlich nutzen.

Was mit Blick auf die ausgewerteten Daten sofort auffällt, ist das schlechte Abschneiden der Kinder im Bereich Sprache. Lediglich 51,4 Prozent der untersuchten Jungen und Mädchen zeigten dabei keine Auffälligkeiten. Das liegt nach Worten von Hedemann an der sich verändernden Kinderwelt: „Kinder verbringen viel mehr Zeit vor dem Fernseher oder dem Computer. Auch der Sprech-Kontakt zwischen Eltern und Kindern ist weniger geworden“, weiß die Kinderärztin. Das zeige sich in den Sprachfähigkeiten der Kinder.

Hedemann rät: „Eltern müssen Kindern ihre Umwelt erklären. Durch gesprochene Worte lernen sie ihre Umgebung kennen.“ Auch die gute alte Gute-Nacht-Geschichte kann dabei helfen, Kinder in ihrem Spracherwerb zu unterstützen.

Hüpfer sind gar nicht so einfach

19,8 Prozent der getesteten Kinder hatten einen Migrationshintergrund. Unter ihnen befanden sich auch Kinder aus Flüchtlingsfamilien, bei denen sich die Untersuchung aufgrund der Sprachbarriere etwas schwieriger gestaltete. „Wir haben jedoch festgestellt, dass diese Kinder sehr aufmerksam bei der Sache waren“, lobte Hedemann. „Man merkte, dass diese Kinder gerne zur Schule gehen wollen.“ Die Kinder, die kaum Deutsch sprachen, machten 4,4 Prozent aller untersuchten Jungen und Mädchen aus.

Im Vergleich zu den Mädchen eher schlecht schnitten die Jungen bei der Überprüfung der Ganzkörperkoordination ab. Diese wird durch Seitwärtshüpfen überprüft, erklärt Hedemann. 15 Sekunden läuft die Zeit, 10 Hüpfer sollten die Kinder mindestens schaffen. Mit 76,1 Prozent erreichten die Mädchen diese Hürde und schnitten dabei besser ab, als die Jungen (60,1 Prozent ).

„Bei sieben bis neun Hüpfern gelten die Kinder als leicht auffällig, bei sechs und weniger als stark auffällig“, sagt Hedemann und richtet einen Appell für mehr Bewegung an alle Eltern. „Wir müssen uns mehr um unsere Jungen kümmern. Schickt sie raus auf dem Spielplatz, in den Garten oder den Wald statt vor den Fernseher und den PC, lasst sie spielen.“

Zu viel Zeit vor dem PC kann Folgen haben

Die Ursache für das schlechte Abschneiden vieler Kinder beim Thema Motorik sieht Hedemann ebenfalls durch den Wandel der Lebensumstände begründet. „Früher sind Kinder noch selbstverständlich zu Fuß zum Kindergarten oder zur Schule gegangen. Heute muss alles schnell gehen, also Fahren die Eltern ihre Kinder meist überall hin“, legt Hedemann dar.

Dazu kommen teilweise mehrere Stunden vor dem Fernseher oder dem PC. Kinder im Vorschulalter sollten nach Worten der Kinderärztin maximal 30 Minuten Fernsehen am Tag schauen. „Es gibt Studien, die einen Zusammenhang zwischen vor dem Fernseher verbrachter Zeit und dem späteren Lernerfolg aufzeigen“, weiß Hedemann. Das Fazit dieser Studien: Je länger die Kinder am Tag Medien wie Fernseher, Computer und Smartphones benutzen, desto schlechter schneiden sie später in der Schule ab.

82,9 Prozent der Kinder schnitten unauffällig beim Überprüfen der Konzentration ab. Das klingt im ersten Moment nicht schlecht – „es bedeutet jedoch, dass 17 Prozent Schwierigkeiten haben, sich zu konzentrieren. Und das macht sich in einer Klasse mit im Schnitt 25 Kindern für die Lehrer bemerkbar“, merkt Hedemann an. Hinzu kommen da die Ergebnisse der Verhaltenstest: Nur 63,3 Prozent der Kinder schnitten dabei unauffällig ab. Hedemann: „Man muss sich dabei vor Augen halten, dass nur etwa zwei drittel der Kinder ein unauffälliges Verhalten gezeigt hat.“ mak

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