Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / -6 ° heiter

Navigation:
Eine Frage der Sicherheit

Unterschiedliche Reaktionen auf Unruhen in der Türkei Eine Frage der Sicherheit

Nach dem Putschversuch in der Türkei herrscht Unsicherheit unter den Urlaubern. Reise stornieren, trotzdem hinfliegen und hoffen, dass schon alles gut gehen wird, oder ganz sorgenfrei am Strand liegen? Da hat jeder Reisende seine eigene Strategie. Aber ein Trend zeichnet sich ab.

Voriger Artikel
Verkehrsmeldungen für Donnerstag, 21. Juli
Nächster Artikel
Leser erkunden mit den SN Berlin

Entspannen trotz Unruhen ist nicht für jeden Kunden eine Option. Viele Buchen ihre Reisen um.

Quelle: dpa

LANDKREIS. „Privat würde ich nicht mehr in die Türkei fliegen“, sagt Personal Coach Ina Coletti. Die Stadthägerin wird jedoch aufgrund ihres Berufes öfters in der Türkei gebucht. Sie sieht die Situation folgendermaßen: „Die Anschläge sollen uns Angst machen, aber ich werde meine Arbeit trotzdem weitermachen.“ Zuletzt war Coletti im April in der Türkei – zum Zeitpunkt des Selbstmordanschlages im westtürkischen Bursa. „Deutsche Schulen wurden geschlossen, überall war Polizei und die Innenstadt war abgesperrt“, erinnert sich Coletti.

Ein Gefühl der Sicherheit gab ihr ihre private Unterkunft in Istanbul: „In dem Wohngebiet, in dem ich wohnte, hatten alle Häuser Wachdienste.“ Die strengen Kontrollen noch vor dem Haupteingang des Flughafens bewertet Coletti ebenfalls positiv. „Aber nach dem Anschlag auf den Flughafen, der sich später ereignete, weiß man leider, dass sowas immer passieren kann.“ Trotzdem möchte Coletti auch im September in die Türkei fliegen, denn zu diesem Zeitpunkt ist die Stadthägerin erneut für ein Coaching gebucht worden.

Keine neuen Buchungen

Seit den Unruhen durch den Putsch hat das Reisebüro Freizeit Tenne in Bad Nenndorf keine neuen Buchungen für einen Türkei-Urlaub verzeichnet. „Alle Kunden, die dort einen Sommerurlaub bei uns gebucht haben, sind auch geflogen“, sagt Inhaberin Ingrid Spratte. Eigentlich verwunderlich, meint die Reiseverkehrsfrau: „Wir haben uns darauf eingestellt, dass wir mit mehreren Kollegen die Anfragen betroffener Urlauber bearbeiten müssen.“

Einige Kunden hätten sich zwar über Umbuchen informiert, diese jedoch nicht in Anspruch genommen. „Auch für den Herbst liegen Buchungen in die Türkei vor“, sagt Spratte. Sie glaubt, dass das anhaltende Interesse an der Türkei als Urlaubsland vor allem von der aktuellen Entscheidung über die Einführung der Todesstrafe abhängt. Falls es dazu kommt, „ist es mit der Türkei vorbei.“

Ähnlich ruhig verlief es bislang beim Rintelner Reisebüro Weserbergland. Es habe zwar wenige Anfragen gegeben, ob kostenloses Umbuchen möglich sei, „doch davon hat am Ende niemand Gebrauch gemacht“, bestätigt Gabriele Stegmann. Die Kunden seien abgereist.

Ganz anders sah die Situation am Sonnabend und am Montag im Reisebüro Günther in Stadthagen aus: „Hier war es ganz extrem“, sagt Inhaberin Karin Günther. Die Mitarbeiter haben fast alle Reisen umgebucht, die in den Zeitraum 20. August bis Ende Oktober fallen. Die ausgewählten Alternativen der Kunden: Spanien, Portugal und Griechenland.

Stornierungen noch nicht möglich

„Eine Kollegin war jüngst in der Türkei und berichtete, dass die Situation in den Urlaubszielen wohl ganz ruhig ist“, sagt Günther. Aber Sie hat Verständnis für die Kunden: „Die Situation ist schwelend und die Menschen möchten ohne ungutes Gefühl verreisen und sich auf ihren Urlaub freuen.“

„Die Umbuchungen sind gegen eine Gebühr bis 31 Tage vor Abreise möglich“, erklärt Günther. Stornierungen können hingegen nicht angeboten werden, da das Auswärtige Amt bislang keine Warnung ausgesprochen hat. „Erst dann haben Reisebüros die Möglichkeit, gebuchte Reisen kostenlos zu stornieren.

Reiseveranstalter wie Tui, Neckermann oder Thomas Cook hingegen haben für die Anreisetage Sonnabend, Sonntag und Montag aus Kulanz kostenlose Umbuchungen und Stornierungen angeboten.

Für alle, die noch Umbuchen wollen, wird es mit jedem verstreichenden Tag jedoch schwierig, Alternativen zu finden: „Spanien ist sehr nachgefragt und größtenteils ausgebucht“, sagt Sylvia Lübeck vom TUI-Reisecenter in Bückeburg. Wer dies trotzdem tun wolle, müsse tief ins Portemonnaie greifen, so Lübeck. Etwa die Hälfte ihrer Kunden habe nach den Ereignissen in der Türkei umbuchen wollen. Einige Kunden, deren Abflug unmittelbar bevorstand, seien dennoch geflogen: „Das Bauchgefühl muss entscheiden.“

Damjanow bietet ihren Kunden Alternativen an

Klare Worte in Sachen Türkei-Urlaub findet Katharina Damjanow vom Reiseland Rinteln: „Ich unterstütze die Türkei nicht mehr. Früher ja, aber jetzt nicht mehr. Wer unbedingt hinfliegen möchte, für den buche ich selbstverständlich, aber allen anderen sage ich: Es gibt Alternativen. Und ich frage: Wollen Sie wirklich in dieses unsichere Land fliegen?“ Probleme mit Umbuchungen wegen der aktuellen Lage hat sie nicht. dk, rc, jan, mak

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

Unternehmen quer durch alle Branchen haben sich auch in diesem Jahr wieder an der Aktion der Lions Clubs beteiligt, deren Erlös auch der „Weihnachtshilfe“ der Schaumburger Nachrichten zugute kommt. Hier finden Sie ab dem 1. Dezember die täglich aktuellen Gewinnnummern. mehr

In Ruhe einkaufen, erholsam Urlaub machen, in die Stadtgeschichte eintauchen oder einfach mal in einem der vielen Restaurants und Kneipen die Seele baumeln lassen. Lernen Sie Stadthagen von einer ganz anderen Seite und auf ganz besondere Weise kennen. mehr

Schaumburg