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Aus dem Landkreis Einblicke in wirtschaftliche Entwicklung
Schaumburg Landkreis Aus dem Landkreis Einblicke in wirtschaftliche Entwicklung
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00:17 27.01.2017
Gespannte Aufmerksamkeit im Publikum bei der Podiumsrunde. Quelle: rg
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Landkreis

So sprach Fritz Pape, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, im Rückblick auf 2016 von einem „so guten Jahr für das Handwerk wie lange nicht mehr“. 66 Prozent der hiesigen Handwerksfirmen hätten bei einer Umfrage bekundet, es gehe ihnen „sehr gut“. Hingegen sprächen nur drei Prozent von einer schlechten Lage. Viele der Unternehmen in der Branche suchten zusätzliche Fachkräfte. Laut Pape wären 44 Prozent der Firmen bereit, solche einzustellen, wenn es sie denn gäbe. Mit Blick auf die zunehmende Digitalisierung von Wirtschaftsvorgängen bekundete Pape, das würden die heimischen Handwerksbetriebe gut bewältigen, „da bin ich gelassen“.
 

„Mehr Sonne als Schatten“ hat das Jahr 2016 aus Sicht von Martin Wrede, Leiter der Stadthäger Geschäftsstelle der IHK, für die heimische Wirtschaft gebracht. Es gebe derzeit „ein solides, auf den Konsum basiertes Wachstum“. Die Jobs in Industrie und Handel in Schaumburg sind nach Überzeugung von Wrede „relativ sicher“. Von Fügmann gefragt, wie er zu einem bedingungslosen Mindesteinkommen stehe, sagte Wrede, es wäre „interessant, das einmal durchzurechnen“. Allerdings müssten „Anreize, einen Job anzunehmen, gleichzeitig weiter vorhanden sein“.

Flüchtlinge müssen in den Arbeitsmarkt integriert werden

 Ebenfalls einen positiven Rückblick auf 2016 warf Cornelia Kurth, Geschäftsstellenleiterin der Agentur für Arbeit Schaumburg. Die Zahl der Menschen ohne Job sei in Schaumburg stetig zurückgegangen, im Jahresdurchschnitt habe die Arbeitslosenquote bei 6,3 Prozent gelegen – 0,4 Prozentpunkte niedriger als im Vorjahr. Eine wichtige Aufgabe der nahen Zukunft sei die Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt. „Unsere Chance, Fachkräfte für übermorgen zu bekommen, sind die Flüchtlinge“, bekannte Kurth.

 „Gut gelaufen“ ist das Jahr 2016 auch für den Einzelhandel, wie Günther Raabe, Vorsitzender des Stadtmarketing Stadthagen, bemerkte. 60 Prozent der hiesigen Kaufleute hätten angegeben, sie hätten im abgelaufenen Jahr höhere oder gleich hohe Umsätze wie in 2015 gemacht. „Die Leute haben Geld für den Konsum zur Verfügung“, formulierte Raabe. Eine zunehmend große Herausforderung stelle der Online-Handel dar, stellte Raabe heraus. Das gelte auch für die Aufgabe, in Stadthagen einheitliche Öffnungszeiten hinzubekommen.

Die größte Herausforderung für die Landwirtschaft sei die Verbesserung ihres Images, betonte Dirk Hasse, Geschäftsführer der Luhdener Hasse Agrar-Service OHG. Dazu könnten Projekte wie die „Aktion Tierwohl“ beitragen. „Wir müssen beweisbar machen, dass Tiere auf unseren Höfen besser gehalten werden als bei manchen industriellen Großbetrieben“, so Hasse. Sorgen bereiten der Branche laut Hasse die geringen Preise für Milch und für Fleisch.  ssr

Joop wettert gegen Nullzinspolitik

Gegen die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) und gegen die immer weiter zunehmende Banken-Regulierung gewettert hat der Vorstandsvorsitzende der Volksbank Hameln-Stadthagen, Michael Joop, auf dem Neujahrsforum des Bankinstituts.

 Die Nullzinspolitik der EZB bedeute bei einer Inflationsrate von aktuell 1,7 Prozent, dass „die Sparer real Geld verlieren“, sagte Joop: „Die Wertvernichtung ist dramatisch.“ Seiner Auffassung nach mache die EZB „Zinspolitik für die schwächelnden südeuropäischen Staaten, die sich schlichtweg keine höheren Schuld-Zinsen leisten können.“ Durch die fehlenden Zinsen sei der Volksbank und der Sparkasse „eine Ertragsquelle der letzten Jahrzehnte genommen, mit denen man früher den Zahlungsverkehr oder die Selbstbedienungstechnik subventioniert hat.“ Heute müssten die Banken „diese Leistungen reduzieren oder bepreisen“, räumte Joop ein.

 Der Vorstandschef betonte, er sei durchaus für eine funktionierende Bankenaufsicht und für einen wirksamen Verbraucherschutz. Was die EU den Banken jedoch an Regulierungen zumute, „das schießt allerdings weit und deutlich über das Ziel hinaus“. Joop weiter: „Die zunehmende, übertriebene Regulatorik belastet uns alle immens.“ Dadurch würden „viele Menschen beschäftigt, ohne produktiv zu sein und es werden Kosten für Regionalbanken produziert, die wir lieber in die Beratung unserer Kunden investieren würden“. ssr

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