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„Ein Meilenstein“

Landkreis / Klinikum „Ein Meilenstein“

Die Bauarbeiten für das Klinikum Schaumburg in Vehlen haben begonnen. „Ein Meilenstein“, wie Kreispressesprecher Klaus Heimann während einer Pressekonferenz am Mittwoch erleichtert formulierte. Der Start erfolgt rund zweieinhalb Jahre später als zu Planungsbeginn erwartet. Die Inbetriebnahme ist nach Angaben von Claus Eppmann, Geschäftsführer des Klinikums Schaumburg, für das Frühjahr 2016 geplant.

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Quelle: pr.

Landkreis. „Es ist sehr wichtig, dass es jetzt endlich vorangeht“, sagte Heimann mit Blick auf die stark defizitären Krankenhäuser in Stadthagen und Rinteln: „Wir werden alles tun, damit es nicht zu weiteren Verzögerungen kommt“.
„Wir freuen uns, dass es losgeht“, stimmte Gerhard Hallenberger zu, Vorstand des Hauptgesellschafters Agaplesion gAG. Er räumte ein: „Es ist geraume Zeit vergangen bis zu diesem Punkt.“ Auch Matthias Werth vom Mitgesellschafter Stiftung Krankenhaus Bethel GmbH seufzte: „Es ist das helle Licht am Ende des Tunnels, das man jetzt sieht.“ Und: „Wir freuen uns sehr, dass wir endlich die Stufe erreicht haben, die längst hätte erreicht sein sollen.“ Eppmann konnte sich vor Freude nach eigenen Worten die Bemerkung nicht verkneifen, dass „ich ein gewisses Grinsen nicht aus dem Gesicht bekomme“.
Ein Grund der Verzögerungen lag wie bekannt in Veränderungen des Gesellschaftergefüges, nachdem der ursprüngliche Investor Pro Diako gGmbH sich allein als wirtschaftlich zu schwach für das Projekt erwiesen hatte.
Den zweiten Grund, eine umfassende Umplanung im Zeitraum von Ende 2011 bis Sommer 2013, erläuterte Eppmann. Hauptmotiv für die Umplanung sei die eiserne Vorgabe des Landes Niedersachsen gewesen, die Obergrenze für die Baukosten in Höhe von 130 Millionen Euro zwingend einhalten zu müssen. Das Land bezuschusst das Bauprojekt mit 95 Millionen Euro. Die neuen Überlegungen hätten sich aber „unter dem Strich sehr gelohnt“, betonte Eppmann: „Eine kompaktere Gestaltung bei in Teilen noch verbesserter Funktionalität sorgt für die Einhaltung des Kostenrahmens.“
Eine „Spiegelung des Gebäudekomplexes“ habe vor allem die Möglichkeit einer zentralen An- und Abfahrt sämtlicher Lieferfahrzeuge ergeben. Die OP-Säle seien in der neuen Planung kompakter angeordnet und besser an die zugeordneten Abteilungen angegliedert. Die in den Planungen zwischenzeitlich ausgelagerten Labore und die Physiotherapie seien nun in den Klinikkomplex rückeingegliedert worden.
Das Gebäude werde, anders als zunächst konstruiert, voll unterkellert, was Platz für zusätzliche Logistikräume hergebe. Alle drei Gebäudeteile würden drei Geschosse aufweisen. Vorgesehen seien nur Ein- und Zweibettzimmer. Durch geschickte Umplanung spare man ohne Funktionsverluste einen gewissen Teil an Nutzfläche und damit Kosten ein. Bei der Umplanung habe man von Erfahrungen bei der Errichtung des neuen Agaplesion-Diakonieklinikums Hamburg profitiert, berichtete Eppmann.
Selbstbewusst gab sich Eppmann mit Blick auf laufende oder noch zu erwartende Klagen und Widersprüche gegen das Bauvorhaben. „Wir haben alles rechtlich in höchstem Maße abgesichert“, sagte er: „Ich bin sicher, dass wir keine Planungsfehler gemacht haben, die Anlass zu Einsprüchen geben.“

Viel Boden kommt in Bewegung

Bevor es im Frühjahr 2014 laut Plan mit dem Hochbau losgehen soll, ist auf dem künftigen Klinikums-Gelände in Vehlen einiges an Boden zu bewegen. Wie Georg von Luckwald vom Landschafts-Architekturbüro erläuterte, werden ab der kommenden Woche jede Menge große Bagger und Schlepper auf dem Areal zu sehen sein.
Allein für die Vorbereitung des Baugeländes müssen demnach 20 000 Kubikmeter Oberboden abgetragen werden. Dieses wertvolle Material werde auf umliegende Äcker verteilt. Ebenfalls noch im Oktober sollen die Verlängerung der Baustraße und das Herrichten von Stellflächen beginnen.
Noch im Herbst stehe die Errichtung eines großen Regenrückhaltebeckens an. Dieses bekomme einen ausreichend dimensionierten Abfluss in die Bückeburger Aue. Weitere Bäche und Durchflüsse auf dem Gelände würden vergrößert, um die Oberflächenentwässerung auch bei Starkregen zu gewährleisten. Ebenso wie die Bodenarbeiten sollen auch die Maßnahmen zur Entwässerung Ende dieses Jahres fertig sein, kündigte von Luckwald an.
Parallel zur Errichtung der Gebäude werden nach den Worten des Architekten die ökologischen Ausgleichsmaßnahmen in Angriff genommen. Schwerpunkt der Begrünungen sei das Areal rechts und links der Bückeburger Aue. Schließlich werde es um die Herstellung von Einflug-Korridoren für den Hubschrauber-Landeplatz gehen. Dafür müssten einige Bäume gefällt und Gehölze beschnitten werden.
Der Bau der Kreisstraße 73 – die beidseitige Zufahrt zum Klinikum – soll nach Angaben von Kreisbaudezernent Fritz Klebe im November starten. Es sei mit zwei Jahren Bauzeit zu rechnen. Derzeit laufe die Ausschreibung für den ersten Teilabschnitt.  ssr

Bürgertelefon wird eingerichtet

„Zur besseren Information und für Fragen aus der Bevölkerung“ wird die Krankenhausprojektgesellschaft nach eigenen Angaben ein Bürgertelefon einrichten. Es werde „für einen bestimmten Zeitraum“, so der Pressetext, „dienstags und donnerstags jeweils von 9 bis 11 Uhr unter (0 57 21) 701-555 für die Bürger erreichbar sein“.
Wie Claus Eppmann, Geschäftsführer des Klinikums Schaumburg, ergänzte, werde eine Arbeitsgemeinschaft gegründet. In diese seien Spitzenvertreter der umliegenden Kommunen eingeladen. Die AG solle alle vier bis sechs Wochen tagen. Im Anschluss an die Treffen werde die Öffentlichkeit über den jeweiligen Stand der Dinge informiert, kündigte Eppmann an.  ssr

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