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Einbrecher auf der Überholspur

Schaumburg Einbrecher auf der Überholspur

Immer häufiger fallen Einbrecher in Schaumburg ein und verschwinden spurlos mit ihrer Beute über die Autobahn. Dabei unterscheidet die Polizei zwischen zwei Tätergruppen, die sich auf unterschiedliche Objekte spezialisiert haben.

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Landkreis. „Wir haben wieder das Niveau der Jahrtausendwende erreicht“, berichtet Polizeisprecher Axel Bergmann. Ende der neunziger Jahre habe es jährlich mehr als 500 Einbrüche in Schaumburg gegeben. Dank intensivem Personal- und Technikeinsatz sei es damals gelungen, die Täterbanden aus Osteuropa durch Fahndungserfolge und Verurteilungen abzuschrecken. Die Zahl der Einbrüche sank in der Folge auf die Hälfte, so Bergmann.
Doch die Vorgehensweise der überörtlichen Einbrecher hat sich geändert. „Damals haben sich die Täter in Maisfeldern einquartiert, wo sie nicht gesehen werden konnten. Mit der Zeit haben die Fahnder dieses Muster entdeckt und die Verhaftungen haben sich gehäuft“, erinnert sich der Polizeisprecher.
Heute sei das Täterprofil und die Vorgehensweise vielschichtiger, die professionellen Einbrecher kommen laut Bergmann längst nicht mehr nur aus dem Osten. „Es dauert, bis wir genügend Erkenntnisse gesammelt haben, um gezielt dagegen vorgehen zu können.“
Die Zahl der Einbrüche durch örtliche Täter, die meist in Gaststätten oder Sportheime einbrechen, um ihren Drogenkonsum zu finanzieren, stagniere. Dagegen dienen vor allem die Orte entlang der A 2 vermehrt als Beuterevier professioneller Tätergruppen.
Beispiel Bad Nenndorf: Dort war im vergangenen Jahr eine Bande aus dem Ruhrgebiet innerhalb weniger Stunden in sieben Wohnhäuser eingebrochen und mit der Beute über die A 2 geflohen. Nur dank aufwendiger Fahndungsmethoden sei es gelungen, die Einbrecher dingfest zu machen, berichtet Bergmann.
Dabei unterscheidet die Polizei zwei Tätergruppen: Zum einen Tageseinbrecher, die gezielt Wohnhäuser angehen, die tagsüber leer stehen. „Besonders beliebt sind dabei etwas ältere Wohnhäuser, weil die Hausbesitzer häufig schon Wohlstand angespart haben.“ Denn die beschlagnahmte Beute von Einbrechern zeige: „Die Täter wollen nicht den 60-Zoll-Flachbildschirm von der Wand abbauen, sondern stehlen Geld, Schmuck, Uhren – alles, was schnell geht und sich unauffällig abtransportieren lässt.“
Zum anderen Profis, die sich auf größere Gewerbeobjekte spezialisiert haben. Diese werden nachts oder am Wochenende angegangen. Das jüngste Beispiel: der Einbruch am vergangenen Wochenende in den Netto-Markt in Niedernwöhren. Die Täter waren gezielt über das Dach ins Büro des Marktleiters eingedrungen, wo sich der Tresor mit den Tageseinnahmen befand.
Vor allem bei Wohnungseinbrüchen ist nach Ansicht von Bergmann der materielle Schaden gar nicht das Schlimmste. „Für die Opfer ist es eine Katastrophe, weil ihr Sicherheitsgefühl in den eigenen vier Wänden zerstört wird.“ ber

So können Sie sich schützen

Damit sich der Einbrecher gar nicht erst für das eigene Haus interessiert, gilt es, das Haus immer bewohnt wirken zu lassen, empfiehlt die Polizei. Eine offene Garage ohne Fahrzeug, die heruntergelassenen Rolläden tagsüber, kein Licht im Haus bei einbrechender Dämmerung sind Beispiele dafür, wie man es nicht machen sollte. Eine Grundsicherung mit zusätzlichen Fenster- und Türverriegelungen und einbruchhemmender Folie auf der Verglasung seien dazu geeignet, einen Einbruchversuch mit den üblichen Werkzeugen scheitern zu lassen. Eine gute Außenbeleuchtung ergänze das Grundsicherheitspaket. Wenn dann auch noch die gute Nachbarschaft stimmt, habe es der Einbrecher schwer. Infos unter www.polizei-beratung.de sowie bei jeder Polizeidienststelle. ber

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