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„Eindeutige Verschiebung“

Sozialausschuss „Eindeutige Verschiebung“

Etwa die Hälfte der aktuell in Schaumburg lebenden Flüchtlinge kommt aus Syrien und dem Irak. Damit hat sich seit vergangenem Herbst eine „eindeutige Verschiebung“ bei den Herkunftsländern ergeben, sagt der Sozialdezernent des Landkreises, Klaus Heimann. Zuvor war der größte Anteil der Asylbewerber aus den Balkanländern gekommen.

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Quelle: Quelle: Kreisverwaltung Schaumburg / Grafik: Elze / Zeichnung: Fotolia.com

Landkreis. 31,7 Prozent der hiesigen Flüchtlinge stammen aus dem Bürgerkriegsland Syrien (siehe Grafik), gefolgt von 17,7 Prozent aus dem Irak. Die Anteile von Asylbewerbern aus den Balkanstaaten bewegen sich hingegen nur noch jeweils im einstelligen Prozentbereich.

Auffallend ist nach Angaben Heimanns auch der zunehmende Anteil jüngerer Menschen unter den hier ankommenden Flüchtlingen. Mittlerweile sind demnach 63 Prozent der hiesigen Asylbewerber jünger als 25 Jahre. Nur fünf Prozent sind älter als 60 Jahre. Der Anteil der männlichen Flüchtlinge beträgt 56 Prozent.
Aktuell leben im Landkreis insgesamt 2400 Flüchtlinge. Das entspricht 1,5 Prozent der Bevölkerung. Nach Angaben von Heimann treffen derzeit rund 100 neue Asylbewerber pro Monat ein. Das sind deutlich weniger als noch vor einigen Monaten. „Wir haben erstmals eine gewisse Atempause“, betont der Kreisrat. Er rechne auf Sicht weiterhin mit etwa 100 Zuweisungen aus den Erstaufnahmeeinrichtungen des Landes pro Monat. Längerfristige Prognosen seien schwer zu stellen.

400 Wohnungen angemietet

Für den Landkreis sind nach Angaben Heimanns bislang 400 Wohnungen zur dezentralen Unterbringung von Flüchtlingen angemietet worden. Dazu werden sechs Gemeinschaftsunterkünfte betrieben. In diesen bestehe derzeit „ein Puffer“ von knapp 200 freien Plätzen. Weiterhin bleibe es das Ziel, die Asylbewerber aus den Gemeinschaftsunterkünften nach einiger Zeit in dezentrale Wohnungen umzuquartieren. Das gelte insbesondere für die Notunterkunft in der früheren Herderschule in Bückeburg. An die Einrichtung von zusätzlichen Gemeinschaftsunterkünften sei derzeit nicht gedacht, sagt Heimann: „Wir hoffen, mit den bestehenden Einrichtungen auszukommen.“

Benötigt würden aber weiterhin Wohnungen, unterstreicht Heimann: „Es kommen ja weiterhin Flüchtlinge.“ Die Kreisverwaltung sei bestrebt, „eine möglichst gerechte Verteilung der Flüchtlinge im Landkreis zu erreichen“. Das bedeute, dass in der nächsten Zeit vor allem in den ländlichen Regionen Wohnungen gebraucht werden. Orientierungsmaßstab sei weiterhin die Quote von 1,5 Prozent Anteil der Flüchtlinge an der Einwohnerzahl.

Diese Quote werde vor allem in den Städten schon übertroffen – beispielsweise in Rinteln mit 2,7 Prozent, in Stadthagen mit 2,3 Prozent und in Obernkirchen mit 1,8 Prozent. In einigen Samtgemeinden liege der Anteil hingegen noch darunter, so etwa in Rodenberg mit 0,8 Prozent sowie in Nenndorf und im Auetal mit jeweils 0,9 Prozent. Wünschenswert, so Heimann, seien freilich auch in Samtgemeinden Wohnungen mit Zugang zum ÖPNV, „also nicht zu weit abgelegen“. ssr

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