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Eltern von Schulschwänzern müssen häufiger in die Tasche greifen

Mehr Bußgeld für Blaumacher Eltern von Schulschwänzern müssen häufiger in die Tasche greifen

Eltern müssen öfter an ihr Budget gehen, der eine oder andere Filius haftet anschließend vielleicht mit seinem Taschengeld: In Schaumburg steigt die Zahl der wegen Schuleschwänzens verhängten Bußgelder. Ironischerweise ist das eine Folge der Arbeit des Bildungsbüros des Landkreises, das das in Fachkreisen „Absentismus“ genannte Phänomen eindämmen soll.

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Schulischer Müßiggang kann ins Geld gehen.

Quelle: rg

Landkreis (jcp). Die vermehrten Strafzahlungen bedeuteten allerdings nicht, dass jetzt häufiger die Schule geschwänzt wird, erklären die Verantwortlichen. Durch das Bildungsbüro, das sich als Kommunikationsstelle zwischen Schulen und Behörden versteht, würden die Fälle häufiger bekannt werden – und geahndet. Mit einem Bußgeldbescheid, falls alle anderen Maßnahmen nicht gegriffen haben.
„Wenn Konsequenzen angedroht werden und dann nichts geschieht, ist das pädagogisch gesehen das Schlimmste, was passieren kann“, sagt Michaela Neumann, Sozialpädagogin und Leiterin des Bildungsbüros. Vor 2014 seien Bußgeldverfahren häufig im Sande verlaufen. Mit dem Bildungsbüro habe die Kreisverwaltung eine Ressource geschaffen, um sich systematisch des Problems anzunehmen. Es gebe eine Mitarbeiterin, die sich ausschließlich um eingehende Anrufe rund ums Schuleschwänzen und Bußgelder kümmert.
Und zuvor? Verlässliche Zahlen gibt es keine, da noch keine Statistik geführt wurde, sagt Dezernentin Katharina Augath. Das Schwänzen habe aber definitiv noch nicht im Fokus gestanden. Augath: „Schulen gehen mit dem Thema nicht so gern an die Öffentlichkeit.“
Ein weiteres Problem sei behoben: Bisher habe es kein einheitliches Vorgehen gegen Blaumacher in Rinteln und dem Rest des Landkreises gegeben. Die Weserstadt hat aufgrund ihrer Größe einen besonderen kommunalrechtlichen Status, das dortige Ordnungsamt kümmert sich selbst. Folge sei die Verlockung von Schülern gewesen, nach Ärger an einer Rintelner Schule einfach nach Bückeburg oder Stadthagen zu wechseln. Jetzt, so Büroleitern Neumann, gebe es eine „inhaltliche Abstimmung“ zwischen Schulamt und Rintelner Ordnungsamt.
Im Jahr 2014 hat das Schulamt des Landkreises 135 Verfahren wegen Schuleschwänzens eingeleitet, rund 50 hat es bisher in diesem Jahr gegeben. Mit 53 Prozent ist das Gros der Schwänzer zwischen 14 und 18 Jahren alt. 23 Prozent sind unter 14 Jahre alt, älter als 18 Jahre sind 24 Prozent.

+++ Fakten+++

Das Bildungsbüro des Landkreises Schaumburg gibt es seit Anfang 2014. Es besteht aus drei Mitarbeiterinnen, von denen eine in Voll- und zwei in Teilzeit arbeiten. Schuldezernentin Katharina Augath zufolge verursacht das Büro Personal- und Sachkosten in Höhe von 100 000 Euro jährlich. Schwerpunkthemen sind Schulschwänzer und der Übergang von der Schule in den Beruf. 

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