Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Aus dem Landkreis Ein Bett muss her
Schaumburg Landkreis Aus dem Landkreis Ein Bett muss her
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:51 16.12.2016
Weil sie kein Bett hat, schläft Sandra B. im Wohnzimmer auf dem Sofa. Quelle: rg
Anzeige
Landkreis

Sie wurde von ihrem Mann oft geschlagen, schaffte vor fünf Jahren die Trennung, lebte mit ihren beiden Kindern vorübergehend in einem Frauenhaus. Aufgrund der starken Depressionen wurde Sandra B. vor drei Jahren arbeitsunfähig geschrieben. Zuvor hatte sie als Küchenhilfe und als Reinigungskraft gearbeitet. „Das habe ich immer sehr gerne getan, ich leide darunter, nicht mehr arbeiten zu können“, sagt sie mit leiser Stimme: „Ich möchte nicht auf Dauer nur hier zu Hause sitzen.“

Außerdem vermisst sie schmerzlich ihre zwei Kinder, die sich entschieden haben, beim Vater zu leben. Dabei dürfte vor allem die Verfassung der psychisch labilen Mutter eine Rolle spielen. „Ich habe immer noch die Hoffnung, dass sie mal wieder zu mir zurückkommen“, fügt die Mutter unter Tränen hinzu.

805 Euro im Monat

Sandra B. lebt von einer sehr geringen Erwerbsminderungsrente. Diese beträgt 715 Euro. Damit liegt sie ganz knapp über dem ihr zustehenden HartzIV-Satz. Weil das so ist, stehen ihr gewisse Beihilfen nicht zu, die HartzIV-Empfänger erhalten können, etwa für die Anschaffung von Möbeln. Zusammen mit einem Wohngeld-Zuschuss in Höhe von 90 Euro kommt die 52-Jährige auf 805 Euro im Monat. Davon gehen 432 Euro an Miete für ihre Wohnung in einem kleinen Schaumburger Dorf ab.

Sandra B. kauft nur ganz kostengünstige Nahrungsmittel, ist außerdem Stammkundin bei der Tafel. „Ich schäme mich dafür“, setzt sie hinzu. Aufgrund ihrer Erkrankung ist sie in die Pflegestufe null eingestuft. Daher kann sie zwei- bis dreimal in der Woche in eine nahegelegene Tagespflege-Einrichtung gehen, bekommt dort kostenlos eine Mittagsmahlzeit. Außerdem wird sie hin und wieder von Nachbarn zum Essen eingeladen. „Immer wenn es ihr schlechter geht, hat sie ohnehin kaum Appetit“, schildert die für sie zuständige Mitarbeiterin des Betreuungsvereins Schaumburg. Kleidung besorgt sich Sandra B. ausschließlich in der DRK-Kleiderkammer.

Akut und dringend nötig ist für Sandra B. die Anschaffung eines Bettes. Weil sie dieses nach Bezug ihrer Wohnung noch nicht kaufen konnte, schläft sie auf dem Sofa. „Das Bett ist ein Möbelstück, das für die meisten Menschen selbstverständlich ist, für Frau B. aber im Moment unerreichbar“, bestätigt die Betreuungsvereins-Mitarbeiterin.

„Ich sehne mich danach, mal in einem richtigen Bett schlafen zu können“, sagt die 52-Jährige. „Geld aus der Weihnachtshilfe kann hier segensreich helfen“, fügt die Expertin des Betreuungsvereins hinzu.

In der SN-Ausgabe vom 10. Dezember (Sonnabend) liegen Überweisungsträger für die Weihnachtshilfe bei. ssr

Die Konten der Weihnachtshilfe

Die 22. Saison der SN-Weihnachtshilfe ist angelaufen. Unter dem Motto „Schaumburger helfen Schaumburgern“ werden Spenden für Bedürftige im Landkreis gesammelt. Wenn Sie helfen möchten, überweisen Sie Ihre Spende bitte auf eines der Konten der „Aktion Weihnachtshilfe“ bei:

Sparkasse Schaumburg, IBAN: DE17 2555 1480 0470 0044 66.

Volksbank Hameln-Stadthagen, IBAN: DE92 2546 2160 0024 7006 00.

Volksbank in Schaumburg, IBAN: DE 97 2559 1413 7306 6630 00.

Anzeige