Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Aus dem Landkreis "Ein Segen für das Krankenhaus"
Schaumburg Landkreis Aus dem Landkreis "Ein Segen für das Krankenhaus"
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:06 08.06.2018
Der Anteil ausländischer Ärzte im Klinikum Schaumburg beträgt 18,8 Prozent. Quelle: rg
Landkreis

Bernard bekundet: „Diese Ärzte sind ein Segen für unser Krankenhaus.“ Durch sie weise die Einrichtung insgesamt eine beträchtliche Fremdsprachen-Kompetenz auf, was bei manchen Patienten hilfreich sei. „Da kann die Liste der vorhandenen Fremdsprachen gar nicht lang genug sein.“ Zudem stellten die ausländischen Ärzte eine kulturelle Bereicherung dar.

Die ausländischen Ärzte am Klinikum kommen nach Angaben der Sprecherin aus folgenden Ländern: Slowakei, Rumänien, Armenien, Aserbaidschan, Serbien, Russland, Ukraine, Kasachstan, Ägypten, Lybien, Kamerun, Syrien, Sudan, Algerien, Indonesien und Kolumbien.

Die Fachkenntnisse dieser Ärzte werden durch die Ärztekammer Niedersachsen unter Beteiligung einer bundesweiten Prüfstelle überprüft. Entweder können die im Herkunftsland erworbenen Qualifikationen als gleichwertig anerkannt werden oder es müssen Prüfungen nachgeholt werden. Ohne diesen Nachweis ist keine Anerkennung durch das Niedersächsische Amt zur Approbationserteilung möglich. Werden diese Nachweise erbracht, erläutert Bernard, aber auch nur dann, steht einer Einstellung nichts mehr im Wege.

Nationalität spielt keine Rolle

Bei der Auswahl eines Arztes für das Klinikum spiele die Nationalität keine Rolle, so Bernard. Entscheidend seien die fachlichen Qualitäten, sind diese bei mehr als einem Bewerber gleich, „spielt der Eindruck eine große Rolle, ob jemand menschlich ins das jeweilige Team passt“. Das Klinikum bemühe sich nicht gezielt um ausländische Ärzte und arbeite nicht mit entsprechenden Agenturen zusammen. Der Anteil ausländischer Ärzte ergebe sich vielmehr aus der normalen Bewerberlage bei Ausschreibungen. Voraussetzung für eine Anstellung ist zudem das Absolvieren einer Fachsprachenprüfung bei der Ärztekammer Niedersachsen.

Gefordert wird zudem das Sprachzertifikat C 1. „Wir erwarten selbstverständlich von unseren Ärzten, dass sie gut Deutsch sprechen“, betont Bernard, fügt aber hinzu: „Dass das nicht in jedem Fall vom ersten Tag an absolut perfekt sein kann, ist klar – da wird in der Praxis immer noch dazugelernt.“ Falls Patienten Ärzte nicht verstehen – was bei muttersprachlichen wie bei ausländischen Medizinern vorkommen kann –, empfiehlt Bernard: „Beim Arzt konsequent nachfragen.“ Außerdem bestehe die Möglichkeit, sich an das Pflegepersonal zu wenden und auf das fehlende Verständnis aufmerksam zu machen.

Übrigens: Der Anteil ausländischer Pflegekräfte am Klinikum ist außerordentlich niedrig. Nach Angaben von Bernard beträgt er lediglich 1,96 Prozent. ssr