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Ein Mann des Handwerks

Unternehmer-Porträt: Holger Masche Ein Mann des Handwerks

Als „Akademische Lehrredaktion“ unterstützen die SN die Fachhochschule des Mittelstands (FHM) bei der Ausbildung junger Medienwissenschaftler. Im Zuge dieser Kooperation haben Studierende aus Hannover Schaumburger Unternehmer porträtiert. Teil 3 unserer Serie: Holger Masche

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Holger Masche ist gern vor Ort, um die vielen Baustellen selbst zu inspizieren.

Meerbeck. Ein Spätsommertag, vormittags, halb elf. Holger Masche klettert mit geübten Schritten auf den Dachstuhl und begutachtet die Arbeit seiner „Jungs“. Mit einem prüfenden Blick kontrolliert er die Verarbeitung und Maße der Fugen am gerade gesetzten Schornstein. Alles ist so, wie es sein soll. Masche lächelt. Für seine Mitarbeiter war es ein Routineeinsatz. Trotzdem lässt der Chef es sich nicht nehmen, selbst einen letzten Blick auf das vollendete Werk zu werfen.

 Szenenwechsel. Im verglasten Eingangsbereich der Masche Schornsteintechnik GmbH werden Kunden von unterschiedlichen Kamin- und Ofenausstellungsstücken begrüßt. Sie geben einen ersten Einblick in die Arbeit des alteingesessenen Familienunternehmens. Geschäftsführer Holger Masche biegt um die Ecke, leger gekleidet: schwarzes Poloshirt, Jeans, bequeme Sneakers. Zur Begrüßung ein fester Händedruck. Er bietet das „Du“ an. Nach wenigen Sätzen wird deutlich: Masche brennt für sein Handwerk.

1971 fing alles an

 Angefangen hat alles 1971 im Elternhaus. Der Vater gründet die Firma Masche auf dem Familiengrundstück, wo Masche junior bereits als Jugendlicher erste Erfahrungen sammelt. Doch entgegen den Erwartungen startet seine Karriere nach dem Schulabschluss mit einer kaufmännischen Ausbildung bei der Daimler-Benz AG.

 Die angebotene Übernahme schlägt Masche aus: Er möchte etwas bewegen, etwas Greifbares entwickeln, Initiative ergreifen. „Ich bin kein Typ für Dienst nach Vorschrift“, sagt er über sich. Also steigt er nach der Bundeswehrzeit in den elterlichen Betrieb ein und scheut keine Mühen, seinen Horizont zu erweitern.

 Auf dem Weg zur Übernahme des Familienunternehmens absolviert er zunächst eine Ausbildung zum Maurerpolier und bildet sich anschließend nebenberuflich weiter. Nach dem Betriebswirt folgt ein Studium der Bautechnik sowie die Ausbildung zum Gebäudeenergieberater. Heute ist Masche nicht nur Geschäftsführer der Masche Schornsteintechnik GmbH und des angeschlossenen Ofenbaubetriebs AKM, sondern engagiert sich auch in verschiedenen Fachverbänden des Handwerks. Die Kombination aus gelerntem Handwerk und kaufmännischem Know-how erweist sich dabei für ihn als sehr wertvoll.

Dort, wo etwas Neues entsteht

 Bleibt da noch Raum für Freizeit? Der 52-Jährige grinst: „Die Arbeit ist mein Hobby.“ Doch dann erzählt er von Urlauben mit der Familie. Bevorzugt zum Skilaufen in die Berge. Faulenzen am Strand sei nicht so seine Sache. Gern steigt er auch aufs Motorrad oder schnürt die Fußballschuhe. „Solange es die Knochen noch mitmachen“, sagt er.

 Beim Erzählen kommt Masche schnell auf die Firma zurück. Vielleicht werde später sein Sohn ins Unternehmen einsteigen. Wer Masche zuhört, dem wird schnell klar: Das Handwerk ist nicht nur sein Leben, sondern auch seine Leidenschaft.

 Deutlich wird dies auch bei seinen vielen Baustellenbesuchen. „Die meiste Zeit verbringe ich zwar im Büro, aber es macht mir nach wie vor großen Spaß, vor Ort zu sein. Dort, wo etwas Neues entsteht.“

 

 Vor allem dann, wenn es sich nicht um einen Routineeinsatz handelt, sondern Kunden mit ausgefallenen Sonderwünschen zu ihm kommen. So wie kürzlich, als in die Wand einer neuen Luxusvilla ein 1,20 Meter breiter Tunnelkamin eingebaut und ringsum noch ein Soundsystem integriert werden musste.

 Im Auto zeigt Masche im Vorbeifahren immer wieder auf frühere Projekte: Die Schornsteine der Firma sind in der Region gefragt. Egal ob Einfamilienhäuser, das historische Schloss in Stadthagen, die Schaumburger Brauerei oder Industriebauten: Masche und sein Team waren fast schon überall im Einsatz.

 Doch in den vergangenen Jahren hat sich im Handwerk viel verändert, einige Geschäftsfelder sind nach und nach weggefallen. „Wenn du als Kapitän auf der Brücke stehst, musst du auch mal den Kurs korrigieren“, sagt Masche. So entstand die Idee, Hausmodernisierung als weiteres Firmen-Standbein anzubieten. Masche hat gelernt, mit der Zeit zu gehen. Gemeinsam mit seiner Mitarbeiterin, der Innenarchitektin Antje Feuerhahn, kümmert er sich nun auch um Umbauten, Dachausbauten oder die Aufstockung ganzer Etagen.

 

 Ein familiäres  Arbeitsumfeld

 

 Doch trotz oder gerade wegen der ständigen Veränderungen und Weiterentwicklungen in der Branche ist es ihm nach eigenen Worten wichtig, seinen Mitarbeitern ein stabiles und familiäres Arbeitsumfeld zu bieten. Derzeit wird am Firmensitz ein neuer Pausen- und Aufenthaltsraum hergerichtet. Alle sollen sich schließlich wohlfühlen. Viele seiner Leute kennt der 52-Jährige schon aus gemeinsamen Grundschultagen. „Wenn man so lange zusammen arbeitet, bedeutet das eben auch viel Verantwortung“, betont der Unternehmer und schwingt sich wieder hinters Steuer seines Autos. Die nächste Baustellentour wartet. Und natürlich wird Holger Masche auch heute wieder auf einige Dächer klettern.

Von Franziska Biele

 und Björn Detto

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