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Ein Drittel des Landkreises unterversorgt

Schnelles Internet: Landkreis sucht Ausbau-Partner Ein Drittel des Landkreises unterversorgt

68 Prozent des Schaumburger Landes sind mit einer schnellen DSL-Datenleitung von mehr als 50 Megabyte pro Sekunde (Mbit/s) ausgestattet. Die Kehrseite: Ein knappes Drittel des Landkreises gilt noch als unterversorgt, hier sind Leitungen mit einer Kapazität von nur 16 Mbit/s die Regel. 

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Landkreis.  Das ist das Ergebnis einer aktuellen Erhebung von Dieter Brenneke, Breitband-Beauftragter der Kreisverwaltung.Großen Nachholbedarf gibt es demnach vor allem in ländlichen Regionen wie dem Auetal oder Niedernwöhren (siehe Grafik). Nach Auskunft von Brenneke haben seit Mitte 2014 einige Telekommunikationsanbieter, allen voran die Telekom, das Netz in Teilen des Kreises allerdings „mächtig ausgebaut“. Dazu zählen vor allem Bad Nenndorf, Sachsenhagen, Nienstädt und sogar Goldbeck.

Doch will sich die Kreisverwaltung nach den Worten von Hauptamtsleiter Kurt Brandt nicht nur auf diese auf Eigeninteressen beruhende Dynamik des Marktes verlassen. Denn angepeilt ist laut Brenneke weiterhin das Ziel, in drei Jahren kreisweit eine flächendeckende Versorgung mit 50 Mbit/s herzustellen.

Vor diesem Hintergrund führt die Kreisverwaltung derzeit Sondierungsgespräche mit mehreren Telekommunikationsanbietern. Ziel: Der günstigste Anbieter soll verpflichtend eine flächendeckende Versorgung herstellen, dafür den Löwenanteil der Investitionskosten tragen, aber Zuschüsse von Kommunen und Landkreis erhalten, damit es sich für den Investor rechnet.

„Dabei suchen wir einen Partner, der erhebliche Teile des Netzes bereits vorhält, vor allem die Verbindungen zwischen den Ortschaften“, erläutert Brenneke. Denn je mehr bereits vorhanden sei, desto günstiger komme es für den Landkreis. Bei dieser Strategie sei die Zuversicht begründet, die kommunalen Zuschüsse „in einem überschaubaren Rahmen zu halten“, wie Brandt betont. Zahlen konnte er mit Rücksicht auf die Gespräche, für die Vertraulichkeit vereinbart sei, nicht nennen. Ohnehin sei ein formelles Bieterverfahren vorgesehen. Bei der Finanzierung der kommunalen Zuschüsse setze man auf Förderprogramme des Landes.

Auf jeden Fall kommt der Landkreis nach den Worten des Hauptamtsleiters bei dieser Strategie „wesentlich günstiger“ weg als bei der bisher ins Auge gefassten Vorgehensweise. Diese basierte auf einem Bundesprogramm. Dabei hätte der Landkreis das flächendeckende schnelle Internet-Netz, etwa durch einen Zweckverband, selber hergestellt, was nach Berechnungen eines Fachinstituts rund 90 Millionen Euro gekostet hätte. Die Hälfte davon wäre durch Fördergeld der EU abgedeckt gewesen.

Das Netz wäre nach diesem Modell an Telekommunikationsanbieter verpachtet worden. Die Pachteinnahmen sollten den Eigenanteil von 45 Millionen Euro an Investitionen langfristig rentierlich machen. Doch eine auskömmliche Pacht könnte der Netzbetreiber nur bei einem sehr hohen Anschlussgrad bezahlen. „Daher halten wir diese Geschäftsidee für unrealistisch“, sagte Brandt. Aus diesem Grund habe man sich von dem Bundesprogramm verabschiedet und suche ein Telekommunikationsunternehmen als Partner für den Netzausbau.    Ssr

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