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Aus dem Landkreis Einigkeit währt nicht einmal zwei Wochen
Schaumburg Landkreis Aus dem Landkreis Einigkeit währt nicht einmal zwei Wochen
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13:18 11.03.2018
Die Einigkeit der Bürgermeister nach bekanntwerden der Pläne für eine neue Super-Samtgemeinde „Nordschaumburg“ währt nicht einmal zwei Wochen. Quelle: Montage Harmening
Landkreis

Nach Bekanntwerden der Verschmelzungsabsichten ist hinter den Kulissen der Schaumburger Politik viel in Bewegung geraten. So haben weitere Bürgermeister begonnen, auf Brautschau zu gehen. Stadthagens Rathaus-Chef Oliver Theiß beispielsweise lud unlängst seine Kollegen aus Niedernwöhren, Nienstädt und Lindhorst ein, um Möglichkeiten einer Vierer-Partnerschaft auszuloten.

 Wie es aus Teilnehmerkreisen heißt, werden einem solchen Bündnis jedoch wenig Chancen eingeräumt. Die kleineren Nachbar-Gemeinden fürchten offenbar, in einer Kooperation mit der deutlich größeren Kreisstadt unter die Räder zu kommen.

 Niedernwöhrens Samtgemeindebürgermeister Marc Busse hat dies zum Anlass genommen, seinerseits in Verhandlungen mit Nachbarn einzutreten. Busse bestätigte auf Anfrage, dass es in den vergangenen Tagen Gespräche mit den jeweiligen Verwaltungschefs gegeben hat – auch mit Jörn Wedemeier (Sachsenhagen) und Andreas Günther (Lindhorst). Beide hatten am 7. Februar in einer Pressekonferenz angekündigt, eine Fusion mit der Samtgemeinde Nenndorf anzustreben.

 Busse hält aus Niedernwöhrener Sicht zwei Varianten für denkbar: Entweder ein Zusammengehen mit Stadthagen und gegebenenfalls Nienstädt. Oder aber eine Verschmelzung mit Sachsenhagen und Lindhorst. „Es gilt nun, alle Möglichkeiten zu prüfen und die Vor- und Nachteile abzuwägen“, sagt Niedernwöhrens Samtgemeindebürgermeister. Grundvoraussetzung ist für ihn aber: Eine neue Groß-Gemeinde muss gemeinsame Grenzen haben.

Keine abgemachte Sache

Busse tritt aufs Gas. Schon in Kürze will er seine Gedankenspiele der örtlichen Politik vorstellen und sich nach Möglichkeit ein Verhandlungsmandat geben lassen.

 Sein Lindhorster Pendant Andreas Günther findet es in keiner Weise anstößig, auch noch mit anderen Kommunen zu sprechen. „Ich halte damit ja nicht hinterm Berg, sondern habe die Kollegen Schmidt und Wedemeier umgehend darüber informiert“, sagt er.

 Die Fusion mit Bad Nenndorf und Sachsenhagen sei schließlich noch keine abgemachte Sache. „Wir drei Bürgermeister waren uns einig, ein Signal setzen und ergebnisoffen eine Partnerschaft ausloten zu wollen. Noch nicht einig waren wir uns darin, dass es am Ende genau diese Konstellation werden soll.“

 Auch für Wedemeier gilt: „Alles ist noch ergebnisoffen. Wir müssen jetzt erst einmal ernsthaft überlegen, mit wem wir uns was vorstellen können.“ Zu groß dürfe das neue Gebilde nicht werden – allein schon, weil das Land dann nicht mitspiele.

Merklich verschnupft

 Kaum überraschend: Bad Nenndorfs Samtgemeindebürgermeister hat wenig Verständnis für die jüngste Entwicklung. Schließlich hatten seine Amtskollegen aus Sachsenhagen und Lindhorst erst vor gut zwei Wochen mit ihm gemeinsam erklärt, sie seien „in internen Gesprächen übereinkommen, ihren Samtgemeinderäten die Aufnahme von Fusionsverhandlungen vorzuschlagen“, wie es in einer Erklärung wörtlich hieß. Und weiter: „Aus den drei Samtgemeinden Lindhorst, Nenndorf und Sachsenhagen soll eine neue Samtgemeinde mit über 35.000 Einwohnern im Herbst 2021 entstehen.“

 Schmidt ist deshalb auch merklich verschnupft. „Die Sache hat für mich schon Geschmäckle“, sagt er auf Nachfrage. „Ich fühle mich da schon ein wenig rausgedrängt.“ Vor diesem Hintergrund habe er für sich beschlossen, die Gespräche mit den eigenen Mitgliedsgemeinden zunächst ruhen zu lassen. „Ich warte jetzt, bis meine Gesprächspartner wieder auf mich zukommen.“

 Vielleicht ergibt sich für ihn unterdessen an anderer Stelle eine neue Option. In der Samtgemeinde Rodenberg gibt es nach SN-Informationen Kritik an Bürgermeister Georg Hudalla. Dessen Absage an Fusionsgespräche mit Nenndorf sei etwas vorschnell und ohne vorherige Abstimmung erfolgt, so einzelne Stimmen in der Politik. Denkbar also, dass hier doch noch etwas in Bewegung kommt.

 Auslöser für die inzwischen kreisweit geführten Fusionsdebatten ist ein Vorstoß eines kleinen Zirkels von Politikern und Verwaltungsfachleuten. Diese hatten sich, offenbar auf Initiative des ehemaligen stellvertretenden Stadtdirektors von Stadthagen, Eckhard David, über Monate hinweg hinter verschlossenen Türen getroffen, um das Thema voranzutreiben. mf

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