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Schaumburg wartet auf Zuschüsse

Breitband-Ausbau Schaumburg wartet auf Zuschüsse

Ende März fällt die Entscheidung, ob der Landkreis für Breitband-Ausbau in den Schaumburger Randlagen Geld von Bund und Land bekommt. Ist die Entscheidung positiv, steht die Finanzierung für das Projekt und die ersten Arbeiten können bereits im Juni beginnen, schätzt Dieter Brenneke von der Kreisverwaltung.

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Bekommt der Landkreis Geld für den Breitband-Ausbau in den Schaumburger Randlagen, können bereits im Juni die ersten Arbeiten für schnelleres Internet in den betroffenen Haushalten beginnen.

Quelle: rg

Landkreis. Ziel ist es, dass bis Anfang 2018 mehr als 95 Prozent aller Schaumburger Haushalte die technischen Voraussetzungen für schnelles Internet haben. Die Übertragungsraten sollen dann bei mindestens 50 Megabit pro Sekunde liegen. Bisher gelten 80 Prozent der Schaumburger als unterversorgt, da die Datenmengen deutlich kleiner sind. Nach Aussage Brennekes ist es das Ziel der Kreisverwaltung, die Kosten für den Ausbau im einstelligen Millionen-Bereich zu halten.

Bevor die Bagger jedoch anrücken und Glasfaserkabel verlegt werden, muss Brenneke zufolge per Ausschreibung noch ein Partner für den Netzausbau gesucht werden. „Ich rechne mit sechs Wochen für diesen Schritt“, sagt der Breitband-Experte. Für Ende Mai rechnet er mit einer Entscheidung, sodass Anfang Juni dann der Vertrag von dem Unternehmen und dem Landkreis unterzeichnet werden kann.

Lückenschluss statt eigenem Netz

Der Landkreis Schaumburg hat sich beim Breitband-Ausbau für den sogenannten Lückenschluss entschieden. Dabei wird das bestehende Netz erweitert, Strukturen werden ausgebaut.
Stadthagens Bürgermeister Oliver Theiß hatte sich anfangs für die andere Variante starkgemacht. Beim sogenannten Betreibermodell hätte die Kommune ein eigenes Glasfasernetz aufgebaut und an ein Telekommunikationsunternehmen verpachtet. Das Problem bei dieser Alternative ist laut Dieter Brenneke, Breitband-Beauftragter des Landkreises, dass die Stadt das neue Netz nach zehn Jahren hätte verkaufen müssen. Dies ist zumindest gesetzlich vorgesehen, wenn es vom Bund Fördergeld für ein Betreibergeld geben soll. r

Zur Zuversicht Brennekes trägt auch bei, dass der Landkreis in den vergangenen Wochen ermittelt hatte, welches Telekommunikationsunternehmen zu welchen finanziellen Bedingungen zusammen mit der Kreisverwaltung den Breitband-Ausbau stemmen will. Dabei habe sich ein potenzieller Partner abgezeichnet. Dieser will auf bestehenden Strukturen aufbauen, zumal dies auch die Kosten nicht in die Höhe schießen lässt.

„Geplant ist dann noch ein Kooperationsvertrag mit den zwölf Städten und Samtgemeinden. Eigentlich sind diese für solche Infrastrukturmaßnahmen zuständig“, so Brenneke. Aus Gründen der Praktikabilität werde der Landkreis jedoch den Kontrakt mit dem Unternehmen abschließen. „Außerdem beteiligt sich der Landkreis auch finanziell an dem Projekt, um Schaumburg als Standort für Betriebe und als Wohnsitz attraktiv zu halten.“

Brenneke geht davon aus, dass bis Anfang 2018 möglichst alle Orte, die bisher noch nicht an das leistungsstarke Netz angebunden sind, über die technischen Voraussetzungen für hohe Übertragungsraten verfügen. „Wir werden aber nicht zu jedem Haus Glasfaserkabel verlegen, auch weil über kurze Strecken mit Kupferleitungen Übertragungsraten von mehr als 50 Megabit pro Sekunde möglich sind.“ bes

Ungleiche Lasten

Ein Kommentar von Benjamin Schrader

Ohne Zweifel ist es wichtig, dass Orte wie Wiedensahl und Lauenau mit schnellem Internet versorgt werden. Ohne das Engagement des Landkreises und der Kommunen drohen diese Gebiete vollständig abgehängt zu werden. Der Breitbandausbau ist daher ein wichtiger Schritt, damit der Bevölkerungsschwund nicht noch mehr an Fahrt gewinnt – und der öffentlichen Hand nicht noch weitere Einnahmen wegbrechen.
Fragwürdig ist bei dem Projekt jedoch, dass bei beiden Varianten der Steuerzahler den Löwenanteil zu stemmen hat und Großkonzerne die Aussicht auf Mehreinnahmen haben – ohne unternehmerisches Risiko. Vor der Privatisierung der damaligen Post sind die etwaigen Gewinne dazu genutzt worden, auch wirtschaftlich weniger interessante Gebiete zu erschließen. Durch diese Mischkalkulation ist es gelungen, die Kosten auf alle Schultern aller zu verteilen. Derzeit entsteht der Eindruck, dass der Nutzen den Konzernen zufällt, während für den Aufwand die Steuerzahler aufkommen müssen.

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